Blog VEDETTE EN SELLE : Christian Szyska


Halbzeit

Image Ecrit le 16.09.2021 de Christian Szyska
Equipe: Auf dem Leinpfad
Municipalité: Bonn

Gut die Hälfte der drei Wochen Stadtradeln sind bereits Geschichte. Gibt es etwas Besonderes zu berichten was die alleinige Mobilität mit dem Rad angeht? Ehrlich gesagt, nicht viel. Auch sonst fahre ich halt meistens mit dem Rad.
Das Auto vermisse ich nicht. Generell nutze ich ziemlich selten ein motorisiertes Verkehrsmittel. Obwohl ich Autofahren cool finde. Ein bisschen den rechten Fuß bewegen – zack werden riesige Kräfte freigesetzt, die den Wagen mit mir darin in Bewegung setzen. Und das in übermenschlicher Geschwindigkeit. Ab und zu gönne ich mir das auch. Wahrscheinlich können wenige Menschen so einfach so viel bewirken. Sicher auch ein Grund dafür, dass so viele vom Autovirus befallen sind.
Aber dafür solch ein Aufwand? Solche bekanntermaßen schädliche Folgen? Allein bei der Verursachung von Lärm und Abgasen fühle ich mich schon schuldig. Allgemein dürfte das wohl eher verdrängt werden wie so viele Folgen menschlicher Verhaltensweisen und Gewohnheiten. Dazu noch die ganzen anderen Auswirkungen der motorisierten Mobilität. Da genieße ich lieber den Vortrieb des Rads.
Der klappte in diesen Tagen gut. Auch der gelegentliche Regen konnte mich nicht aufhalten. Die Wege von und zur Arbeit, Einkaufen, Sport und Begegnungen. Mit dem Rad normal.
Allein das mit den Wasserkästen ist noch nicht so ideal. Die Flaschen habe ich auf die Satteltaschen verteilt und den Kasten direkt zurückgegeben. Hier fehlt mir noch der Anhänger. Die momentan gehypten Lastenräder kommen für mich nicht in Frage. Einmal zu teuer, zum anderen wüsste ich nicht, wohin damit bei Nichtgebrauch.
So werde ich nun auch die verbliebenen Tage brav in meinem km-Buch dokumentieren.

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Mit allen Sinnen Radfahren -

Image Ecrit le 15.09.2021 de Christian Szyska
Equipe: Auf dem Leinpfad
Municipalité: Bonn

Stinkbombe? Eindeutig stank es nach Schwefelwasserstoff in der Nähe der Kläranlage. Nicht so schön. Doch was die Welt der Düfte angeht, so bietet das Radfahren dem sensiblen Zeitgenossen hohen Genuss. Klar, in den Innenstädten eher weniger, aber sobald es aufs Land geht, passiert da Einiges.
Meine olfaktorische Reise beginnt oft in den Herseler Auen. Den Abgasschwaden der Kölnstraße entkommen, erreicht im späten Frühjahr ein zart süßer Erdbeerduft meine Nase. Auf dem Leinpfad, früh am Morgen, lockt vor Üdorf der zimtige Geruch von frischgebackenen Rosinenschnecken, den die Bäckerei Klein verströmt. Eigentlich ein Grund, kurz anzuhalten und sich mit dem frischen Hefeteilchen einzudecken.
Auch der Rhein verbreitet eine olfaktorische Signatur. Besonders wenn das Hochwasser wieder zurückgeht oder bei extremen Niedrigwasser steht an den Ufern der fischig modrige Odeur des trocknenden Schlamms.
Im Frühjahr verströmen Holunderblüten ihren betörenden Wohlgeruch. Weniger betörend sind die herben Ausdünstungen der Ziegen, die auf den Uferwiesen in Widdig grasen. Eine Attraktion sind sie dennoch für Familien mit kleinen Kindern. Unangenehmer noch riechen die Hühnerställe in der gleichen Gegend.
Führt mich mein Weg westwärts über die Felder, umweht mich der Pferdegeruch vom Gestüt Aluta, der viele Mädchenherzen höher schlagen lassen würde.
Es lässt sich sagen: die Landwirtschaft bietet wahres Orchester an Düften. Blüht der Lauch, liegt ein leichter Knoblauchduft in der Luft. Ähnlich, wenn auch kräftiger, wirkt die Lauchernte auf das Riechorgan ein.
Einige Bauern haben sich auf Kräuter spezialisiert. Thymian, Rosmarin und Koriander, die Ausdünstungen hier muten fast mediterran an. Die verschiedenen Arten von Petersilie erinnern dann wieder eher an die heimische Küche. An anderer Stelle riecht es unverkennbar kohlig, da wo Spitz-, Weiß,- Rot- und Rosenkohl wachsen und geerntet werden.
Kurz im Jahr ist die Zeit der süßen Düfte von Pflaumen oder gar Kirschen, Äpfel und Birnen riecht man schon häufiger. Passiert man die endlosen plastiküberdachten Erdbeerfelder, entsteht der Eindruck, man führe durch eine Marmeladenfabrik.
Auch eine olfaktorische Reise geht irgendwann zu Ende. Fährt man entlang des Rheins, holt einen die „Stinkestrecke“ durch die Chemiewerke in Wesseling wieder in die harte Realität unseres hyperindustiralisierten Zeitalters zurück. Oder der Weg führt in die nächste Ortschaft wo sich der Radfahrende den Raum wieder mit dem MIV teilen muss, dessen schädliche Ausdünstungen die kurz erwachte Sensibilität der Riechzellen wieder abtötet.
(Bild: Schnittlauchblüte im Vorgebirge)

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Das Team "Auf dem Leinpfad" - Markus J. Sauerwald

Image Ecrit le 14.09.2021 de Christian Szyska
Equipe: Auf dem Leinpfad
Municipalité: Bonn

Ich pendle jeden Tag von Bonn nach Köln und zurück. Ein Weg beträgt zwischen 37 und 38 km, in der Regel komme ich auf 76-78 km pro Werktag, rund 380 km pro Woche

Ich fahre mit dem Rad, weil ich körperlich dazu in der Lage bin. Ausschlaggebend war, dass die vergleichbare Strecke mit dem Rad vor der Pandemie mit Auto oder Zug zurückgelegt mich zeitlich fast gleich, oft sogar länger, beansprucht hat.

Als ich mit dem Pendeln begann, konnte ich auf den reichen Erfahrungsschatz anderer Radler, insbesondere der Rheinradpendler zurückgreifen, die ein ideales Streckennetz zwischen den beiden Städten ausgearbeitet hatten. Dieses ist in Bezug auf Sicherheit und Haltezeiten (vor Ampeln, Kreuzungen oder Schranken) optimal ausgestaltet.

Beeindruckt hat mich der Zusammenhalt zwischen den Dauerpendlern, die Hilfsbereitschaft auf der Strecke, das namentliche bekannt sein und der gelegentliche Austausch bei Verabredungen an populären Haltepunkten, etwa der Rheinpromenade in Wesseling oder der Schweizer Aussicht in Widdig.
(siehe: https://login.stadtradeln.de/specials/blog?L=0&sr_post_id=7524)

Positiv ist auch die Wirkung. Als Chef eines kleinen Unternehmens habe ich Vorbildfunktion und habe innerhalb des Unternehmens viele Nachahmer gefunden. Dass die Stadt Köln in der Innenstadt fast alle Parkplätze bewirtschaftet hat, ist meiner Idee, sich mit dem ÖPNV oder per Rad oder zu Fuß in das Unternehmen zu bewegen, zugute gekommen. Innerhalb der Unternehmensräumlichkeiten haben wir sichere Einstellmöglichkeiten für die Räder in Büros geschaffen und eine kleine Werkstatt eingerichtet.

Der Krankenstand ist seit mehreren Jahren kontinuierlich gesunken und auch die für die Pandemie so spezifische Frage, wie man sicher an den Arbeitsplatz gelangen könne, nicht mehr aufgekommen.

Markus J. Sauerwald, Rechtsanwalt, Verlagsleiter im RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG in Köln.

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Mein Ausflug auf die A 61 fun-fact:

Image Ecrit le 13.09.2021 de Christian Szyska
Equipe: Auf dem Leinpfad
Municipalité: Bonn

Auf meinen Bericht über die Radbefahrung der A 61 hin schickte mir Claus Vaske einen Ausschnitt des Messtischblattes 5207 aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. Dort ist u.a. ein „Radfernweg Köln-Altenahr“ verzeichnet, mehr oder weniger auf der Trasse der heutigen A 61. Offensichtlich schwebte der Gedanke an eine ciklabe Verbindung ins Ahrtal schon vor fast hundert Jahren im Raum. Vielleicht weiß jemand, ob dieser Radweg wirklich existiert hat? Würde mich sehr interessieren.

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#stadtradeln = greenwashing?

Image Ecrit le 09.09.2021 de Christian Szyska
Equipe: Auf dem Leinpfad
Municipalité: Bonn

Natürlich frage ich mich, ob so eine Aktion wie Stadtradeln überhaupt sinnvoll ist oder sein kann. Radfahren? Commuten? Ballern? Kullern? Viele Begriffe für die Fortbewegung auf zwei Rädern ohne Motor. Radeln hört sich an wie: "Komm, wir packen die E-bikes auf das SUV und fahren zur Waldau, radeln zum Bahnhof Kottenforst lecker Kuchen essen. Dann tun wir auch was für die Umwelt."

Viele meinen, diese Aktion sei reines greenwashing. Wir, die Kommunen machen ein bisschen auf Radfahren, zeigen, dass es unter unseren Bürgern den ein oder anderen Gutmenschen gibt, der ein wenig naiv, dem Autowahn eine Absage erteilt und haben somit ein gutes Gewissen und tun was fürs Klima.
Befremdlich ist auch: kaum eine der teilnehmenden Städte kann eine Radinfrastruktur vorweisen, die sicheres Radfahren ermöglicht. So wie es die Oberbürgermeisterinnen von Köln und Bonn sagen: In ihren Städten, oder auf bestimmten Straßen würden sie nicht mit dem Rad fahren. Es stellt sich dann irgendwann die Frage, ob so eine Aktion nicht auch haftungsrechtliche Fragen aufwirft: Inwieweit darf eine Kommune Menschen zu einer Fortbewegungsart aufrufen, durch die sie extremen Risiken ausgesetzt werden?


Die Gründe gegen eine Teilnahme am Stadtradeln halte ich für stichhaltig. Ich persönlich habe mich trotzdem für eine Teilnahme entschieden. Durch das Stadtradeln konnten viele Menschen mobilisiert werden, sich für eine Verbesserung der Situation einzusetzen. Viele kamen dadurch mit den Ideen zu einer Verkehrswende in Kontakt. Viele, unter anderem auch ich, schafften es, sich zu vernetzen und in anderen Kontexten und Organisationen für die Verbesserung der Bedingungen für das Radfahren zu arbeiten und so vorsichtige Schritte zu einer Verkehrswende anzuregen.

Bei einer der ersten Abschlussveranstaltungen zum Stadtradeln Bonn hielt ein „Sieger“ eine flammende Rede zur Situation in Bonn und den Anforderungen an ein modernes Radwegenetz. Der damalige Bürgermeister Nimptsch stand verlegen daneben und schaute zu Boden.

Später ergriff ich selbst das Wort auf der Abschlussveranstaltung 2019. Sie stand ganz im Schatten des Unfalltodes von Lingshuang Jiang, die Opfer eines Abbiegeunfall an der Bornheimer Straße wurde. Nicht nur dass ich die bekannten Kritikpunkte der Radfahr-Situation in Bonn aufzählte: „Wir schwärzen hier Papier und weißen Asphalt“, ich appellierte an den anwesenden OB Sridharan und die übrigen Zuständigen, solange die Infrastruktur nicht verbessert wird, wenigstens Trixi-Spiegel an den Ampelkreuzungen zu installieren. Gleichzeitig meinte ich, dass, wenn die Stadt die Infrastruktur nicht verbessert, müssten die Radfahrenden das selbst in die Hand nehmen.
Natürlich wurden später die Trixispiegel im Rat abgelehnt. Mit Mehrheit der CDU, FDP und BBB natürlich. Andererseits bedeutete die Veranstaltung für mich der Beginn meines Engagements für den Radentscheid in Bonn. Viele der späteren Mitstreiter haben sich auch durch das Stadtradeln gefunden, die gemeinsame Unzufriedenheit sollte nicht Frust enden. Es wurden positive Energien entwickelt, um in der Stadt möglichst alle dem Radfahren gegenüber positiv eingestellte Kräfte zu bündeln. Mit dem https://www.radentscheid-bonn.de/ sind wir dem Ziel ein wenig näher gekommen. CDU und FDP dagegen wurden bei den letzten Kommunalwahlen in die Opposition geschickt und Sridharan abgewählt.

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Statt Stau oder Gedränge. #mdRzA

Image Ecrit le 08.09.2021 de Christian Szyska
Equipe: Auf dem Leinpfad
Municipalité: Bonn





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#mdRzA: Schweizer Ausblick in Widdig, der Perle am Rhein

Image Ecrit le 07.09.2021 de Christian Szyska
Equipe: Auf dem Leinpfad
Municipalité: Bonn

Mein Arbeitsweg führt mich über den Leinpfad. Sicher der wichtigste Fernradweg Deutschlands, fast immer entlang des Rheins. Von Koblenz kommend die erste Steigung lässt die Radelnden den „Schweizer Ausblick“ erklimmen. Hier hat eine Gruppe von Widdigern einen Rastplatz gestaltet: zwei Bänke laden zum Verweilen ein, zum Blick auf den meist ruhig dahinfließenden Strom. Ein paar Blumenarrangements und eine Art Hecke umfassen die aufgeschotterte Fläche, für die Fahrräder gibt es einen Ständer.
Der Platz wird gut angenommen. Frühmorgens halten die RadpendlerInnen kurz an, um ein Bild vom Sonnenaufgang über dem Strom zu knipsen. So wie die junge Radfahrerin, die ich dort treffe. Sie blickt auf ihr handydisplay und erklärt: „Ich zeige das gleich meinen Kollegen, damit sie mir endlich glauben, dass ich den schönsten Arbeitsweg der Welt habe.“ JoggerInnen machen den Schweizer Ausblick zum Wendepunkt und immer wieder stoppen Radreisende und PedelecfahrerInnen um zu verschnaufen oder die Aussicht und die Ruhe am Strom zu genießen. Zuweilen ereignen sich internationale Treffen, der Leinpfad als beliebter Radwanderweg zieht Menschen aus allen Ländern und Kontinenten an.

Natürlich mache auch ich hier oft ein Bild, einige Jahre war es sogar täglich ein Triptychon für die sozialen Netzwerke, so dass eine ganze Sammlung von Bildern mit allen Farben des Lichts und jedem Wetter entstanden ist.
Abends und Nachts steigt hin und wieder eine Party; ob es die Anwohner schätzen? Keine Ahnung.

Über der Idylle schwebt ein Damoklesschwert. Die Rheinspange, die A 553 soll zwischen der A 59 und der A 555 eine Verbindung schaffen. Inklusive einer Autobahnbrücke. Eine – und wohl die wahrscheinlichere Trasse soll kurz hinter dem Schweizer Ausblick geführt werden. Es wäre ein ungeheurer Eingriff in die Natur und widerspricht jeglicher Bemühung zur Abwendung des Klimakollapses.
Einige Bürgerinitiativen beiderseits des Rheins kanalisieren den Protest. Teils ganz gegen die Rheinspange, teils gegen eine bestimmte Trasse. Ich kann nur an alle appellieren, hier den Widerstand zu unterstützen.
https://weact.campact.de/petitions/keine-neue-autobahn-im-kolner-suden-nein-zur-rheinspange-a-553
https://www.rheinspange.org/

Aber warum eigentlich „Schweizer Ausblick?“ Die Schweiz ist von diesem Punkt aus beim besten Willen nicht zu sehen. Allein die Gipfel des Siebengebirges erscheinen am Horizont. Die Erklärung erhielt ich vom ehemaligen Widdiger Ortsvorsteher Herrn Velten: Der Rastplatz liegt am Ende der Schweizer Straße. Die hat ihren Namen vom „Schweizerhaus“, welches einmal dort stand. In diesem Haus wohnten vor vielen vielen Jahren Schweizer, die sich zeitweise zum Kühehüten und -melken bei den örtlichen Bauern verdingten. Anscheinend wenn die Almen im Winterschlaf waren.

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#mdRzA - oder wie alles begann

Image Ecrit le 06.09.2021 de Christian Szyska
Equipe: Auf dem Leinpfad
Municipalité: Bonn

'Am Anfang war der Stau
Genervt vom stop and go überlegte ich, welche Alternativen möglich wären. ÖPNV erschien mir teuer, kompliziert und unzuverlässig, zu Fuß war die Strecke Bonn-Hürth definitiv zu weit.
Radfahren ist meine Lieblingssportart. Also warum nicht das Praktische mit dem Nützlichen….? Also, ab jetzt mit dem Rad. Als erstes Pendlergefährt diente ein „classic“ Moutainbike, noch ohne jegliche Federung. Statt ca. 35 Minuten über oft verstopfte Autobahnen und Straßen ging es nun gut eine Stunde über Landwirtschafswege. Statt Hektik, Stau und Lärm zu ertragen entdeckte ich wunderbare Landschaften, frische Luft und Ruhe.
Sowohl ich als auch mein Rad – oder besser - meine Räder (auch bei mir gilt die Radformel n + 1) veränderten sich. Die Kondition nahm zu, das Gewicht ging zurück. Entspannt komme ich bei der Arbeit an und erholt wieder nach Hause. Sukzessive wurde das Rad den Erfordernissen angepasst, bald dann durch ein Rennrad ersetzt.
War zunächst ein Regen noch Anlass, das Fahrzeug zu wechseln, mutierte ich zum Allwetterfahrer. Von 35 Grad im Sommer bis –15 Grad im Winter, mit allen Formen von Niederschlägen bin ich inzwischen auf Du und Du. Wobei zu bemerken wäre, dass es wahrlich selten richtig regnet. Im Schnitt ein Mal pro Monat. Außer in 2021. Aber das war ja auch das Regenreichste seit der Beginn der Aufzeichnung im Jahre 1848.
Und ich kann nur bestätigen, was allgemein zu lesen ist: RadpendlerInnen werden weniger krank. Maximal ein kleines Naselaufen oder ein Hüsteln befielen mich, wenn viele Kollegen aufgrund von Grippewellen und Ähnlichem lange Phasen niedergestreckt lagen.
Nicht nur die Gesundheit profitiert – auch Zeit spare ich immens. Das Radeln an sich dauert länger als das Autofahren. Gebe ich unumwunden zu. Doch es ist halt Sport – und den würde ich ja sonst auch treiben. Rechnet man alles zusammen, ist der Zeitaufwand mindestens gleich – oder sogar zugunsten des Radfahrens.
Neben dem Gewinn an Lebensqualität und Gesundheit lässt sich noch der soziale Aspekt nennen. Den Respekt, der der Leistung gehuldigt wird und die Freunde, die durch das Radfahren gewonnen werden.
Es lohnt sich!

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Brötchen holen oder fahn fahn fahn auf der Autobahn….

Image Ecrit le 05.09.2021 de Christian Szyska
Equipe: Auf dem Leinpfad
Municipalité: Bonn

Sonntag morgen. Rauf auf’s Rad und ab zum Bäcker. Nun ja, nicht so direkt: der gerade zurückgekehrte Sommer lockt zu einer kleinen Tour. Während die aufgehende Sonne den Nebel vertreibt, radele ich Richtung Witterschlick. Kurz vor Ramelshoven treffe ich Dietmar, gleichfalls Mitglied des Bonner Teams „Auf dem Leinpfad“ beim diesjährigen Stadtradeln.
Wir vier sind eingefleischte Radpendler, die sommers wie winters auf den MIV pfeifen und #mdRzA fahren. „Heute war ich auf der A 61“ strahlt er mich an und somit ist es entschieden: Das probiere ich auch.
Über die B 56 lenke ich mein Rad zur Anschlussstelle Miel. Mit einer angenehmen Steigung geht es hinauf zur Autobahn. Ich muss kaum runterschalten. Ganz anders, als wenn es gilt, mit über 10 % Steigung die Schnecke zur Nordbrücke hinaufzuschnaufen. Die Strecke ist frei. Kein Wunder. Bekanntlich ist sie seit dem Hochwasser in RP und NRW gesperrt. Fast lautlos gleite ich über den Asphalt. Er ist wunderbar glatt. Keine Schlaglöcher, keine Unterwurzelungen, keine lästigen Asphaltflicken. Ohne große Anstrengung werde ich schneller, der leichte Rückenwind unterstützt dabei. Auf den ersten beiden Kilometern erhöht sich mein Schnitt um gut einen km/h.




Nun, bei 10 Millionen Euro, die der Autobahnbau in Deutschland pro Kilometer kostet, sollte das so sein. 17 Millionen Euro will NRW in 2021 in neue Radwege investieren. 56 Kilometer sollen dabei herauskommen
Dann nähere ich mich dem Grund des seltenen Radelglücks. Hier hat der Schießbach bei Miel die A 61 unterspült und „abgeschossen.“ Seit knapp zwei Monaten beschert dieser Vorfall der Region phantastische Ruhe und saubere Luft.
Zwei Betonsperren schützen die Baustelle. Einige Bagger und Baustellenfahrzeuge stehen herum. Ansonsten herrscht sonntägliche Stille. Ich wechsele die Spur und fahre zurück. Es sind es noch fünf Kilometer bis zur Raststelle Peppenhoven. Die Autobahn ist zweispurig ausgebaut mit einem ziemlich breiten Standstreifen. Zwei Drittel einer Spur ergäben einen guten Zweirichtungsradweg. Zwei Spuren könnten geschottert werden und mit Gleisen versehen. An den Kreuzen intelligente hubs. Dann würde der Verkehr ruhig und emissionsfrei bleiben. Den Rest lassen wir entsiegeln um der Natur ihren Raum zurückzugeben. Wäre wohl die vernünftigste Lösung. Leider will es niemand einsehen. Aber ein bisschen wage ich doch zu träumen: vielleicht werden die Oberflächen der zu bauenden Radschnellwege in und um Bonn annähernd so gut wie diese Autobahn.
An der verwaisten Raststätte Peppenhoven wechsele ich auf den asphaltierten Landwirtschaftsweg. Ein kleiner Kaffeestop in Rheinbach, dann noch zur Tomburg, ein Blick in das ebenfalls flutgeschädigte Ahrtal bei Dernau und schließlich mit den letzten Sonntagsbrötchen zurück zum Frühstück.

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