Radtour und Alltagsleben mit dem Rad – Fazit

Written on 01.10.2021 by Gerda Kauzmann
Team: Erbach radelt
Municipality: Eltville am Rhein

Malerisch liegt der für die ehemalige Landesgartenschau angelegte, durchgehende Radweg im Remstal am gleichnamigen Flüsschen. An Streuobstwiesen mit altem Baumbestand, Feldern und Auen fährt man Richtung Schwäbisch Gmünd.
Eine ehemalige Eisenbahnstrecke, mit Start in Schwäbisch Gmünd, wurde als Radweg ausgebaut. Mit geringer Steigung fährt man stetig bergauf, was auch mit einem „Muskel-Bike“ gut zu schaffen ist. Herrliche grüne Ausblicke bieten sich bei jeder geschwungenen Kurve auf die vor einem liegende Schwäbische Alb. Die Kaiserberge Rechberg, Hohenstaufen und Stuifen liegen malerisch am Weg und bieten viele Motive für Erinnerungsfotos. Trotz des idealen Wetters sind nicht viele Radler unterwegs. Gemütliche Biergärten, Cafés und Ausflugslokälchen liegen an der Strecke, so dass für jede Pause und jeden Geschmack etwas dabei ist.
Nach zwei Dritteln der Strecke kommt man zum höchst gelegenen Punkt. Von hier aus geht es über die normale Straße wieder zurück ins Remstal. Mit einigen engen Kurven fährt man in hohem Tempo die Straße durch den Wald bergab, dass man dafür schon intakte Bremsen braucht! Aber nach dem langen, stetigen Anstieg ist dies die entsprechende Belohnung für alle Mühen.
Im Remstal angekommen, geht es den gleichen Radweg, der nun zum Ende der Tour flussabwärts führt, wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Eine naturnahe, ganztägige Radtour, auf über 60 km Strecke, mit tollen Ausblicken auf Landschaft und Kultur und das bei radfreundlichem Wetter, findet so ihr erfülltes Ende.

Das war ein sehr schönes „Urlaubserlebnis“. Dem folgt ein paar Tage später wieder das Alltagsleben, ausschließlich mit dem Rad, zu Hause.
Nach den freien Tagen muss jetzt der Wocheneinkauf getätigt werden. Die eingekauften Lebensmittel für eine große Familie sind nur mit dem Rad, mit Rucksack und Körben, kaum zu bewältigen. Mehrmaliges Einkaufen ist da angesagt. Auch der Garten muss jetzt wieder gepflegt werden. Doch wie kann ich drei große Grünabfallsäcke mit dem Rad transportieren? Auch ein Lastenrad wäre da kaum ausreichend.

Bei einem weiteren Termin am frühen Morgen, den ich mit dem Rad wahrnehme, werde ich in Erbach Richtung Eltville, in der engen 30er-Zone, von einem Auto mit geschätzten 80 km/h überholt, denn der Gegenverkehr war ja schon ziemlich nahe. Man wollte wahrscheinlich im morgendlichen Stress nicht die lange, gerade Strecke hinter mir herfahren, wobei ich zügig unterwegs war. Der Abstand war dabei nicht ausreichend, so dass ich etwas erschreckt meine Tour weiter strampelte.
Leider gibt es an dieser Stelle keinen sicheren Radweg!

An einem der folgenden Tage hatte ich wieder einen Termin, doch leider war das Wetter etwas ungünstig, so dass ich halb nass am Ziel ankam.

Mein Fazit zum Stadtradeln:

Ich nutze für alle kurzen Strecken, schon seit vielen Jahren, mein Rad. Auch Radtouren gehören mit zu meinem sportlichen Engagement. Deshalb habe ich auch das Stadtradeln unterstützt und werde dies auch weiterhin tun. Manche Fahrten muss man aber, aus den unterschiedlichsten Gründen, auch mit dem Auto machen dürfen. Das ist mir in diesen drei abstinenten Wochen aufgefallen. Aber so lange sich das im Rahmen hält, ist das sicher vertretbar.

Dabei finde ich, sollte das Ziel von Stadtradeln weniger sein, dass bereits viel Radelnde durch Sonderfahrten noch mehr Kilometer schaffen. Wichtiger wäre doch, Nicht-Radler/innen für Alltags-Gelegenheiten zum Radeln zu bringen. Wenn jeder sein Rad griff- und fahrbereit in der Garage stehen hat, dann ist der Weg, es regelmäßig zu nutzen, nicht mehr weit.
Wir sollten unsere Mitmenschen nicht nur für diese drei Wochen, sondern das ganze Jahr über, vom Radeln überzeugen, Gelegenheiten schaffen und dies gemeinsam umsetzen. Dies fördert dann nicht nur die Gesundheit der Umwelt, sondern auch unsere eigene.

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