Blog VEDETTE EN SELLE : Anna Hofmann


STADTRADELN 2021 Oberhausen: Im Fahrradsattel bis kurz vor 12

Image Ecrit le 30.05.2021 de Anna Hofmann
Equipe: Fraunhofer UMSICHT
Municipalité: Oberhausen

Mit dem Sturz vom Ende der 2. STADTRADELN Woche in den Knochen, stand am Samstag zuerst die Reparatur von Rubbish Bike an, um wieder mobil zu sein. Ohne Auto ist mein Fahrrad mein einziges Fortbewegungsmittel, wenn ich nicht auf den ÖPNV zurückgreifen möchte.

Bei der Probefahrt stellte ich dann glücklich fest, dass ich wieder schmerzfrei radeln kann und machte spontan eine Radtour mit meinem vintage Rennrad über den RS1 nach Mühlheim und zurück über den Ruhrtalradweg. Dank des wechselhaften und regnerischen Wetters war hier quasi nix los. Die Natur und auch ich konnten aufatmen. Die Bäume, Sträucher und Felder erstrahlen in frischem, sattem Grün.

Ab Sonntag griff ich dann mein ursprüngliches Ziel in den drei STADTRADELN Wochen mindesten 1.000 km zu fahren, und damit meine persönliche Leistung vom Vorjahr zu toppen, wieder auf.
So ging meine längste Fahrradtour am Pfingstsonntag über den RS1 nach Duisburg zum Rhein und an diesem entlang nach Wesel, um dort die rund 40 km lange Strecke bis nach Haltern am See zu erkunden. „Diese ehemalige Bahntrasse gehörte zur Hamburg-Venloer Bahn, einer überregionalen historischen Bahnverbindung in Nordwestdeutschland, die Teil des transkontinentalen Eisenbahnprojektes „Paris-Hamburger-Bahn“ war“. Die Trasse bietet einige Highlights, zum Beispiel Niederrhein Wasserbüffel und die Möglichkeit Vögel auf den Nasswiesen zu beobachten.

Einziges Manko an diesem Tag: die fehlende Verbindung des Radschnellweges RS1 von Mühlheim bis nach Duisburg. In Speldorf ist hier aktuell noch Endstation (siehe Foto) und erst ab Frühjahr 2022 mit dem Beginn der Bauarbeiten für den RS1 durch Duisburg zu rechnen.

In der Arbeitswoche standen dann durchschnittlich 75 km pro Tag auf dem Plan. Eine Herausforderung in der regen- und unwetterreichsten Woche des Events, neben einer Vollzeitstelle und ohne hightech Rennrad. Aber oft lohnte es sich den inneren Schweinehund zu überwinden und sich vom HomeOffice-Schreibtisch loszumachen. Wenn ich erstmal im Sattel saß, wurden es dann doch meist mehr Kilometer und erst die einbrechende Dunkelheit trieb mich nach Hause. Glücklich, ausgepowert und zufrieden. Auch meinen Mitbewohner konnte ich das ein oder andere mal mitreißen.

Damit endet das STADTRADELN 2021 Oberhausen für mich am Freitag im übertragenden Sinne um kurz vor 12. Mit rund 1014 km auf dem Tacho und über 500 km in einer Woche - Geschafft, schön wars!

Mein Fazit: Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude nachhaltig Rad zu fahren!

ImageImageImageImageImageImage

Partager: Facebook | Twitter

Pünktlich zum Schietwedder: Ein Fahrrad-Upgrade und ein Sturz

Image Ecrit le 28.05.2021 de Anna Hofmann
Equipe: Fraunhofer UMSICHT
Municipalité: Oberhausen

So gerne ich auch mit "Rubbish-Bike" durchs Ruhrgebiet heize, zwei Dinge habe ich bisher immer vermisst: Vernünftige Schutzbleche und einen Gepäckträger für meine Ortlieb Fahrradtasche vom STADTRADELN 2020.

Daher stand zu Beginn der zweiten STADTRADELN Woche ein Fahrrad-Upgrade an. Von meinem Mitbewohner habe ich "neue" alte Schutzbleche bekommen und der Gepäckträger war ein Leftover meines vorherigen Bikes. Jetzt komme ich nicht nur trocken und schlammfrei zur Arbeit (wenn es nicht gerade so von oben pladdert, wie nahezu die gesamte Woche), sondern auch ohne das Gewicht von Büchern, Laptop & Co auf meinem Rücken.

Beim wöchentlichen "Wartungsprogramm" (...ok, ich gebe zu ich mache das seltener, als ich sollte), habe ich dann entdeckt, dass zumindest 3 Speichen verbogen sind und ausgetauscht werden sollten. Auch ein Zentrierständer kann da nicht mehr viel ausrichten.

Bei der Tretobratze in Essen bekam ich nicht nur problemlos die nötigen Teile, sondern auch ein großes Kompliment für das Design von "Rubbish-Bike". Das sehe ja fast aus wie ein Original des japanischen Fahrradherstellers Kuwahara. Und gleich darauf sprudelte das Fachwissen über die Geschichte der Marke und die japanische Fahrradkultur nur so aus dem herzlichen Verkäufer heraus. International bekannt wurde die Marke übrigens durch den Film E.T.
Als ich den Laden überaus zufrieden wieder verließ, schoss mir der Satz „Support Your Local Shop“ mehrfach durch den Kopf! Es lohnt sich!
https://www.facebook.com/Tretobratze-166147630206267/

Leider endete die Woche weniger schön, als sie begonnen hatte.
Ich genoss die schnelle Fahrt mit der verbesserten Version von „Rubbish-Bike“ so sehr, dass es mich im Übereifer am Donnerstagabend dann leider hingehauen hat. Beim Umfahren einer Baustelle am Baldeneysee war der Boden rutschiger als gedacht und ich schlug hin. Mit verbogenem Lenker und starken Prellungen entlang meiner linken Körperhälfte machte ich mich in Zeitlupe auf den Weg nach Hause. Nur um dort festzustellen, dass der Vorbau meines Lenkers einen feinen Haarriss abbekommen hatte. Prompt viel dieser beim Abschrauben komplett zu zwei Teilen auseinander.

Statt also das Pfingstwochenende mit langen Radtouren zu verbringen, werd ich mich auskurieren und „Rubbish“ reparieren müssen. Bleibt nur zu hoffen, dass ich nächste Woche wieder in die Pedale treten und zum Institut radeln kann. #nocar #bikehelmet #supportyourlocal

ImageImageImage

Partager: Facebook | Twitter

Une belle balade dans la région de la Ruhr

Image Ecrit le 16.05.2021 de Anna Hofmann
Equipe: Fraunhofer UMSICHT
Municipalité: Oberhausen

Die erste Woche von STADTRADELN 2021 Oberhausen stand ganz im Zeichen der Erkundung des Ruhrgebiets. Neben dem coronabedingt nicht mehr ganz täglichen Weg zur Arbeit, habe ich vor allem lange Radtouren zu grünen Erholungsgebieten der Region unternommen. Das lange Wochenende um Himmelfahrt bot eine ideale Gelegenheit dazu. So ging es beispielsweise zweimal zum Kemnader See, dem jüngsten der sechs Ruhrstauseen und über Bochum, Gelsenkirchen und Zeche Zollverein zurück nach Essen. Ein weiteres Highlight war ein Ausflug mit dem Designer von „Rubbish Bike“ zur Sechs-Seen-Platte in Duisburg. Für eine Erfrischung sorgte die Bier Bude Duisburg, ein Craft Bier Shop & Bierlokal mit über 150 wechselnden, besonderen Biersorten. Am Ende der Woche standen so rund 350 km auf dem Tacho.

ImageImage

Partager: Facebook | Twitter

Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, nachhaltig Rad zu fahren!

Image Ecrit le 26.04.2021 de Anna Hofmann
Equipe: Fraunhofer UMSICHT
Municipalité: Oberhausen

Mit dem Frühling beginnt für mich persönlich nicht nur die schönste Radfahrzeit des Jahres, sondern auch eine neue Runde als STADTRADELN-Star Oberhausen.

Bereits in 2020 habe ich mich dafür stark gemacht, dass Secondhand-Räder aus älteren Semestern mindestens genauso gut funktionieren, wie ihre modernen Nachfolger mit und auch ohne E-Antrieb. Die Nachhaltigkeit steht für mich im Vordergrund!

Dieses Jahr setze ich auf ein „neues“ altes Rad. Aus einem Alurahmen vom Sperrmüll und recycelten Einzelteilen ist mit Farbresten und viel Liebe zum Detail „Rubbish Bike“ entstanden. Das Resultat kann sich sehen lassen, finde ich und bereitet mir täglich viel Freude beim Radeln.

Als STADTRADELN-Star möchte ich euch an dieser Freude teilhaben lassen und werde die nächsten 3 Wochen in kurzen Blockbeiträgen für euch dokumentieren. Ob den Weg zur Arbeit zwischen Essen und Oberhausen oder Erkundungstouren im und um das Ruhrgebiet, ganz egal. Ich freu mich auf diese Zeit.

Bis dahin, fröhliches Radeln!
Anna Hofmann (28)

Partager: Facebook | Twitter

3 Wochen STADTRADELN-Star: Ein Résumé

Ecrit le 26.09.2020 de Anna Hofmann
Equipe: Fraunhofer UMSICHT
Municipalité: Oberhausen

Fern ab von den anfänglichen Schwierigkeiten als STADTRADELN-Star und der sich daraus ergebenden Pflicht auch auf die Mitbenutzung von Autos anderer zu verzichten, hat mir die Zeit als STADTRADELN-Star vor allem eins gebracht – jede Menge Spaß, Ortskenntnis und neue Kontakte!

Bei zumeist bestem Wetter bin ich in dieser Zeit nicht nur mit dem Rad zur Arbeit (Aktion mdRzA läuft noch bis 30.09.2020) unterwegs gewesen, sondern habe auch die zusätzliche Motivationsspritze genutzt, um intensiv mein neues zu Hause und die Region zu erkunden. Immer im Gepäck meine Secondhand-Fahrradtasche sowie Hänge- oder Isomatte für die gemütliche Pause zwischendurch, möglichst im Grünen.

So gingen viele meiner Tagestouren in die nahegelegenen Städte und Stadteile, wie bspw. Bochum, Mühlheim an der Ruhr, Hattingen, Duisburg Nord und Essen Kettwig. Dabei hat die Aktion auch dazu geführt, dass ich Freunde und Familie zum (vermehrten) Umstieg aufs Rad motivieren konnte. In bester Gesellschaft war ein gemeinsames Highlight auf jeden Fall der Besuch des Landschaftspark Duisburg Nord und die Führung im Hochofen 5 sowie eine 25 km lange Radtour für veganes Sushi nach Bochum.

Auch zeigte sich einmal mehr, dass Radfahren verbindet! Insbesondere zu Corona-Zeiten bietet sich so eine ideale Form des Kennenlernens für Zugezogene. Sei es durch Events wie den wöchentlichen Radler-Stammtisch in der Radmosphäre (Radler-Bistro in Essen-Altendorf) oder Smalltalk mit Gleichgesinnten während meiner Touren. Oft genug wurde ich beim Radeln bereits angesprochen, bevor ich selber wusste, dass ich mich gerade verfahren hatte. Das Ruhrgebiet überzeugt durch Hilfsbereitschaft und Offenheit der Radfahrenden!

Zudem haben mir die oft gut ausgebauten Radfernwege (RS 1, RuhrtalRadweg), Themenrouten (NaturRoute, TalRoute) und das Knotennetzsystem das Radfahren sehr entspannt gemacht. Innerstädtisch und auf den Hauptverkehrsadern der Stadt weist das Radwegenetz jedoch noch erhebliche Defizite in seiner Durchgängigkeit auf. Hier macht das Radfahren oft nicht nur keinen Spaß, sondern führt auch nahezu täglich zu mindestens einer gefährlichen Verkehrssituation. Dabei ist im innerstädtischen Bereich der Umstieg vom Auto aufs Fahrrad mit am wichtigsten.

Daran anschließend möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal auf die starke Umweltverschmutzung der Radwege und Städte im Raum Essen hinweisen. Nicht selten liegen die grünen Randstreifen oder Wege voll mit Plastik, Verpackungen, Zigarettenstummeln und (zerbrochenen) Glas- oder Plastikflaschen. Das gilt insbesondere in der näheren Umgebung von Abfallbehältern, Rastplätzen oder Take-Aways, wie bspw. dem mobilen Fahrrad-Café an der Zeche Zollverein Essen.

Oft sind die Müllbehälter nicht nur zu gering bemessen, auch die Entleerungsintervalle scheinen zu grob gewählt. Dies zeigt sich insbesondere auch auf meinem Weg zur Arbeit, wo ich werktäglich beobachten kann, wie sich die Müllberge um die Abfallbehälter über Tage weiter auftürmen.

So endet das STADTRADELN 2020 – Oberhausen für mein robustes Trekkingrad Europa trauriger Weise mit einem Platten am vorletzten Tag. Deshalb griff ich gestern trotz herbstlichem Wetter auf mein geliebtes 50-jähriges Rennrad Gitane zurück. Das Flicken steht heute bei der allwöchentlichen Fahrradwartung an.

Zusammenfassend lässt sich sagen, Radfahren in der Metropolregion Rhein-Ruhr hat Potenzial. Zwar wurde mit Pilotprojekten wie dem RS 1 und dem Knotennetzsystem schon einiges erreicht, bis zu einer „Fahrradcity“ ist es jedoch noch ein langer, steiniger Weg. But we’ll get there…Dank freier und politisch unabhängiger Bürgerinitiative wie dem RadEntscheid Essen, dem ADFC als bundesweit agierender Radfahrverband, aber auch dem Engagement jeder/jedes Einzelnen durch Aktionen wie die Critical Mass, mdRzA und natürlich auch STADTRADELN.

Wenn alle gemeinsam eine neue Begeisterung für das Zweirad entfachen, die vorhandenen positiven Tendenzen stärken und insgesamt die Radverkehrsnutzung steigern, macht dies weitere Anstrengungen in der Fahrradpolitik zwingend erforderlich: Für die Verbesserung der Radwege-Infrastruktur im Ruhrgebiet und für den Schutz unserer Umwelt!

In diesem Sinne: Danke an STADTRADELN 2020 – Es war mir eine Freude und bis zum nächsten Jahr! Am Ende stehen auf meinem persönlichen Kilometerzähler übrigens in Summe 634 km an 21-Radeltagen. Aber weil vor dem STADTRADELN nach dem STADTRADELN ist, werden ich schon spätestens Montag wieder im Fahrradsattel gen Arbeitsplatz sitzen.

https://www.waz.de/staedte/oberhausen/oberhausens-stadtradel-star-setzt-auf-ein-30-jahre-altes-rad-id230391584.html

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-ruhr/video-anna-hofmann-oberhausens-rad-influencerin--100.html

Weitere Informationen:
https://radentscheid-essen.de/
https://www.adfc-nrw.de/willkommen-beim-adfc-nrw.html
https://criticalmass.de/
https://www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de/bundesweit/index.php

Partager: Facebook | Twitter

Slalom um E-Scooter

Ecrit le 25.09.2020 de Anna Hofmann
Equipe: Fraunhofer UMSICHT
Municipalité: Oberhausen

Die seit Juni 2019 zugelassenen E-Scooter sollen als Autoersatz einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Vermarktet werden sie als das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel der Zukunft für Stadt und Land. Stichwort: Nachhaltige Mobilität. Doch die Realität sieht anders aus. Ein persönlicher Erfahrungsbericht.

Bereits während der ersten Tage in Essen fiel mir die (im Vergleich zu Bremen), deutlich erhöhte Anzahl von E-Scootern auf. Bequem düsen die Fahrer*innen damit „emissionsfrei“ von A nach B und missachten dabei nicht selten die Verkehrsregeln, fahren unerlaubt auf Gehwegen und sind wegen ihrer Unachtsamkeit oder Trunkenheit in Unfälle verwickelt. Ungenutzt stehen oder liegen die Roller dann (mit leerem Akku) überall, häufig achtlos hingeworfen, herum. Ob im Gebüsch, an Bushaltestellen, auf Fahrradstellplätzen, in Einfahrten oder Geh- sowie vor allm Fahrradwegen. Eine deutliche Ballung ist hierbei an hochfrequentierten Bus- und Tramhaltestellen sowie im Universitätsviertel erkennbar. Nicht selten müssen Fahradfahrende diesen dann ausweichen - dann heißt es: Slalom um E-Scooter.

Eine Auswahl der ärgerlichsten Slalom-Situationen aus gerade einmal 3 Tagen während des STADTRADELN-Events habe ich fotografisch festgehalten. Anfangs habe ich die E-Scooter daraufhin noch aus dem Weg geräumt…aber das Ausmaß war irgendwann zu hoch.

Einen fest zugewiesenen Platz haben diese elektronischen Zweiräder im Straßenverkehr demnach offensichtlich noch nicht. Von den öffentlichen Ladestationen mal abgesehen.

Zudem entsteht der Eindruck, dass hier keinerlei Substitution stattfindet. Die Nutzer*innen scheinen dieses Gadget mehr als Spielzug für Strecken zu nutzen, die vorher besser mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt wurden. Damit wird der E-Scooter zum „Add-on“. Statt Emissionen zu reduzieren, wird hier lediglich der umweltschädliche Lithiumabbau befeuert! Außerdem werden die Geräte zum Aufladen von sogenannten „Juicern“ eingesammelt, wobei wiederum Transporter mit Verbrennungsmotoren eingesetzt werden. So verursacht das Fahren der E-Scooter selbst zwar keine direkten Emissionen, jedoch kommen durch die Roller noch mehr Verbrenner-Fahrzeuge auf die Straßen oder werden zumindest verstärkt eingesetzt.

Dabei sollte doch grundsätzliches Ziel nachhaltiger Mobilität sein, die gesellschaftlich notwendige Mobilität möglichst umweltfreundlich zu gestalten. Und hierbei einerseits den Autoverkehr zu reduzieren und andererseits mehr Raum für Fahrradfahrende und Füßgänger*innen zu schaffen.

Stattdessen bringt diese „grüne“ Technologie leider Aussagen wie die folgende auf den Plan: „Jetzt, wo es E-Scooter gibt, wozu sollte ich da noch Fahrrad fahren?“

Dem Zitat entgegen bleibt zu hoffen, dass die Verkehrsexperten mit ihrer Prognose richtig liegen und die E-Scooter genauso schnell wieder von der Bildfläche verschwinden, wie sie aufgetaucht sind.

Partager: Facebook | Twitter

Radeln nach Zahlen. Heute: 58-57-59-60-61-90-63-44-45-46-48-49-60-59

Ecrit le 25.09.2020 de Anna Hofmann
Equipe: Fraunhofer UMSICHT
Municipalité: Oberhausen

Meine Begeisterung über das Knotenpunktsystem als zentrale Orientierungsstütze für Radtouristen im und ums Ruhrgebiet kann ich gar nicht oft genug zum Ausdruck bringen!

„Nach dem durchschlagenden Erfolg in den Niederlanden, kommt das Knotenpunktsystem nun auch im radrevier.ruhr flächendeckend zum Einsatz. 280 Infotafeln, die an bedeutsamen Sehenswürdigkeiten, zentralen Bahnhöfen und Radwegekreuzungen aufgestellt wurden, liefern Radtouristen die nötigen Informationen für ihre Tour.“

Ganz nach dem Motto: Radeln nach Zahlen wurde „jeder Punkt wurde mit einer Nummer zwischen 01 und 99 versehen, um das System so simpel wie möglich zu halten. Auch auf den Wegweisern, die in Richtung der nächstgelegenen Ortschaften oder Sehenswürdigkeiten zeigen, wurden die Nummern der Knotenpunkte angebracht.“ Bei Bedarf können die Übersichtskarten an den Knotenpunkten genutzt werden. Diese bieten einen Überblick über die nähere Umgebung und die wichtigsten Knotenpunkte in der Nähe (https://www.ruhr-tourismus.de)“.

Und wer es doch lieber digital oder handlich in Papierform mag: Kann sich entweder den Radroutenplaner als App aufs Smartphone laden oder die kostenlosen Übersichtskarten zur jeweiligen Region in der Touristeninformation mitnehmen.

Rad- und Erkundungstouren sind so einfach möglich, (fast) ohne Planung, ohne Unterbrechung, ohne GPS und ohne Stress durch die Region. Aber aufgepasst: Nicht in die „Falle“ tappen: Gerne zeigt das Verkehrsschild in eine andere Richtung, als der darauf befindliche Pfeil. Das kann und führt bei Unaufmerksamkeit hin und wieder zu Verwirrungen.

Diese Woche war ich nach Feierabend bspw. um die Zeche Zollverein unterwegs. Ein paar Impressionen zur Industriekultur gibts hier.

Weitere Informationen:
https://www.ruhr-tourismus.de/de/radrevierruhr/knotenpunktsystem.html
https://radservice.radroutenplaner.nrw.de/rrp/nrw/cgi?lang=DE

Partager: Facebook | Twitter

Mülheim an der Ruhr via RS 1

Ecrit le 25.09.2020 de Anna Hofmann
Equipe: Fraunhofer UMSICHT
Municipalité: Oberhausen

Nachdem ich in den vergangenen Wochen schon viel von dem Radschnellweg Ruhr (RS 1) gehört hatte, freute ich mich am letzten Sonntag ganz besonders den „schnellsten Weg durchs Radrevier“ auszuprobieren. „Ob es auf dieser Fahrrad-Autobahn denn auch „Serways“ gäbe, fragte mich eine neugierige Freundin aus Bremen zuletzt… das galt es nun herauszufinden.

Statt wie sonst täglich auf dem Arbeitsweg nach Oberhausen gen Borbeck Mitte abzubiegen, ging es geradewegs nach Mühlheim. Der breit angelegte, getrennt von Fußgängern und ohne Ampelanlagen an Kreuzungen ausgestatte Radschnellweg lässt das Radler*innenherz höherschlagen. Und der Wunsch, diese Strecke meinen Arbeitsweg nennen zu können, macht sich bei mir als Berufspendlerin breit.

Zwar komme ich auf dem Weg zur Arbeit bisher sehr entspannt und schnell auf dem alten Bahntrassen Radweg zwischen Universität Duisburg / Essen und Borbeck Mitte voran. Eine durchgängige und ampelfreie Verbindung durch die Innenstadt und der Anschluss an Oberhausen fehlen jedoch bisher.

Das erfolgreiche Pilotprojekt RS 1 sowie die laufenden Überlegungen bzw. Prozesse diesen in den nächsten Jahren nach und nach auszubauen bzw. durch weitere Radschnellwege zu ergänzen, stimmen mich jedoch hoffnungsvoll.

Und auch die Radzählstelle auf der Hochpromenade der Stadt Mühlheim zeigt, der RS 1 kommt ziemlich gut an. Bereits über 3.200 Radelnde bezifferte der Zählerstand an diesem Sonntag gegen 18 Uhr. Ziemlich beeindruckend! Als Vergleich: Auf dem Vorplatz des Oberhausener CentrO’s sind es um diese Zeit gerade einmal um die 300 Radfahrende. Wobei die Vergleichbarkeit der Standorte ehrlicherweise natürlich nicht ganz gegeben ist ;)

Ach und „Serways“ – Autobahnraststätten und Rastplätze – die gibt es tatsächlich! Zwar glänzen diese häufig eher durch Unmengen an Müll und überquellende Abfallbehälter, aber es gibt sie. Vielleicht sollten hier zukünftig die Leerungsintervalle und/oder Behältergrößen der hochfrequentierten Nutzung des Radwegenetzes angepasst werden.

Einen weitestgehend müllfreien Ort zum Erholen bietet übrigens die am Ende des RS 1 gelegene MüGA – Mühlheims Garten an der Ruhr. Die „grüne Lunge“ liegt mitten in der Stadt, gegenüber der neuen Ruhrpromenade mit Cityhafen und bietet vielfältige Grünanlagen mit Aktiv- und Erholungszonen. Perfekt für eine Pause in der Hängematte.

Partager: Facebook | Twitter

Hattingen via RuhrtalRadweg

Ecrit le 22.09.2020 de Anna Hofmann
Equipe: Fraunhofer UMSICHT
Municipalité: Oberhausen

Eins ist mir im Ruhrgebiet direkt positiv aufgefallen: Die Vielzahl der möglichen (vor allem regionalen) Radrouten und -touren inklusive des landesweiten Radverkehrsnetzes NRW. So haben wir das schöne Wetter am letzten Wochenende genutzt, um die Gegend auf einem Abschnitt des insgesamt 240 km langen RuhrtalRadwegs zwischen Sauerland und Metropole Ruhr zu erkunden.

Auf Empfehlung meiner ebenfalls radbegeisterten Mitbewohner*innen gings in die historische Altstadt von Hattingen. Neben einem leckeren Cappuccino im Café „Am“ alten Rathaus, gabs dort verschlungen Gassen und urige Fachwerkhäuser in markanter Schwarz-Weiß-Optik zu bestaunen. So auch das 1611 gebaute Bügeleisenhaus, welches heute das Museum des Heimatvereins Hattingen/Ruhr e.V. beherbergt. Der Name stammt von seiner auffallenden Form, die durch das Zusammentreffen zweier Gassen bedingt wurde.

Partager: Facebook | Twitter

Morgenstunden

Ecrit le 22.09.2020 de Anna Hofmann
Equipe: Fraunhofer UMSICHT
Municipalité: Oberhausen

Die morgendliche Fahrt mit dem Rad zur Arbeit hat insbesondere jetzt im milden Spätsommer ihren ganz besonderen Charme. Die dunkle Jahreszeit bricht langsam herein, und so verlasse ich das Haus morgens meist schon wieder im Dunkeln. Das Schöne daran: die kleinen Naturschauspiele, die sich mir daraufhin bieten und das Stadtleben kurz ‚pausieren’ lassen. Schnatternde Wildgänse im Universitätsviertel, aufsteigender Nebel über dem Kruppsee und junge Kaninchen, die einander hinterher jagen. Den krönenden Abschluss bildet ein kurzer Blick zurück vom Institutsgelände hin zur aufsteigenden Sonne. Ein schöner Start in den Tag!

Partager: Facebook | Twitter

Critical Mass Essen: Gemeinsam für mehr Radverkehr in Städten.

Ecrit le 22.09.2020 de Anna Hofmann
Equipe: Fraunhofer UMSICHT
Municipalité: Oberhausen

An jedem 2. Freitag im Monat findet die Critical Mass (CM) in Essen statt. Um 19 Uhr treffen sich Fahrradbegeisterte auf dem Willy-Brandt-Platz zu einer gemeinsamen Ausfahrt, um auf den Radverkehr als Form des Individualverkehrs aufmerksam zu machen. Ganz nach dem Motto: „Reclaim the streets“.

Mit ca. 80 Radler*innen auf verschiedensten Zwei- und auch Dreirädern ging es vom Willy-Brandt-Platz gute zwei Stunden quer durch die Stadt. Dabei bilden diese (> 15 Radfahrenden) gemäß § 27 StVO einen „geschlossenen Verband“, für den sinngemäß die Verkehrsregeln eines einzelnen Fahrzeuges gelten. Als wären wir bspw. ein Sattelzug o.Ä., können so geschlossen Kreuzungen mit Ampel überfahren werden, selbst wenn diese zwischenzeitlich auf Rot umschaltet.

Dabei gilt es jedoch einige Regeln zu beachten, die ihr dem beigefügten Bild und der offiziellen Website entnehmen könnt.
Neben den vorrangingen Maßnahmen zum Schutz aller Verkehrsteilnehmenden, ist sicherlich auch Freundlichkeit und der respektvolle Umgang untereinander ein entscheidender und wichtiger Punkt für eine gelungene Critical Mass.

So war ich etwas erstaunt und auch schockiert, wie einige (wenige) Radfahrende dieses Event zu nutzen scheinen, um ihrem offensichtlichen Ärger gegenüber Autofahrer*innen und der Polizei Luft zu machen. Hierbei sind aggressive Ausrufe, riskante Überholmanöver auf der Gegenspur inkl. Ausbremsen der dort fahrenden Autos wie auch Alkoholkonsum auf dem Rad einige Beispiele. Schade, vor allem weil so das eigentliche Ziel - ein Zeichen für mehr Radverkehr in Städten zu setzen - und die deutlich zahlreichere, friedliche Community ins Hintertreffen geraten.

Meine durchweg positiven Erlebnisse der Bremer Critical Mass und der dortigen Community mit After CM Bierchen konnte diese ‚eine‘ Veranstaltung jedoch nicht trüben. Daher freue ich mich jetzt schon auf die nächste Aktion – vielleicht in einer anderen Stadt des Ruhrgebiets, aber sicherlich nicht mit weniger Herzblut. Denn glücklicherweise werden seit der erste „Critical Mass“, die vor 28 Jahren in San Francisco stattfand, weltweit immer mehr Städte Teil dieser Bewegung. Vielleicht ja auch jetzt schon (bald) in deiner Stadt?

https://criticalmass.in/Essen
https://criticalmassessenblog.wordpress.com/

Partager: Facebook | Twitter

Wenn STADTRADELN zu LANDRADELN wird

Ecrit le 22.09.2020 de Anna Hofmann
Equipe: Fraunhofer UMSICHT
Municipalité: Oberhausen

Das diesjährige STADTRADELN-Event begann für mich bei meiner Familie im schönen Schleswig-Holstein mitten im nirgendwo auf dem Land. Die Ruhe und Abgelegenheit in dieser dünn besiedelten Gegend genieße ich immer sehr. So macht das Radfahren nicht nur besonders viel Spaß, sondern ist auch unabdingbar.
Zur Erledigung der alltäglichen Dinge, wie zum Beispiel Einkaufen von Lebensmitteln, Arzttermine und/oder den Besuch von Schulfreund*innen bleibt hier der Kilometerzähler selten im einstelligen Bereich. Und auch innerhalb des Dorfes lege ich die wenigsten Strecken zu Fuß zurück. So ist die nächste Bushaltestelle bspw. erst in rd. 3 km erreichbar.

Eine kleine Wanderung mit meinen Siebensachen, dem Home-Office-Equipment und der Apfelernte im Gepäck, stand mir daher bei meiner Rückreise gen Essen bevor. Das Angebot meiner Eltern, mich am Bahnhof abzusetzen, lehnte ich danken ab. Und auch die Mitfahrgelegenheit meines Bruders, der den Abend zuvor mit seinem Auto gen Ruhrgebiet aufbrach, war keine Option.

Ich fahre lieber mit dem Zug, Fernbus und ÖPNV! - Das tue ich, auch wenn nicht STADTRADELN ist! Schwierig wird es jedoch, wenn ich ohne mein eigenes Fahrrad (…oder ein praktisches Klapprad?) unterwegs bin und das ÖPNV-Netz endet. Wenn ich ein Fahrrad zum Bahnhof organisieren muss, wo ich sonst abgeholt werde. Wenn dieses Fahrrad dort mit dem Auto hin- oder wegtransportiert wird. Dann, ja dann beißt sich die Katze in den Schwanz.

Eine weitere Herausforderung (insbesondere mit Blick auf meinen vorherigen Job) sind sicherlich Geschäfts- und Baustellentermine im Umland oder ländlichen Raum. Aus ökonomischer Sicht des Unternehmens sind diese häufig nur mit dem Firmenwagen oder einer Kombination aus Bahn und Taxi wahrzunehmen.

Dabei sollte man meinen, dass die Challenge „3 Wochen kein Auto von innen zu sehen“, für Menschen ohne Auto keinerlei Herausforderung darstellt. Pustekuchen :D

Partager: Facebook | Twitter

STADTRADELN 2020 - Oberhausen: Für eine nachhaltigere Fahrradkultur

Ecrit le 22.09.2020 de Anna Hofmann
Equipe: Fraunhofer UMSICHT
Municipalité: Oberhausen

Ich heiße Anna Hofmann (27), wohne seit August im Ruhrgebiet und arbeite als Doktorandin am Fraunhofer-Institut UMSICHT in Oberhausen.

Meine alltäglichen Wege, Erkundungstouren, aber auch Besuche von Familie und Freunden in der Umgebung lege ich mit dem Rad oder seltener mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Fernverkehr) zurück. Ein Auto habe ich nicht – hatte ich nie.

Entsprechend habe ich auch meinen Wohnort Essen nach der Entfernung zur Arbeit ausgewählt. Maximal 15 km pro Strecke sollten es sein. Hierbei bin ich auch auf die Aktion STADTRADELN aufmerksam geworden und habe mich im Team "UMSICHT" angemeldet und mich zusätzlich als „STADTRADELN-Star“ registrieren lassen.

Ich bin zwar kein Mitglied eines kommunalen Parlamentes oder gar Person des öffentlichen Lebens, wie z. B. (Ober)Bürgermeister*innen, Landrät*innen oder Dezernent*innen, dennoch habe ich eine Botschaft:

Ich möchte all jene Mitmenschen vertreten, die nicht auf die finanziellen Mittel zur Anschaffung eines nigelnagelneuen E-Bikes, Stadt-, Trekking oder sonstigen Fahrrads zurückgreifen können und/oder wollen, um den täglichen Weg komfortabel per Rad zurückzulegen. Längst ist das Fahrrad ein Statussymbol geworden und Ausdruck von Individualität. Natürlich ist der Unterhalt eines Fahrrads kostengünstiger, als der eines Autos und die Argumentationskette ist einfach: Fahrrad statt Auto ist gleich Geld sparen. Aber das Ersetzen des Autos ist insbesondere für Familien häufig nicht zu 100 % möglich und kann so zu einer finanziellen Doppelbelastung führen.

Fahrradfahren ist gesund, schnell, klimafreundlich und nachhaltig. Nachhaltig, das bedeutet für mich persönlich aber auch Schonung der Ressourcen. Es muss nicht immer neu sein! Der Gebrauchtwarenmarkt für Fahrräder und Equipment ist riesig, der Anteil der entsorgten Räder erschreckend hoch. Was passiert mit all den Fahrrädern, die aktuell durch E-Bikes ersetzt werden? Wieso sehe viel zu häufig Fahrräder zur Schrott- bzw. Altmetallabholung?

Meine Motivation: Ich möchte aktiv weniger konsumieren und lieber gebrauchte hochwertige Dinge, als neue (und häufig preiswerte / irreparable) Dinge anschaffen.

So besteht meine Fahrradausrüstung heute zu wesentlichen Teilen aus Second-Hand-Equipment:

•Mein Alltags- bzw. Trekkingrad MBK Europa ist älter als ich und mein geliebtes Rennrad Gitane rund 50 Jahre alt (siehe Bild).
•Die Technik der alten Fahrräder ist häufig robuster, einfacher und ermöglicht es mir Reparaturen selbst vorzunehmen und die lokalen Fahrradläden durch den Erwerb von Einzelteilen zu unterstützen. Es ist ein kontinuierlicher Prozess des Lernens, in dem ich mich befinde. Online Plattformen wie YouTube, Radler-Foren oder Repair Cafés liefern Unterstützung und gute Möglichkeiten zur Selbsthilfe, um mit ein bisschen Zeit, Geld aber vor allem Ressourcen zu sparen!
•Die erste und bisher einzige Fahrradtasche habe ich seit knapp 2 Jahren in Gebrauch und für 1,50 Euro auf einem Bremer Flohmarkt erstanden. Sie bietet ausreichend Platz für die tägliche Wechselkleidung und in Kombination mit einem Rucksack auf dem Gepäckträger auch genügend Stauraum für mehrtägige Fahrradtouren.
•Das Fahrradwerkzeug für unterwegs stammt aus dem Fundus meines Opas und findet Platz in einer kleinen Satteltasche aus einer Verschenken-Box am Straßenrand von Essen.

Natürlich sind dem auch Grenzen gesetzt, wenn es bspw. um die eigene Sicherheit (Helm und Licht) oder die Diebstahlsicherung des Fahrrads geht.

Zusammenfassend möchte ich darauf aufmerksam machen, dass beruflich und privat viele Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden können – auch mit kleinem Geld und vor allem unter Nutzung der bereits auf dem Gebrauchtwarenmarkt verfügbaren Ressourcen. Für eine nachhaltigere Fahrradkultur und nachhaltige Mobilität insgesamt!

Ich freue mich schon jetzt auf das Oberhausener Stadtradeln 2020 und bin gespannt auf meine persönliche, aber vor allem auf die deutschlandweite Bilanz am Ende der Aktion.

Partager: Facebook | Twitter