Blitz und Donner!

Written on 08.06.2021 by Steffen Linnert
Team: RadUNA
Municipality: Erfurt

Heute hat es mich wirklich erwischt. Früh war die Welt noch in Ordnung. Auf den Pfaden von gestern habe ich Erfurt nördlich umfahren und bin dann von Osten nach Erfurt reingefahren. 50 km fast wie Urlaub.

Aber Abends :-( Gekommen bin ich bis zur Motzstraße. An der Eisenbahnbrücke in Hochheim ging es los. Bzw. es sah aus, als sollte alles vorbei sein. Weltuntergang! Blitz und Donner mit reichlich Regen. Ständig klickte das Handy und die DWD-Wetterapp informierte mich über Unwetterwarnungen. Stufe 2, Stufe 3, Stufe 4. Weltuntergang halt.

Schnell hatten sich eine Reihe Radfahrer, Fußgänger und auch Autofahrer unter der Brücke gesammelt. Ein junger Jogger kam auch hinzu. Der Arme musste noch nach Molsdorf.

Ich nahm Kontakt mit meiner Frau auf. Das Abholen mit dem Auto (Versuchung Nr. 1) scheiterte daran,. dass es in Neudietendorf noch viel schlimmer aussah. Also hieß es warten. 50 min. Dann nieselt es nur noch und ich versuchte weiterzukommen.

Aber der Versuch dauerte nicht lang. Am Sportplatz in Bischleben nahm der Regen wieder zu und, noch viel schlimmer, Blitz und Donner kamen deutlich näher. Also die nächste Brücke aufgesucht. Beim Bahnhof Bischleben. Hier waren wir nur noch zu dritt. Der junge Jogger und ein Rennradfahrer der noch nach Arnstadt wollte. Aber der Regenradar zeigte schon wieder düstere Wolken an.

Im Gewitter fuhr ich zu Brücke Nr. 3. Versuch(ung) Nr. 2. Ein Anruf zu Hause mit der Bitte mich mit dem Auto abzuholen. Meine Frau machte sich auch gleich auf den Weg. Nach 10 min klingelte mein Handy. Sie kommt nicht durch. In Ingersleben war die Straße wegen Überschwemmung gesperrt. Nun gab es keine Hoffnung mehr ;-) Ich musste nach Hause radeln.

Und siehe da, das Gewitter war weg. Bei leichtem Nieselregen fuhr ich entspannt nach Hause. Es war fast noch eine idyllische Abendstimmung. In Neudietendorf wurde ich von ein paar Einwohnern mit "Die arme Sau" begrüßt. Wenn die wüßten, wie schön Radfahren sein kann und v. a. dass ich ohne Rad gar nicht Neudietendorf gekommen wäre.

Zu Hause angekommen habe ich schnell das Rad sauber gemacht, dann die Radsachen in die Waschmaschine geschmissen und warm geduscht. Nach zwei Stunden für 15 km habe ich mir auch ein alkoholfreies Hefeweizen verdient. Und besseres Wetter allemal.

ImageImageImageImageImage

Share: Facebook | Twitter