Natura 2000, wir müssen reden! FFH-Suche, Tag 6

Image Written on 09.06.2021 by Thilo Braun
Team: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipality: Erfurt

Vorgestern, am Montag, war ich in Cospeda, einem Vorort von Jena, dessen Bewohner über dem gemeinen Volk wohnen. Der Weg hinauf ist entsprechend steil, und ich musste längere Zeit schieben. Was auch daran liegt, dass die kürzeste Übersetzung meiner Rohloff Schaltnabe nicht so kurz ist wie bei Kettenschaltungen von Mountainbikes.
Oben angekommen habe ich mir die Dorfkirche angesehen, ein FFH-Objekt, das - welch eine Überraschung - Fledermäuse beherbergt.
Anschließend bin ich dem Napoleon-Weg gefolgt über Apolda, Bad Sulza bis Naumburg/Saale (de facto endet er mittendrin irgendwo), wo ich den Zug genommen habe, um wieder nach Erfurt zu kommen.

Lange Haare, kurz geschnitten, nicht unerhebliche Teile meines Weges führten in der Tat erneut durch FFH-Gebiet, ohne dass es den geringsten Hinweis darauf oder auf Natura 2000 gab.
Jetzt bin ich kein Experte, aber kann es sein, dass es da marketingtechnisch ein gradezu erstaunliches Maß an Optimierungspotenzial gibt? Wenn Ihr also nächstes Jahr die Challenge durchführen wollt, um Natura 2000 einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, schlage ich vor, umfangreiche flankierende Maßnahmen einzuleiten.

Dann habe ich mir die Karten im Internet angesehen, auch die interaktiven.
https://natura2000.eea.europa.eu/
https://geodienste.bfn.de/schutzgebiete?lang=de
http://www.geoproxy.geoportal-th.de/geoclient/control
https://natura2000.thueringen.de/fileadmin/00_tlubn/Naturschutz/Bilder/9_natura2000/__k_natura-2000-gebiete_a0.jpg
Im Ernst, das ist es, womit Ihr bei Ottilie-Normal-Interessierten im nächsten Jahr punkten wollt?
Klar, die Karten sind Klasse für Wissenschaftler oder mit dem Thema befasste Verwaltungsangehörige. Aber für Leute wie mich? Keine Chance!
Ich würde mir zum Beispiel wünschen, dass ich bei einem FFH-Gebiet sofort ermitteln kann, welche Arten oder Lebensgemeinschaften es schützen soll, damit ich weiß, wonach ich Ausschau halten kann, wenn ich dort bin. Was dort erlaubt ist, und was nicht.
Selbst wenn ich versuchen will, nach Species auf https://natura2000.eea.europa.eu/ zu suchen, muss ich den lateinischen Namen wissen. OK, kann ich auf Wikipedia nachschlagen, ist aber doch recht umständlich.
Und erwartet Ihr allen Ernstes, dass Normalbürger*innen mit der Kleckselkarte aus dem letzten Bild etwas anfangen können?
Natura 2000, wir müssen dringend reden!

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