Stadtradeln 14. Tag: Gefährdungsstreifen

Image Written on 10.09.2021 by Nikolaj Krieg
Team: DIE GRÜNEN Hagen
Municipality: Hagen

Heute hab ich mal frei gemacht – ich wollte endlich mal wieder eine sportliche Runde drehen. Die Runde hat (wie man sieht) sehr schöne Abschnitte und man kann die Ruhe und die deutlich bessere Luft wirklich genießen. Nur hinkommen muss man erstmal - ohne Auto natürlich!

Da ich keine Lust auf Drängelgitter habe fahre ich auf den Schutzstreifchen entlang der L700 in Richtung Gevelsberg, biege dort nach Norden ab und kurbele mich nach Sprockhövel herauf.

Man kann es drehen und wenden wie man will – die Hagener Schutzstreifen sind wirklich grottenschlecht und eine systematische Gefährdung von Radfahrenden. Sie sind einfach zu schmal und im Alltagsverkehr orientieren sich die Kraftfahrenden an der gestrichelten Linie und kommen bedrohlich nahe. Mein heutiges Fazit zu diesen Streifchen:

Wo es geht sollte man vermeiden dort lang zu fahren – ich war heute vielleicht 4 km dort unterwegs und wurde u. A. extrem eng von einem Sattelschlepper überholt und auf dem Rückweg von einem SUV, welches immer weiter nach rechts AUF den Schutzstreifen schlingerte abgedrängt. Ich bin wirklich Einiges gewohnt – aber das ist definitiv zu viel. Das kann man niemandem zumuten. Ich erinnere mich an den PopUp-Radstreifen im letzten Jahr. Der war zwar nicht perfekt – aber er hätte mir heute einiges Adrenalin gespart. Das Schlimmste ist, dass die Lokalpolitik – allen voran die Hasper SPD - sich jeder Lösung dieses Problems in den Weg stellt. Ich wollte mal mit dem damaligen Bezirksbürgermeister, der für die vorzeitige Entfernung des PopUp-Streifens sorgte, gemeinsam dort lang fahren – um ihn mal etwas Schutzstreifenfeeling spüren zu lassen:

Er hat kurz vorher abgesagt.

Wenn es dann doch nicht anders geht und man doch einen Hagener “Gefährdungsstreifen“ benutzen muss, mein Rat:

Fahrt NICHT in der Mitte und auch
NICHT am rechten Rand (DEN sollte man nicht nur beim Radfahren meiden ;-))
SONDERN auf der linken Kante des Schutzstreifens.

Fahrzeuge von hinten werden in der Regel entweder hinter Euch bleiben oder einen ordentlichen Überholvorgang (mit Spurwechsel) durchführen. Man hat einfach keine Reserven uzm Ausweichen wenn man mittig oder sogar rechts fährt – außerdem bietet jede unachtsam geöffnete Autotür große Chancen auf einen Krankenhausaufenthalt.

Mir ist heute nur noch nach sicherem Radfahren – daher werde ich mal schauen was heute bei der Critical Mass so los ist. Beim „Schwarm-Radfahren“ nach §27 StVo habe ich noch nie Gefahr gespürt – nicht einmal auf oder neben Schutzstreifen.

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