DingDong, Grunz, T'schuldigung

Image Written on 18.06.2021 by Manuel Steidel
Team: Bündnis 90 Die Grünen
Municipality: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

Ohne jeden Zweifel sind selbst die gut ausgebauten Radrouten in unserer Umgebung meist viel zu schmal, um eine leistungsfähige Radinfrastruktur zu bieten.
Die meisten Radwege innerorts sind gemischt mit Fußverkehr und so kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Radfahrer:innen und Fußgänger:innen. Das Gleiche auf den Feldwegen.

Nehmen wir als Beispiel den noch besten, beziehungsweise einzigen, baulich vom Autoverkehr getrennten Radweg, den wir in Rauenberg haben: Von Wiesloch kommend entlang der alten "Entenmörder"-Strecke bis nach Mühlhausen.

Meist sind die Wege so schmal, dass man nur im Idealfall nebeneinander fahren kann und im Regelfall hintereinander fährt, um Gegenverkehr, Spaziergänger:innen und Hunden auszuweichen. Nur um es deutlich zu machen: Das Problem sind nicht die Anderen, sondern die ungenügend breiten Wege!

Funfact am Rande: Dieser Radweg ist laut Beschilderung teilweise nicht einmal ein Radweg!
¯_(ツ)_/¯

Das nimmt einem doch deutlich den Fahrspaß auf dem Rad. Denn man möchte sich mit anderen auch unterhalten können und daher nebeneinander fahren. Nichts anderes ermöglichen wir im Übrigen dem Autoverkehr: Hier sitzt man auch nebeneinander, und redet miteinander. Wieso ist es also nicht möglich, die gleichen Rahmenbedingungen auch dem Rad- und Fußverkehr zu bieten und damit deutlich attraktiver zu gestalten? Zumal ein Radschnellweg deutlich günstiger zu haben ist als Autostraßen.

Natürlich können wir nicht überall extra-breite Super-Duper-Radschnellwege für jede Fahrtrichtung zur Verfügung stellen. Aber auf den wichtigsten Routen sollten wir das niederländische Vorbild nachahmen. Macht Euch mal den Spaß und schaut auf Google Maps irgendeine Stadt oder Gemeinde in den Niederlanden an. Vollkommen egal welche. Ab einer gewissen Gemeindegröße werdet Ihr auf den Hauptstraßen separate, rot gefärbte, Radwege vorfinden oder, wo kein Platz dafür ist, wird der Autoverkehr durch bauliche Maßnahmen verlangsamt.

So bleibt uns kurzfristig nur, die schmalen Wege miteinander zu teilen, so gut es geht. Dabei beobachte ich drei Varianten, wie man sich den anderen ankündigt, damit diese einem Platz machen:

Die unhöflichste Form ist, das gegrunzte "EY!": Erfüllt zumeist sein Zweck, damit Platz gemacht wird, lässt die Stimmung aber auf allen Seiten in den Keller rauschen.

Die häufigste Variante ist hingegen das simple Klingeln: Es ist schnell ausgeführt und scheint gesellschaftlich akzeptiert zu sein. Für diejenigen, die angeklingelt werden, ist es aber zumeist im ersten Moment ein Schreck und sie springen auf die Seite. Manchen Radfahrer:innen ist das bewusst und verzichten dann vollständig auf eine rechtzeitige Ankündigung. Das ist natürlich die schlechteste Wahl.

Meine bevorzugte Variante: Ich rufe ein freundliches "T'schuldigung" voraus und beim Passieren ein "Danke" oder "Guten Tag" hinterher. Man erntet in aller Regel auch einen freundlichen Gruß und ein Lächeln. Wir sollten doch den Vorteil nutzen, miteinander zu reden, wenn nicht 2Tonnen Blech um uns herum die Kommunikation mit unseren Mitmenschen verhindert, oder?

Ich würde meinen: So kommen wir gemeinsam besser durch den Tag und an das Ziel :)

Im diesen Sinne wünsche ich Euch einen schönen Radfahr-Tag!

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