Blog VEDETTE EN SELLE : Manuel Steidel


Zum Pendeln nach WiWa oder Heidelberg

Image Ecrit le 01.07.2021 de Manuel Steidel
Equipe: Bündnis 90 Die Grünen
Municipalité: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

Ich glaube, eine der größten Hürden für meisten, um mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, ist, dass sie gar nicht wissen, welche Strecken es für das Rad überhaupt gibt.

Schauen wir uns also erstmal an, wohin die Bürger:Innen von Rauenberg pendeln. Dazu gab es vor ein paar Jahren eine sehr schöne Auswertung, die Ihr Euch unter diesem Link anschauen könnt:
https://cdn.www.spiegel.de/producing/wirtschaft/2018/pendler/v1/pendler.html

Hauptarbeitsorte waren 2018:
1. Wiesloch (603)
2. Heidelberg (559)
3. Walldorf (412)

Jeden Morgen kann man den Effekt auch sehen: Zur Ortsausfahrt Richtung Wiesloch staut es sich auf mehrere hundert Meter. Das muss wohl diese automobile Freiheit sein, von der die Autohersteller in der Werbung immer reden.

Welche Wege gibt es also nach Wiesloch? Nun, der Bögnerweg und der Talwiesenweg waren in den letzten Monaten regelmäßig Gegenstand der Berichterstattung der RNZ. Ich glaube, das ist so einfach, da muss ich nicht tiefer drauf eingehen.

Schauen wir also weiter auf Platz 2: Heidelberg
Würde man der offiziellen Beschilderung folgen, würde man den Radwegen nach Wiesloch, Nußloch und Leimen folgen. Ganz ehrlich: Richtig Spaß macht das durch die Ortschaften nicht.
https://www.komoot.de/tour/407030230?ref=wtd

Ich persönlich bevorzuge aber gerne Strecken, die nicht durch die Ortslagen führen, weil man dort immer durch Kreuzungen und fehlende Radwege ausgebremst wird.
Daher führt mein Vorschlag westlich von Frauenweiler vorbei, nach Sandhausen/St.Ilgen, weiter nach Kirchheim bzw. Pfaffengrund, wie ich es diese Woche zum Impfzentrum mit dem eBike in 50Minuten gefahren bin.
https://www.komoot.de/tour/406592958?ref=wta

Zu guter Letzt Walldorf, wo auch ich mein Büro habe. Mein Eindruck ist, dass die meisten die Radwege Bögnerweg/Talwiesenweg nach Wiesloch auch für die Strecken zum Bahnhof und Gewerbegebiet Wiesloch/Walldorf nehmen. Aber wie bereits erwähnt: Ich versuche die Ortslagen zu vermeiden:
Probiert mal die Weinberge Richtung Westen zu nehmen und von dort durch den Wald ins Gewerbegebiet. Der Weg ist nur unwesentlich länger, aber ihr habt eine viel schönere Strecke ohne stinkenden Autoverkehr.
https://www.komoot.de/tour/407037196?ref=wtd

Dieser Weg ist im Übrigen auch eine tolle Variante zum Bahnhof!

Ich hoffe die Streckenpläne machen Euch Lust, doch nochmal öfter das Rad stehen zu lassen und zum Arbeitsplatz zu radeln. Kennt Ihr vielleicht auch bessere Routen? Dann lasst es mich bitte wissen, ich würde mich freuen!

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DingDong, Grunz, T'schuldigung

Image Ecrit le 18.06.2021 de Manuel Steidel
Equipe: Bündnis 90 Die Grünen
Municipalité: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

Ohne jeden Zweifel sind selbst die gut ausgebauten Radrouten in unserer Umgebung meist viel zu schmal, um eine leistungsfähige Radinfrastruktur zu bieten.
Die meisten Radwege innerorts sind gemischt mit Fußverkehr und so kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Radfahrer:innen und Fußgänger:innen. Das Gleiche auf den Feldwegen.

Nehmen wir als Beispiel den noch besten, beziehungsweise einzigen, baulich vom Autoverkehr getrennten Radweg, den wir in Rauenberg haben: Von Wiesloch kommend entlang der alten "Entenmörder"-Strecke bis nach Mühlhausen.

Meist sind die Wege so schmal, dass man nur im Idealfall nebeneinander fahren kann und im Regelfall hintereinander fährt, um Gegenverkehr, Spaziergänger:innen und Hunden auszuweichen. Nur um es deutlich zu machen: Das Problem sind nicht die Anderen, sondern die ungenügend breiten Wege!

Funfact am Rande: Dieser Radweg ist laut Beschilderung teilweise nicht einmal ein Radweg!
¯_(ツ)_/¯

Das nimmt einem doch deutlich den Fahrspaß auf dem Rad. Denn man möchte sich mit anderen auch unterhalten können und daher nebeneinander fahren. Nichts anderes ermöglichen wir im Übrigen dem Autoverkehr: Hier sitzt man auch nebeneinander, und redet miteinander. Wieso ist es also nicht möglich, die gleichen Rahmenbedingungen auch dem Rad- und Fußverkehr zu bieten und damit deutlich attraktiver zu gestalten? Zumal ein Radschnellweg deutlich günstiger zu haben ist als Autostraßen.

Natürlich können wir nicht überall extra-breite Super-Duper-Radschnellwege für jede Fahrtrichtung zur Verfügung stellen. Aber auf den wichtigsten Routen sollten wir das niederländische Vorbild nachahmen. Macht Euch mal den Spaß und schaut auf Google Maps irgendeine Stadt oder Gemeinde in den Niederlanden an. Vollkommen egal welche. Ab einer gewissen Gemeindegröße werdet Ihr auf den Hauptstraßen separate, rot gefärbte, Radwege vorfinden oder, wo kein Platz dafür ist, wird der Autoverkehr durch bauliche Maßnahmen verlangsamt.

So bleibt uns kurzfristig nur, die schmalen Wege miteinander zu teilen, so gut es geht. Dabei beobachte ich drei Varianten, wie man sich den anderen ankündigt, damit diese einem Platz machen:

Die unhöflichste Form ist, das gegrunzte "EY!": Erfüllt zumeist sein Zweck, damit Platz gemacht wird, lässt die Stimmung aber auf allen Seiten in den Keller rauschen.

Die häufigste Variante ist hingegen das simple Klingeln: Es ist schnell ausgeführt und scheint gesellschaftlich akzeptiert zu sein. Für diejenigen, die angeklingelt werden, ist es aber zumeist im ersten Moment ein Schreck und sie springen auf die Seite. Manchen Radfahrer:innen ist das bewusst und verzichten dann vollständig auf eine rechtzeitige Ankündigung. Das ist natürlich die schlechteste Wahl.

Meine bevorzugte Variante: Ich rufe ein freundliches "T'schuldigung" voraus und beim Passieren ein "Danke" oder "Guten Tag" hinterher. Man erntet in aller Regel auch einen freundlichen Gruß und ein Lächeln. Wir sollten doch den Vorteil nutzen, miteinander zu reden, wenn nicht 2Tonnen Blech um uns herum die Kommunikation mit unseren Mitmenschen verhindert, oder?

Ich würde meinen: So kommen wir gemeinsam besser durch den Tag und an das Ziel :)

Im diesen Sinne wünsche ich Euch einen schönen Radfahr-Tag!

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Zur Bundesliga mit dem Rad

Image Ecrit le 13.06.2021 de Manuel Steidel
Equipe: Bündnis 90 Die Grünen
Municipalité: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

Zu Beginn der Europameisterschaft dürfen auch endlich wieder Zuschauer mit ins Stadion. Da mekrt man sehr deutlich, wie man die Stimmung durch die Zuschauer vermisst hat und wie wichtig die Reaktionen von Zehntausenden für die Intensität des Spiels ist.

Das gibt uns Hoffnung, dass auch der Ligabetrieb nach der Sommerpause wieder mit Zuschauern stattfinden kann und ich freue mich schon auf die erste Stadionwurst!

Hier in der Region haben wir das Glück, mit der TSG Hoffenheim Fußball aus der ersten Liga und mit dem SV Sandhausen Zweitligafußball schauen zu können.

Die meisten werden sicherlich spontan daran denken, mit dem Auto zum Stadion zu fahren. Dabei sind die Radstrecken nach Sinsheim und Sandhausen gut ausgebaut und man ist häufig auch schneller.

Der kürzere Weg mit 11km ist - klar - nach Sandhausen: Ich fahre lieber die Strecke westlich von Frauenweiler und den Bahnhof Wiesloch/Walldorf, anstatt durch Wiesloch durchzufahren, weil ich gerne Autostraßen vermeide und fast durchgängig im Grünen bin. Mit dem eBike fahre ich die Strecke unter 30Minuten - damit unschlagbar schnell. Beim Auto muss man erstmal einen Parkplatz suchen, sofern man überhaupt nach Sandhausen reinkommt. Und nach Abpfiff steht man sowieso im Stau, vor allem bei Spielen mit vielen Auswärtsgästen.
Die genaue Strecke findet man bei Komoot:
https://www.komoot.de/tour/390051803?ref=wtd

Mit 18km führt die etwas weitere Strecke nach Sinsheim, zum Stadion der TSG Hoffenheim, die aber auch problemlos zu fahren ist.
Zunächst geht es auf dem Radweg durch Rotenberg, Mühlhausen und Angelbachtal nach Waldangelloch. Danach biegt man in den Wald ab und wird am Ende mit einem tollen Blick auf das Stadion und die Burg Steinsberg belohnt.

Wer es kürzer haben will, kann auch über Sinsheim-Dühren fahren. Aber ich finde die Strecke über Waldangelloch deutlich schöner.
https://www.komoot.de/tour/391021707?ref=wtd

Wie fahrt Ihr zum Stadion mit dem Rad? Habt ihr alternative Streckentipps?

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Der Start zu Startradeln 2021: Wieso? Weshalb? Warum?

Image Ecrit le 13.06.2021 de Manuel Steidel
Equipe: Bündnis 90 Die Grünen
Municipalité: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

1. Warum machen Sie bei der Aktion Stadtradeln mit?

Weil es Spaß macht Kilometer zu sammeln und sich mit anderen zu messen. Es ist ja auch überhaupt nicht schwer teilzunehmen. Sensationell war letztes Jahr die Gewinnergruppe, die uneinholbar vorne lag. Dieses Jahr wollen wir es ihnen nicht so einfach machen!



2. Was motiviert Sie als Stadtradel-Star teilzunehmen?

Kurze Version: "Weil's geht. Warum also nicht?" . Bisschen länger: Es ist eine gute Gelegenheit, zu zeigen, dass Vieles auch ohne Auto geht und viel öfter einfach mal das Rad zu nehmen.



3. Sie wohnen auf dem Land und haben Kinder. Ist es nicht manchmal schwierig auf das Auto zu verzichten und konsequent Fahrrad zu fahren?

Die Frage impliziert schon, dass Fahrradfahren eine Last wäre und das Autofahren das einfachere Transportmittel. Aber auf vielen Strecken ist das Gegenteil der Fall. Ich frage mich oft, warum die Leute auf das Fahrrad verzichten und stattdessen sich durch die engen Straßen im Ort mit dem Auto quälen.

Außerdem täuscht man sich: Rauenberg und Umgebung sind schon lange keine klassische ländliche Region mehr. Wir haben jede Menge Einrichtungen und Arbeitsplätze im Umkreis von 10 oder sogar 5 Kilometern. Viele könnten also problemlos die eine oder andere Fahrt mit dem Rad statt mit dem Auto erledigen.

Deshalb werde ich dieses Jahr in meinem Stadtradel Blog konkrete Alltagsstrecken beschreiben, die locker mit dem Rad gehen. Und ich möchte auch schreiben, wie es mit Kindern klappt. Inzwischen fahren meine mit 3 und 5 Jahren die meisten Strecken selber. Das Schöne ist, dass man dabei auch mitbekommt, wie sie dadurch ihre Umgebung wahrnehmen und wir Erwachsenen gleich mit (Der Weg ist das Ziel) und sie die Welt nochmal viel intensiver sehen als im Auto. Also ist doch die Frage: Warum nutzen so viele immer noch für so viele Strecken das teure, umständliche und langsame Auto? Es gibt für einige Situationen sicher gute Gründe. Aber bestimmt nicht für alle Fahrten. Dann ist es meist nur eine Gewohnheitssache.



4. Reicht Ihnen das Engagement der Stadt Rauenberg bzw. des Rhein-Neckar-Kreises aus? Haben Sie konkrete Wünsche für Ihr näheres Umfeld?

In der Vergangenheit wurde seitens der Kommune viel zu wenig kontrolliert und illegales Verhalten durch den Autoverkehr toleriert. Ich habe daher manchmal Verständnis für Eltern, die Ihre Kinder mit dem Auto zum Kiga bringen. Einfach weil man sich im öffentlichen Raum zu Fuß oder auf dem Rad unsicher fühlt. Da werden Gehwege mit Autos zugeparkt und befahren, Kreuzungsbereiche oder sogar Fußübergänge zugeparkt und damit für Kinder zum Gefahrenbereich. Oder man wird gefährlich überhohlt, nur um an der nächsten Kreuzung das Auto wieder einzuhohlen.

Seitens des Kreises könnte endlich beim Thema Radschnellweg von Wiesloch/Walldorf nach Heidelberg ein paar Gänge höher geschalten werden. Es reicht nicht aus, ein paar Feldwege auf einer Karte bunt anzumalen, ein paar Schilder hinzustellen und als "Kreisradwegenetz" zu bezeichnen, um Radverkehr attraktiver zu gestalten. Die Strecke nach Heidelberg ist bislang ein schreckliches Gegurke und schreit nach einem Radschnellweg. Eine Potentialanalyse hat ja ergeben, dass dafür jede Menge Bedarf besteht.



5. Was müsste sich aus Sicht der Radfahrer generell verbessern?

Alles. Mehr UND breitere UND nicht zugeparkte Fuß- und Radwege. Legale Möglichkeiten für Mountainbiker. Mehr Fahradbesitzer:innen, die ihr Rad auch mal außerhalb des Wochenendausflugs nutzen. Die nächsten Wochen sind eine super Gelegenheit für alle, es mit dem Rad einfach mal auszuprobieren. Allein durch mehr Fahräder und weniger Autos auf der Straße, verbessert sich schon die Situation für alle, sogar für die Autofahrer:innen.

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3 Wochen ohne Auto - Fazit

Ecrit le 19.10.2020 de Manuel Steidel
Equipe: Bündnis 90 Die Grünen
Municipalité: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

Drei Wochen Stadtradeln sind nun vorüber. Drei Wochen, in denen ich mein persönliches Ziel von 200km mit 440km deutlich übertroffen habe. Drei Wochen, in denen ich die Wette eingegangen bin, kein Auto zu nutzen. Ursprünglich hatte ich geplant, meine Fahrten zum Büro im Gewerbegebiet Wiesloch/Walldorf, Besuche von Freunden im Umkreis von 10km und Ausflüge mit den Kindern mit dem Rad zu machen. Alles sehr überschaubar und erledige ich auch ohne Stadtradeln schon mit dem Rad.
Blöd nur, wenn diese Freunde plötzlich anfangen, die SV Sandhausen Spiele in einer Kneipe in Mannheim schauen zu wollen... 30km einfache Strecke. Da musste ich schon erstmal schlucken, ob ich mir abends 60km hin und zurück antun will. Aber egal, die Stadtradeln-Wette lief noch und ich hatte nicht vor, die Wette zu verlieren! Also Sachen gepackt und ab nach Seckenheim.
Dort angekommen staunten die Freunde:

  • „WAS? Du bist mit dem Rad gekommen? Wie weit war das?!? Wie lange hast Du gebraucht?!?“
  • „30km, anderthalb Stunden, War eine schöne Route über Bruchhausen und Schwetzingen“.
  • „Achso, aber du bist mit dem eBike gefahren, oder?“
  • „Jau“
  • „Achsooo, na dann! Tss!“
  • Und da wären wir schon beim Thema eBike: Die Erkenntnis scheint sich bereits sehr weit durchgesetzt zu haben, dass auch vergleichsweise lange Strecken problemlos mit dem eBike erledigt werden können. So schlicht und einfach ist das Fazit. Obendrauf kommt noch, dass es wahnsinnig viel Spaß macht, mit dem eBike zu fahren!
    Daneben gibt es aber auch eine Schattenseite. Um die Praxistauglichkeit des Rads in Kombination mit der Bahn zu testen, fuhr ich nach Neustadt an der Weinstraße. Im Verkehrsverbund Rhein-Neckar kann man sein Rad ohnehin kostenlos mitnehmen, außer in der Stoßzeit zwischen 6Uhr und 9Uhr morgens. Aber leider waren selbst zur Mittagszeit alle Fahrradabteile in der S-Bahn brechend voll. Zwischen Heidelberg und Mannheim kam es sogar zu einem handfesten Streit, weil ein Radfahrer nicht bereit war, etwas Platz zu machen, damit ein zugestiegener Radfahrer sein Gefährt sicher abstellen konnte. Erst abends bei der Heimfahrt war ich allein im Radabteil. Nein, Spaß macht es definitiv nicht, sein Rad in der Bahn mitzunehmen, hier muss definitiv nachgebessert werden und mehr Platz geschaffen werden. Denn theoretisch ist die Bahn die perfekte Ergänzung.
    Sinn der drei Wochen ohne Auto war, nicht nur die geplanten und bequemen Fahrten, sondern konsequent auch die unerwarteten Ereignisse mit Rad, Bahn und Bus zu erledigen. Das waren sehr interessante drei Wochen für mich und ich habe viele schöne Ecken neu entdeckt. Sicherlich sind die drei Wochen während Corona nicht repräsentativ, aber es zeigte auch mir, dass mit dem Rad viel mehr möglich ist, als man glaubt.
    Übrigens: Meine Frau ist die Wette nicht eingegangen, hätte sie aber locker geschafft! Aber nur fast: Sie musste zwischendurch in unser Auto einsteigen und eine Runde damit fahren, damit die Bremsen nicht völlig festrosten…

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    Lastenrad als Zweitwagen?

    Ecrit le 30.09.2020 de Manuel Steidel
    Equipe: Bündnis 90 Die Grünen
    Municipalité: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

    Vor drei Jahren wollte ich mir schon ein neues Rad kaufen, mit dem ich die täglichen Fahrten in der Gegend auch bei schlechtem Wetter erledigen kann.

    Bis dahin hatte ich nur mein altes Mountainbike, das für meine Fahrten nicht mehr passte. Durch Zufall bin ich auf Lastenräder gestoßen, und dass dieser Markt gerade explodiert, weil durch die Einführung von Elektromotoren deren Einsatz sehr viel praktikabler wurde.

    Nach viel Recherchen im Internet und Probefahrten von verschiedenen Modellen in Heidelberg war uns klar, dass wir ein Long-John (langgestrecktes, einspuriges Lastenrad) haben möchten.

    So kam es, dass ich ein Angebot eines Vorführers in Karlsruhe entdeckte und nach kurzem Telefonat mit meiner Frau schlugen wir zu. Nur wie das riesige Teil die 50km von Karlsruhe nach Rauenberg bekommen? Nunja, einfach fahren?! Sachen gepackt und los gings! Der Akku reichte locker, um nach Hause zu kommen.

    Nun nach über drei Jahren im Einsatz können wir festhalten, dass das Lastenrad eines unserer besten Investitionen war: Wocheneinkauf, Fahrten mit den Kindern, Bau- und Gartenmarkteinkäufe, Schwimmbadbesuche,.... alles möglich und vor allem viel einfacher und schneller als mit dem Auto.

    Immer wieder freue ich mich über die erstaunten Blicke auf dem Parkplatz, wenn ich im Baumarkt einen großen Sack Salz für die Enthärtungsanlage, Mulch, Erde, Holz und sonstigen Kram problemlos in das Lastenrad packe.

    Am besten bewährt hat sich unser Lastenrad im Umkreis von bis zu 5km. Aber auch Ausflüge, die um einiges darüber hinaus gehen, sind mit der Akku-Reichweite problemlos möglich. Zumal die allermeisten unserer alltäglichen Ziele ohnehin im Umkreis von 5-7km liegen.

    Vor allem ist im Umkreis von 5km die Reisezeit Tür-zu-Tür bei einem Fahrrad im Vergleich zu einen PKW eindeutig geringer: Man kann sowohl am Startpunkt als auch am Ziel direkt vor der Tür parken, muss keinen Parkplatz suchen und man kann oft den kürzeren Weg nehmen.

    Dies ist nicht nur der subjektive Eindruck des einzelnen Radfahrers, sondern wurde auch schon in vielen Studien nachgewiesen. Ein schöner Einstieg in die Thematik bietet der Verkehrswissenschaftler Martin Randelhoff in seinem Blog:
    https://www.zukunft-mobilitaet.net/167997/analyse/tuer-zu-tuer-reisezeit-stadtverkehr-pkw-miv-oepnv-radverkehr-pedelec-gleichheit-subjektive-verzerrung/

    Auch der Kaufpreis hat sich schnell amortisiert: Durch gesparten Sprit, Versicherung und Kfz-Steuer hat sich der Mehrpreis eines Lastenrads schnell eingefahren, vor allem wenn man nur den Mehrpreis zwischen normalen E-Bike und E-Lastenrad ansetzt.

    Das einzige Problem für mich ist: ICH bekomme das Lastenrad nur noch selten in die Finger! Durch meine Frau und die Kinder ist das Lastenrad ständig in Benutzung!

    Schönes Erlebnis war noch letzte Woche, als ein Heißluftballon knapp über die Rauenberger Dächer fuhr und nach einem Landeplatz suchte. Eigentlich wollten wir mit den Kindern schon das Abendprogramm starten, aber haben uns spontan entschieden, die Kinder schnell in das Lastenrad zu packen und den Ballon Richtung Gänsberg zu verfolgen! Am Ende haben wir den Ballon eingeholt und die Kinder konnten hautnah miterleben, wie der Ballon landete und eingepackt wurde. Was ein Abenteuer für die Zwerge, das wir ohne unser Lastenrad sicher nicht erlebt hätten!

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    Warum möchte ich als Stadtradel Star starten?

    Ecrit le 18.09.2020 de Manuel Steidel
    Equipe: Bündnis 90 Die Grünen
    Municipalité: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

    Warum ich dieses Jahr als Stadtradel Star teilnehmen möchte? Warum ich freiwillig darauf verzichte, als Stadtradel Star drei Wochen lang in ein Auto zu steigen?

    Weil ich es kann und es problemlos geht. Aber die ehrlichere Antwort ist: Weil ich es bisher hätte machen können, aber nicht gemacht habe. Weil man es gewohnt ist, für viele Strecken einfach das Auto zu nehmen.

    Ursprünglich, ohne COVID-19, hätte ich beruflich gerne Reisen nach Berlin zur Republica Konferenz und zu diversen Geschäftsterminen im Umkreis von 300km mit der Bahn und Rad unternommen, um für mich selbst herauszufinden, ob meine Berufstätigkeit als IT Berater im Außendienst auch ohne Firmenwagen möglich wäre. Ich hätte damit auch die Radinfrastruktur in anderen Regionen mit unserer vergleichen können. Mein elektrisch angetriebener Firmenwagen wäre dann an die Kolleg:Innen weiterverliehen worden, damit diese für sich die E-Mobilität ausprobieren können. War alles schon organisiert, alles gebucht. Aber alles Essig dank Corona.

    Hingegen privat in der Familie haben wir schon viele Fahrten auf das Rad umgestellt, seitdem wir ein E-Lastenrad angeschafft haben, mit dem wir unsere Einkäufe und Touren mit den Kindern erledigen können. Näheres dazu werde ich in einem der kommenden Blogbeiträge beschreiben. Unser Zweitwagen ist jedenfalls schon weiterverliehen, weil wir ihn nicht mehr brauchen.

    Spätestens als ich im Frühjahr für mich ein E-Touringrad angeschafft habe, haben sich eigentlich alle Fahrten im Umkreis von 5km - 10km mit dem Auto für mich erledigt. Eigentlich. Manchmal steigt man dann doch in das Auto für Strecken über die Ortsgrenzen, obwohl es nicht nötig oder sinnvoll wäre. Und E-Bike? Ist das nicht etwas nur für die älteren Semester? Finde ich nicht, aber dazu auch mehr in den kommenden Blogbeiträgen.

    Während des Stadtradelns möchte ich also für mich und für andere beweisen, dass man in der Region und im täglichen Leben problemlos auf das Auto verzichten kann. Ob und wie mir das gelingen wird, wo die Infrastruktur in Rauenberg noch verbessert werden kann und wo mein innerer Schweinehund währenddessen Urlaub macht, wird man in diesem Blog verfolgen können.

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