Ein Fazit: Wie gelingt der Umstieg?

Image Written on 13.06.2021 by Marco de Matteis
Team: SoLaWi Eigenkraut
Municipality: Schwerte im Kreis Unna

Zunächst mal: Das Stadtradeln ist vorbei...und ich vermisse es total! Gerne hätte ich mehr gebloggt aber ich hatte einfach keine Zeit. Ich war dann doch lieber im Sattel.
Das Auto stehen zu lassen war KEIN Verzicht, sondern ein Gewinn! Manchmal anstrengend, manchmal herausfordernd aber es hat mich immer mit GenugtuungE erfüllt, wenn ich am Abend meine 40km Tagesleistung auf dem Zettel hatte.
Wenn man das Fahrrad für die alltäglichen Fahrten einsetzten möchte ist es von Vorteil, zu wissen, wie schnell man denn unterwegs ist mit dem Fahrrrad, d.h. wie viel Zeit benötige ich den eigentlich mit dem Rad bis zum Ziel, wenn ich nur 15-20 km/h schaffe und ich Gegenwind habe und es regnet. Was brauche ich an Kleidung, um auch bei Regen fahren zu können? Wie lange dauert das ganze Gerödel (Sachen zusammenpacken am Vorabend, die regendurchnässten Klamotten im Büro ausziehen...)?
Und ganz Wichtig: Welche Routen nehme ich um heile anzukommen.
Wir haben nämlich ein Problem in Schwerte - die Gegend ist zwar mega, wenn es darum geht touristische Fahrten mit dem Fahrrad zu unternehmen aber Lebensgefährlich, sobald ich mich in den Straßenverkehr wage. Das Rad als Verkehrsmittel ist in den Köpfen der Entscheider nicht angekommen und wird von einer Minderheit der Autofahrer regelrecht bekämpft. Beliebt ist z.B. vor einem reinzuziehen und den Schutzstreifen auf dem man sich befindet zu blockieren, Kurven zu schneiden, Sicherheitsabstände nicht einzuhalten und Radwege zuzuparken. Ärgerlich sind auch verkehrstechnische Anlagen, die eigentlich für den Radverkehr eine Erleichterung sein soll, wie z.B. die Kreisverkehre auf der Hagener Str. aber den Radfahrer nur von der Straße holen, abbremsen und dann ganz alleine lassen, weil es hinter dem Kreisvererkehr keinen Radweg mehr gibt - an einer Stelle müsste der Radfahrer sogar absteigen und schieben. Da bleibe ich doch lieber auf der Straße, komme zügig voran und werde von den Autofahrern wahrgenommen.

Angenehme und sichere Radinfrastruktur sieht anders aus!!!

Aber der Umstieg kann Euch gelingen. Man muss sich halt Kilometer für Kilometer reinfuxen. Erstmall in der Freizeit häufiger fahren, den einen oder anderen Einkauf mit dem Rad erledigen. Und seine Erfahrungen machen und irgendwann, wenn man seine Ausrüstung zusammen hat und die Waden straff sind, kann man dann auch mit dem Rad pendeln und irgendwann kommt der Tag, wo dir der Gedanke kommt - wenn ich jetzt nicht bald mal das Auto bewege, springt der Motor nicht mehr an.

In den drei Wochen habe ich 800km mit dem Rad zurückgelegt.
Davon ca. 260km Arbeitsweg,
80km für Einkäufe (Ich habe den alten Kinderanhänger reaktiviert für die größeren Dinge, wie Bier- und Wasserkisten. -- ging ganz gut)
60km Bringdienste/Besuch Papa mit Lastenanhänger - nach Dortmund geht mit Lastenanhänger z.Z. weil man über einen gesperrten Teil der B236 fahren kann. Unter Normalbedingungen ist radfahren von Schwerte nach Dortmund von den Planern nicht erwünscht!
60km Verwandtenbesuch in Brambauer.
Da kommen schon ein paar Kilogramm echte CO²-Ersparnis zusammen.

Und im nächsten Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei.

Bis dahin

Marco

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