...doch lieber zurück radeln?

Image Written on 22.08.2021 by Zara Freudenberg
Team: Die Barracudas der Liebe
Municipality: Sea-Watch e.V. - Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen

Unser letzter Tag. Wir wachen auf weil Wiebke uns zum Frühstück weckt. Kaffe ist schon serviert, aber auch frisches Obst, Käse und Brot werden kredenzt. Kurz danach muss Wiebke schon wieder los, doch wir dürfen uns so lange Zeit lassen wie wir brauchen, also fahren wir eh nicht vor 12 Uhr los. In Delft besuchen wir noch einen Verwandten von Luc. Auch hier bekommen wir erneut Frühstück- davon kann man ja eh nicht genug haben. Um 16 Uhr fährt unser Zug aus den Haag ab nach Hannover. Für unsere Fahrräder war es leider nicht möglich Tickets online zu buchen. Die Hotline die dir die Tickets verkaufen kann war leider wegen des baldigen Streiks überfordert oder sonstwie nicht erreichbar. Alternativ kann man Fahrradtickets wohl auch am Deutsche Bahn Schalter kaufen, doch das bringt dir natürlich wenig wenn du in Holland bist, wo es nur NS Verkaufsstellen gibt. Wir haben uns also Fahrradkarten für den holländischen Teil der Reise besorgt und wollten die deutschen Tickets dann beim Schaffner in Deutschland nachlösen. Als wir dann in Zwolle in unseren deutschen IC einstiegen, kam der Schaffner direkt und war außer sich dass wir keine Fahrradtickets hatten. Es wäre gegen die Regeln und er hat keinen Bock auf uns "Troublemaker", während wir ihm lediglich unsere Situation näherbringen wollten. Er wollte jedoch direkt die Polizei rufen, da wir für Verspätung seines Zuges sorgen und dafür bezahlen müssen. Trotz Schock und Empörung unsererseits, und unseren Zug-gebundenen Tickets, sind wir mit unseren Fahrrädern auf den Bahngleis, als die Bahnhofspolizei auftauchte. Die beiden Frauen waren ähnlich irritiert von dem Verhalten des Schaffners wie wir und wunderten sich wieso er uns nicht einfach Fahrradtickets verkauft hat. Immerhin hatten wir ja auch Tickets für uns als Personen besorgt. Der Zug war jedoch wortwörtlich abgefahren, insofern brauchten wir einen Alternativplan. Wir sollten stattdessen mit den Regiozügen nach Deutschland einreisen. Hier kann man sich Fahrradtickets in Automaten im Zug kaufen und wir haben ja ein Zugticket für einen teureren Zug, das sollte also hinkommen. Das Bahnhofspersonal meinte wir sollten den Kontrolleuren einfach unsere Geschichte erzählen und dann würden die uns schon ohne gültiges Ticket fahren lassen. Zur Sicherheit haben wir sogar ein Zettelchen von ihr geschrieben bekommen um unsere Geschichte durch sie verifizieren lassen zu können.
Dazu ist es glücklicherweise nicht gekommen. In den nächsten Zügen haben Luc und ich jedem Kontrolleur die Geschichte von unserer Odyssee mit der versuchten Bestellung der Fahrradtickets, sowie von der Begegnung mit dem überraschend aggressiven Schaffner erzählt- und wurden jedes Mal durchgewunken. Schlussendlich sind wir knapp zwei Stunden später als geplant angekommen, dafür haben wir an vielen Orten angehalten, durch die wir auf dem Hinweg mit dem Fahrrad durch sind. Unglaublich dass wir gerade über eine Woche Fahrrad gefahren sind um einen Ort zu erreichen, der nur gut 5 Stunden Zugfahrt entfernt ist.
Unsere Fahrradfahrt ist nun so richtig vorbei, Zuhause erwarten uns warme Duschen und weiche, trockene Betten. Ich kann's kaum erwarten Mal wieder richtig entspannt zu schlafen...

Nur unser Spendenziel ist noch nicht erreicht! Spendet gern, reichlich und viel! Oder wenig und/oder ungern, das geht auch!:)
https://sea-watch.org/spenden/ride4rescue/?cfd=2g61f

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