Resumé - ohne Auto 1000 Kilometer zurückgelegt

Image Written on 22.09.2021 by Lara-Luna Wojtkowiak
Team: Fahrradi
Municipality: Berlin

Woche 3: 22.09.2021,15:00

Ich hatte die Ehre das Stadtradelnjahr 2021 als Stadtradeln-Star zu begleiten.
Dabei sah ich kein einziges Mal ein Auto von innen und berichtete im Blog von Erlebnissen und Eindrücken, die ich auf dem Fahrrad in den 21 Tagen gesammelt habe.

Habe ich das Auto vermisst?
Nein. Ich erneut gemerkt, dass Wege zur Arbeit oder zu Freizeitaktivitäten easy mit dem Fahrrad zu bewältigen sind. Selbst bei Regen macht es mir überhaupt nichts aus, mich aufs Rad zu schwingen, da ich gut mit Regenkleidung, Helm und Lichtern ausgestattet bin. Durch die viele Bewegung und die frische Luft fühle ich mich wacher, fitter und wohler. Meine Orientierung in Berlin wird stetig besser. Setzt man sich in die U-Bahn hab ich oft das Gefühl einfach irgendwo ausgespuckt zu werden. Auf dem Fahrrad hingegen, lerne ich, Orte zu verknüpfen und Berlin mehr und mehr zu verstehen.
Zudem habe ich eh kein eigenes Auto und leihe mir für Ausnahmen das meiner Eltern. In dem Stadtradeln-Zeitraum, kam es lediglich zu einer Situation, in der ich anders denken musste als sonst: Ich spiele Schlagzeug in meiner Band „Lane of Lion“. Letzten Sonntag hatten wir ein Konzert auf dem Umweltfestival Berlin (wo auch die ADFC-Kreisfahrt mündete), bei dem ich mein Drumset mitbringen musste. Nun stellte sich mir die Frage, wie ich dieses Riesenteil zur Konzertlocation bekomme, ohne es selbst im Auto zu transportieren. Die kurzfristige Lösung war dann, dass meine Bandmitglieder unser gesamtes Equipment in einem Hybrid-Familienwagen gefahren haben und ich zeitgleich mit dem Fahrrad dorthin gekommen bin. Da sehe ich auf jeden Fall noch Luft nach oben, eine bessere Lösung zu finden. Ein großes Lasten-Anhänger-Rad mit E-Antrieb vielleicht? Oder ein Elektroauto? Da ist die Forschung ja zum Glück schon dran, Herstellung und Batterie klimaneutral zu machen. Alles natürlich sehr kostspielig, aber worein lohnt es sich mehr zu investieren, als in die eigene Zukunft und die der folgenden Generationen.!

Sowohl in meinem Tanzverein, meiner Schauspielschule als auch in der Familie und unter Freunden bin ich bekannt als „die, die mit dem Fahrrad kommt“. Und fuck yeah, ich liebe es. Ich genieße es, darauf angesprochen zu werden, weil es etwas ist, auf das ich stolz bin. Neben dem immer guten Gewissen der Umwelt und mir gegenüber, finde ich, dass Fahrrad fahren auch einfach cool aussieht. Schöne Fahrräder machen mir Spaß. Fahrradfahrende Leute finde ich attraktiv und sind mir sehr sympathisch.
In meinem Team sind zwei Familien mit Babys und Kleinkindern. Die sind problemlos auf unsere Fahrradtouren mitgekommen. Die Kinder wurden einfach vorne ins passende Lastenrad gesetzt, wo sie ganz entspannt schlafen oder beobachten konnten. Diese Freunde von mir nehme ich mir als Vorbild. Später, wenn ich eigene Kinder habe, möchte ich auch so mit meiner Familie unterwegs sein. Und sobald die Kids groß genug sind, alleine in die Pedalen zu treten, freuen wir uns umso mehr über sichere Fahrradwege: schön breit, gut abgegrenzt zur Fahrbahn der Autos, glatt geteert, sichtbare und eindeutige Straßenüberwege, keine Möglichkeit für Autos, den Weg zu blockieren…

Hier kommen jetzt ein paar konkrete Stellen in meinem Umkreis, die mir aufgefallen sind und zeitnah einen Ausbau benötigen:

  • Fahrradweg auf der Hermannstraße in Neukölln!!!!!!!!!! (Jedesmal lebensgefährlich)
  • Das gleiche für die Geradestraße.
  • Hubbel durch Baumwurzeln und Schlaglöcher auf Fahrradwegen wie bspw. in der Rudower Straße ausgleichen oder neuen, ebenen Radweg auf der Straße statt auf dem Fußgängerweg errichten.

  • Alles in Allem: Ich hatte wieder meinen Spaß am Stadtradeln und freue mich über jede*n einzelne*n, der ebenfalls ein Teil davon war. Zusammen können wir viel bewirken. :)

    — Lara-Luna

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