Blog VEDETTE EN SELLE : Thilo Braun


FFH-Suche, Tag 7

Image Ecrit le 16.06.2021 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Auf der Veranstaltung am Samstag zur Alleebaum-Pflanzung habe ich von einem Mitarbeiter von Ministerin Siegesmund ein Heft bekommen mit dem Titel: „Steppengebiete des Thüringer Beckens – Inseln der Vielfalt“.
Es behandelt mit viel Liebe zum Detail die Trockenrasengebiete in Thüringen, und davon gibt es gar nicht so wenige. Und die enthaltenen Karten sind so ausreichend detailliert, dass es leicht ist, auf kommot bei entsprechender Vergrößerung die Zugangspunkte zu finden und als Zielpunkt zu setzen.

So habe ich zunächst einen Trockenrasen nordwestlich von Erfurt (ca. 9 km) aufgesucht, und dann das Naturschutzgebiet Unstruttal (mit Radwanderweg) zwischen Nägelstedt und Großvargula (weitere 22 km).
Ein längerer Aufenthalt am Eingang zum Trockenrasengebiet nordwestlich von Erfurt ohne Gehörschutz empfiehlt sich allerdings nicht. Der Lärmterror der unmittelbar daran vorbeigeführten Bundesstraße verhindert recht erfolgreich jeden Eindruck eines Idylls.
Was mich übrigens wirklich geärgert hat: Wenn schon jemand im Schutzgebiet illegal grillen muss, warum nimmt er dann nicht wenigstens den Dreck wieder mit?

Eine Aufarbeitung der FFH-Gebiete wie für die Trockenrasen würde ich mir für alle FFH-Gebiete wünschen, selbst wenn die Artikel nur im Internet verfügbar wären. Denn damit könnten interessierte Menschen auch etwas damit anfangen und man könnte auch etwas steuern, wo Besucher hingehen sollen und wo nicht.
Als ich nämlich erklärte, dass das Auffinden von FFH-Objekten wie Kirchen ja noch relativ leicht sei, weil sie hoch aufragten, der Enzian-Erdfall bei Plaue aber nicht, bemerkte ein weiterer Teilnehmer der Veranstaltung, dass das auch gar nicht gewünscht sei, da sie bereits ein Problem mit Geo-Caching hätten.
Vielleicht müssen wir lernen, Dinge nicht mehr zu Tode zu lieben und empfindliche Gebiete nicht zu betreten oder zumindest auf den Wegen zu bleiben. Und natürlich keine Pflanzen abzureißen oder sonstwie Dinge mitgehen zu lassen. Fotos als Erinnerung müssen einfach reichen.

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Zweiter Meilenstein erreicht, Zwangspause nach Covid19-Impfung

Ecrit le 14.06.2021 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Nachdem ich die 1000-Km-Marke für ein "eigenes" Stadtradeln-Bäumchen erreicht hatte, stand nun der zweite Meilenstein an, die 1200-Km-Marke. Nachdem ich 2019 knapp über die 1000er-Marke gekommen bin, wollte ich diesmal die Steigerung.
Und ich hatte am Anfang durchaus meine Zweifel, ob das wohl gehen würde, im Durchschnitt 400 Km pro Woche. Aber das konsequente Radfahren hatte über die Jahre hinweg doch positive Effekte erzeugt. Und so fuhr ich auch gestern kurz nach meiner AstraZeneca-Impfung raus ins Freilichtmuseum Hohenfelden.
Ein Glück, denn heute morgen kam die Immun-Reaktion meines Körpers. Schmerzen im Impf-Arm, Schüttelfrost, Mattigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen. Ich werde heute also wohl nicht fahren, und wenn, dann nur kurze Strecken in die Stadt. Und dann mal sehen, was morgen ist.
Allerdings, sich nicht impfen zu lassen ist auch jetzt keine Option. Ich muss da durch, und ich werde da durchkommen.

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Baumpflanzung an der Deutschen Alleenstraße, Arnstadt, Jonastal

Image Ecrit le 12.06.2021 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Heute morgen war ich als Repräsentant des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) Landesverbands Thüringen zu einer Baumpflanzung an der Deutschen Alleenstraße bei Arnstadt eingeladen. Initiator war die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Lobbyverband der kleinen und mittleren, bäuerlich geführten Landwirtschaftsbetriebe. Und natürlich bin ich zünftig per Fahrrad angereist. Wie auch sonst?
Mit dabei waren die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund, Petra Enders, Landrätin des Ilm-Kreises, Michael Grolm, Vorsitzender der AbL Mitteldeutschland, Katharina Dujesiefken, BUND Mecklenburg-Vorpommern (die Sprecherin der Gruppe Radfernfahrt Deutsche Alleestraße), Roland Geiling, Vorstand ADAC Hessen-Thüringen, und die Gruppe der "Radfernfahrt Deutsche Allenstraße", die in drei Wochen rund 2300 Km fahren, um für den Erhalt der Alleen in Deutschland zu kämpfen.
Frappierend und angenehm überraschend fand ich die Gegenwart von Herrn Geiling vom ADAC, der sogar monierte, dass an einigen Stellen der Hinweis auf die Deutsche Alleenstraße fehlte und entsprechende Schilder übergab.
Wenn sich selbst der größte Lobbyverband der Automobilist*innen klar und eindeutig für den Erhalt und die Pflege von Alleen einsetzt, wird die Luft für die Landstraßenraser, die gern die Verantwortung für ihre automobilistische Inkompetenz auf die Alleebäume abwälzen wollen, ziemlich dünn. Und das Fällen der "gefährlichen" Bäume sollte dann auch kein Thema mehr sein.
Nachdem wir unsere Grußworte gesprochen hatten, unterzeichneten wir ein Pergament, das in einer Flasche als Zeitkapsel unter dem Baum plaziert wurde. Der Text lautete: „Und Euch, die Ihr dieses Schriftstück lest, wenn dieser Baum nicht mehr steht, möchten wir auffordern, nicht zu zögern und alles zu tun, damit an dieser Stelle wieder eine Allee ergrüne."
Zum Schluss noch zwei Hinweise: Für die Gruppenfotos fanden wir uns nur sehr kurz zusammen, um das Corona-Risiko gering zu halten, und den Sekt gab es natürlich auch in zwei alkoholfreien Varianten.

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Der Sack ist zu: Stadtradeln-Bäumchen ist fertig

Ecrit le 10.06.2021 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Gestern habe ich eine Runde gedreht, ganz ohne FFH-Suche. Ich bin zunächst nach Hohenfelden ins Freilicht-Museum, um meine Lieblings-Limonandenpavillionwirtin zu besuchen. Dann wollte ich sehen, ob es eine bessere Möglichkeit gibt, von dort nach Weimar zu kommen als die Landesstraße voller Soziopathen, die ich beim letzten Mal benutzt hatte, und dann sollte es von Weimar mit dem Zug nach Erfurt zurück gehen.
Um es kurz zu machen: Bis Bad Berka war noch alles im Strumpf, wie mein Bruder zu sagen pflegt, aber dann begann dasselbe Drama wie vorletztes Jahr. Ein Fernradweg nach Weimar war nicht ausgeschildert, und selbst Komoot versuchte nicht, mich irgendwo anders langzulotsen als über die Landesstraße. Leider geht es da recht stramm hügelan, was bedeutet, man ist dem Autoverkehrs recht lange ausgeliefert.
Alllerdings kann das auch ein Problem mit Komoot sein. Ich habe grad ausprobiert, die Tour mit dem Radroutenplaner und der Einstellung "Steigungen möglichst vermeiden" neu zu planen. Und die Route sieht zumindest ab Bad Berka erheblich anders aus.

Überhaupt Komoot. Ich finde es etwas gewöhnungsbedürftig, dass es mich verkehrt herum durch Einbahnstraßen schickt, die nicht in Gegenrichtung freigegeben wurden. Oder über Treppen, wie am Schloss von Apolda. Oder über einen fast zugewucherten Trampelpfad zwischen zwei Häusern, an dem ich natürlich im ersten Versuch erstmal vorbeigebrettert bin. Oder über den Triftweg in Arnstadt, dessen Gefälle gefühlt einem Freifall entspricht, der stellenweise überwuchert ist und dessen Untergrund gefährlich ausgewaschen ist. Für Downhill-Spezialisten vielleicht ein akzeptables Abenteuer, für Tourenradler mit Straßenreifen eher nicht. Da ist sicher noch Luft nach oben.

Nun, jedenfalls, als ich in Weimar einfuhr, fühlte ich mich bei weitem nicht so fertig, dass ich den Eindruck hatte, ich müsse den Zug nach Hause nehmen. Also habe ich die Navigation abgebrochen und bin einfach weitergeradelt, um möglichst dicht an die 1000 Km zu kommen, die es für ein Stadtradeln-Bäumchen braucht. Dass es eine Punktlandung werden würde, konnte ich zu dem Zeitpunkt natürlich nicht wissen.
Ich bin dann über Azmannsdorf gefahren und habe die Umleitung für den Radverkehr einfach mal ignoriert, da es spät genug war, nicht mehr mit Baustellenaktivitäten rechnen zu müssen. Denn eine Freundin hatte mir berichtet, dass der Baustellenuntergund besser sei als die Straße vorher. Und dem war auch so. Interessante Erfahrung.
Als ich dann zu Hause ankam, hatte ich genau 80,04 Km auf der Uhr, und das war - natürlich abgerundet - genau der Wert, der mir noch gefehlt hat.
Mal sehen, wieviel Prozent eines weiteren Bäumchens ich bis Ende der dritten Woche noch erradeln kann.

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Natura 2000, wir müssen reden! FFH-Suche, Tag 6

Image Ecrit le 09.06.2021 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Vorgestern, am Montag, war ich in Cospeda, einem Vorort von Jena, dessen Bewohner über dem gemeinen Volk wohnen. Der Weg hinauf ist entsprechend steil, und ich musste längere Zeit schieben. Was auch daran liegt, dass die kürzeste Übersetzung meiner Rohloff Schaltnabe nicht so kurz ist wie bei Kettenschaltungen von Mountainbikes.
Oben angekommen habe ich mir die Dorfkirche angesehen, ein FFH-Objekt, das - welch eine Überraschung - Fledermäuse beherbergt.
Anschließend bin ich dem Napoleon-Weg gefolgt über Apolda, Bad Sulza bis Naumburg/Saale (de facto endet er mittendrin irgendwo), wo ich den Zug genommen habe, um wieder nach Erfurt zu kommen.

Lange Haare, kurz geschnitten, nicht unerhebliche Teile meines Weges führten in der Tat erneut durch FFH-Gebiet, ohne dass es den geringsten Hinweis darauf oder auf Natura 2000 gab.
Jetzt bin ich kein Experte, aber kann es sein, dass es da marketingtechnisch ein gradezu erstaunliches Maß an Optimierungspotenzial gibt? Wenn Ihr also nächstes Jahr die Challenge durchführen wollt, um Natura 2000 einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, schlage ich vor, umfangreiche flankierende Maßnahmen einzuleiten.

Dann habe ich mir die Karten im Internet angesehen, auch die interaktiven.
https://natura2000.eea.europa.eu/
https://geodienste.bfn.de/schutzgebiete?lang=de
http://www.geoproxy.geoportal-th.de/geoclient/control
https://natura2000.thueringen.de/fileadmin/00_tlubn/Naturschutz/Bilder/9_natura2000/__k_natura-2000-gebiete_a0.jpg
Im Ernst, das ist es, womit Ihr bei Ottilie-Normal-Interessierten im nächsten Jahr punkten wollt?
Klar, die Karten sind Klasse für Wissenschaftler oder mit dem Thema befasste Verwaltungsangehörige. Aber für Leute wie mich? Keine Chance!
Ich würde mir zum Beispiel wünschen, dass ich bei einem FFH-Gebiet sofort ermitteln kann, welche Arten oder Lebensgemeinschaften es schützen soll, damit ich weiß, wonach ich Ausschau halten kann, wenn ich dort bin. Was dort erlaubt ist, und was nicht.
Selbst wenn ich versuchen will, nach Species auf https://natura2000.eea.europa.eu/ zu suchen, muss ich den lateinischen Namen wissen. OK, kann ich auf Wikipedia nachschlagen, ist aber doch recht umständlich.
Und erwartet Ihr allen Ernstes, dass Normalbürger*innen mit der Kleckselkarte aus dem letzten Bild etwas anfangen können?
Natura 2000, wir müssen dringend reden!

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Ruhetag

Ecrit le 06.06.2021 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Heute war ein Ruhetag. Das hatte zwei Gründe. Einerseits die Tatsache, dass ich tatsächlich am Rande meiner physischen Leistungsfähigkeit entlang balanciere. Meine Muskeln erholen sich nicht mehr vollständig über nacht. Allerdings ist das nicht weiter schlimm, denn ich weiß, dass so viele Kilometer wie dieses Jahr in so kurzer Zeit noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären. Meine Fitness hat sich also deutlich verbessert, obwohl ich - das wird jetzt den Einen oder die Andere sicher überraschen - währenddessen nicht jünger geworden bin.
Der zweite Grund war der Regen. Nicht, weil ich ein Problem damit hätte, bei Regen Fahrrad zu fahren, sondern weil ich vorhatte, meine Lieblings-Limonadenpavillion-Wirtin im Freilichtmuseum Hohenfelden zu besuchen. Leider kann sie nur auf der Außenfläche bewirten, und wenn es regnet, öffnet sie nicht.
Also habe ich am Computer ein bisschen "Buchhaltung" gemacht. Ein paar Blog-Einträge vorgenommen, Bilder von der Kamera und dem Smartphone auf den Computer kopiert und sortiert und einen gewissen Rückstand auf Fakebook aufgearbeitet. Da war ich letzte Woche drei Tage gesperrt, weil man Soziopathen natürlich nicht so nennen darf, selbst wenn es stimmt. Denn dann beschwert sich der Soziopath/die Soziopathin bitterlich bei Fakebook, denn sie gehen ja davon aus, dass wir uns ihre asozialen Unverschämtheiten gefälligst klaglos gefallen lassen müssen. Und so sieht das Fakebook eben auch. Wieder was gelernt.
Übrigens heißt Ruhetag natürlich nicht wirklich "Tag ohne Fahrrad". Denn ich muss am Wochenende einmal hoch ins Büro, die Pflanzen gießen. Also habe ich mich am Abend auf mein Pedelec geschwungen und bin hoch ins Büro gebrettert. Ist übrigens so ziemlich die einzige Anwendung für mein Pedelec, außer, wenn ich Sachen im Anhänger transportieren muss. Ansonsten fahre ich lieber mit dem mBike (muscle Bike, im Gegensatz zum eBike).

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Gustav-Adolf-Kapelle Witterda - FFH-Suche, Tag 5

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Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Der Weg führte schon am gestrigen Samstag von Erfurt über Gispersleben, an der Autobahn entlang, über Schaderode und Töttelstedt nach Witterda.
Natürlich hätte es wohl auch eine kürzere Strecke gegeben, aber ich wollte, ganz auf FFH-Expedition, durch das FFH-Gebiet fahren, in dem Schaderode und Töttelstedt liegen und das unmittelbar südlich von Witterda endet.Ok, ok, viel Landschaft, keine Frage, aber dennoch keinerlei Hinweis darauf, dass es sich um FFH-Gebiet handelt und was denn das Besondere sein soll. Wenn im nächsten Jahr eine Image-Kampagne zu Natura 2000 und den FFH-Gebieten starten soll, müsste rein informationstechnisch wohl noch einiges passieren.
Dazu passt übrigens auch, dass ich selbst erst durch die Anfrage von Natura 2000 von FFH-Gebieten und -Objekten und Natura 2000 erfahren habe.

In Witterda bin ich zunächst zur Kirche gefahren. Nicht nur, weil sie auf dem Weg lag, sondern weil ich ganz vergessen hatte, dass nicht sie, sondern die Kapelle das FFH-Objekt ist. Das fiel mir dann erst wieder ein, als ich auf dem Weg Richtung Elxleben den Berg runterrollte und die Kapelle linker Hand bemerkte.
Also abbiegen nach links statt nach rechts und den fälligen Besuch nachgezogen.
Und ja, ich will jetzt zugeben, es handelt sich bei den FFH-Objekten nicht um die beeindruckensten Bauwerke. Eine Kapelle ist nun mal keine Kathedrale. Aber idyllisch ist es dort allemal. Eine Sitzgruppe lädt im wohltuenden Schatten eines alten Baumes zum Verweilen und Entspannen ein, und das habe ich dann auch erstmal getan.
Die ersten vier Bilder zeigen die Kapelle, die letzten drei die Kirche in Witterda.

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Kloster Donndorf - FFH-Suche, Tag 4

Image Ecrit le 06.06.2021 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Da ich im Moment mit den FFH-Flächen nichts anfangen kann - keine Informationen darüber, was das Besondere daran ist - habe ich mich entschlossen, mich auf FFH-Objekte zu caprizieren. Und eines davon, mit rund 65 Km Entfernung zu Erfurt leicht in Fahrrad-Reichweite, ist Kloster Donndorf.
Also ordentlich Getränke zusammengepackt und rauf auf's Rad. Über den Unstrut-Radweg geht es zunächst nach Artern. Lockeres Pedalieren auf dem Deich, alles easy. HIer und da ein paar machbare Anstiege
Etwas unangenehm wird es erst ab Artern, denn man muss die Landstraße nehmen. Viele Autofahrer versuchen zumindest, ausreichend Seitenabstand einzuhalten, und das sind außerorts eben zwei Meter. Aber leider gibt es auch Soziopathen, die mit hoher Geschwindigkeit und deutlich weniger als ein Meter Seitenabstand überholen. Deshalb ist es auch wichtig, bei Gegenverkehr deutlich in die Mitte der Fahrspur zu ziehen, damit auch Menschen mit schweren Störungen der räumlichen Wahrnehmung erkennen, dass der Platz zum Überholen nicht ausreicht.

Der Anstieg zum Kloster ist dann nochmal bitter, aber machbar und auch nicht allzu lang. Dafür bekommt man oben eine Aussicht, die für jede Anstrengung entschädigt.
Einmal oben wäre ich dann in der Klosterschenke eingekehrt, wenn sie denn nicht erst im 16:00 Uhr geöffnet hätte. Aber zwei Stunden warten wollte ich dann doch nicht.
Das Kloster ist ein Wohnstift, mit einigen eingefügten neuen Gebäuden. Offenbar ist insbesondere die Verwaltung in den ursprünglichen Gebäuden untergebracht.
Und auch hier trifft man dann auf Erläuterungen, die anzeigen, dass auch dieses FFH-Objekt insbesondere Fledermäusen als Quartier dient.

Zurück ging es dann mit dem Rad bis Artern. Das Gewitter, das sich die ganze Zeit bemerkbar machte, zog rechter Hand an mir vorbei, und dort, wo es meine Weg kreuzte, war es schon vorbeigezogen.
Von Artern ging es dann mit dem Zug nach Hause.
Ich liebe die Möglichkeit der kostenfreien Fahrradmitnahme in den Regionalverkehrszügen.

Links:
https://www.region-suedharz-kyffhaeuser.de/kloster-donndorf.html
Und wer nicht nur wegen eines kurzen Rundgangs im Kloster in die Region fahren will:
https://www.modellbahn-wiehe.de/de/

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Thilo, der Demo-Hopper

Image Ecrit le 06.06.2021 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Ja, den Eindruck könnte man bekommen. Am Dienstag, den 01.06., auf der Critical Mass (CM) in Jena gewesen, wie üblich Ordner-Aufgaben übernommen. Ich bin einfach ein Fan der beiden sehr klugen, jungen Frauen, die die CM Jena organisieren. Deshalb habe ich irgendwann angefangen, dort mitzufahren. Und da ich im Moment Urlaub habe und Kilometer für's Stadtradeln sammle (BTW, mein eigenes Stadtradeln-Bäumchen ist, Stand heute morgen, zu mehr als drei Vierteln errradelt), bin ich natürlich standesgemäß mit dem Fahrrad angereist.
Die CM war leider diesmal kleiner als erhofft. Noch immer galt eine Auflage zur Teilnehmerbegrenzung, und das hat wohl auch einige Interessenten abgeschreckt. So kamen statt der erhofften und durchaus üblichen 150 nur knapp 70 Teilnehmende zusammen.
Danach hatte ich eigentlich vor, mit der Bahn zurück nach Erfurt zu fahren, aber eine wirklich liebe Freundin aus Weimar wollte mit dem Rad zurück, also habe ich sie begleitet, um ihre Gegenwart und das Gespräch mit ihr zu genießen. Danach war aber wirklich Schluss, und die Strecke Weimar-Erfurt habe ich dann tatsächlich mit der Bahn zurückgelegt.

Am Donnstag, dem Weltfahrradtag, dann die Fahrraddemo in Weimar, wo ja auch grad ein Radentscheid läuft. Wie mein Stadtradeln-Star-Kollege Christoph schon in seinem Blogeintrag (https://login.stadtradeln.de/specials/blog?L=1&sr_post_id=6237) geschrieben hat, war es gut, dass erfahrene Ordner aus Erfurt dabei waren. Denn natürlich muss man die Seitenstraßen absperren, wenn der Demo-Zug vorbeifährt, da vielen Autofahrenden nicht bekannt ist, dass die StVO aus mehr als nur einem Paragrafen besteht. So wissen sie gewöhlich nichts von §27 StVO, der es verbietet, einen geschlossenen Verband zu unterbrechen, selbst wenn die eigene Ampel Grün zeigt oder man eigentlich Vorfahrt hätte. Wir Corker erinnern dann mit freundlich quergestellten Rädern daran.

Und Samstag dann die große Fahrraddemo in Erfurt, um die Stadt daran zu erinnern, dass 12.700 Menschen den Radentscheid für eine bessere Radinfrastruktur unterschrieben haben und nicht wieder nur mit leeren Absichtserklärungen abgespeist werden wollen.
Aber so ist das halt. Noch immer gibt es zu viele Menschen - insbesondere Entscheidungsträger - die ernsthaft motorisierten Individualverkehr, also ein Mobilitätskonzept aus dem 19. Jahrhundert, für Modernität halten. Völlig ungeachtet, was das für das Klima, die Lebensqualität und die Gesundheit der von Lärm- und Abgasterror betroffenen Menschen bedeutet.Ich nehme an, das liegt auch daran, dass die Entscheidungsträger nicht da wohnen, wo die unangenehmen Seiten ihrer Entscheidungen zu Tage treten.

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Schloss Ettersburg - FFH-Suche Tag 3

Ecrit le 03.06.2021 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Jetzt muss ich ein paar Dinge nachtragen. Manchmal mag ich mich einfach nicht an den PC setzen.
Am 30. Mai war ich auf Schloss Ettersburg. Heftig, der Weg dorthin hat teilweise Steigungen bis 14%, sowas muss ich schieben, keine Gnade. Steigungen sind einfach nicht meine Domäne.
Allerdings bin ich auch von Erfurt hingefahren. Der - deutlich kürzere - Weg von Weimar aus enthält nicht so brachiale Steigungen. Und da die Mitnahme von Fahrrädern in Nahverkehrszügen thüringenweit kostenfrei ist, kann man sich natürlich erstmal mit der Bahn in eine bessere Ausgangspostition begeben.

Die Aussicht ist natürlich elefantös. Und es gibt im Schloss ein Hotel und ein Restaurant, und in der Nähe liegt das FFH-Gebiet "Großer Ettersberg". Eigentlich ist so ziemlich alles in der Gegend Flora-Fauna-Habitat, nur die Ortschaften sind davon ausgenommen. Ich habe diesmal also darauf verzichtet, mit meinem Tourenrad mit Straßenreifen durch die Waldgebiete zu radeln, denn das FFH-Gebiet muss man nicht finden, es findet Dich. Wobei ich mich natürlich nicht dagegen wehren konnte, zwischen zwei Schutzgebieten entlangzufahren, denn ich wollte nach Weimar, und wie gesagt, in der Gegend ist alles Schutzgebiet.

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Warum mache ich das eigentlich?

Ecrit le 30.05.2021 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Bei der Auftaktveranstaltung wurde ich gefragt, warum ich nun schon das dritte Mal als Stadtradeln-Star unterwegs bin. Und obwohl ich natürlich auch eine Spontan-Antwort parat hatte, habe ich doch einen wichtigen Aspekt vergessen.
Sowohl Stadtradeln als auch #mdrza (Mit dem Rad zur Arbeit) von AOK und ADFC sind Schnupperkurse in Sachen Verkehrswende, Klimaschutz und Radfahren.
Die Zeiträume sind überschaubar. Stadtradeln: 21 Tage lang einfach mal ausprobieren, was alles mit dem Rad geht, Mit-dem-Rad-zur-Arbeit in vier Monaten versuchen, an 20 beliebigen Tagen das Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit zu nutzen, wenn vielleicht auch nur für Teilstrecken.
Denn vielen Menschen, das merke ich immer wieder, geht es wie mir am Anfang auch. Ein bedauerlicher Mangel an Fantasie führt dazu, dass man es gar nicht erst probiert. Und so hätte ich selbst schon zehn Jahre früher anfangen können, das Fahrrad zum Zentrum meiner Mobilität zu machen. Dabei hätte ich mir sogar den Umweg über das Pedelec sparen können, und auch gesundheitlich wäre es eindeutig besser gewesen.
Aber ich konnte mir einfach nicht vorstellen, bei Wind und Wetter, sommers wie winters, jeden Morgen stramm hügelan zur Arbeit zu radeln.
Dann kam aber der Ärger über die Preissteigerungen beim Abo-Monatsticket. 50% in zehn Jahren! Alter! Das nenne ich mal persönliche Inflation! Wer soll denn dagegen anverdienen?
Ich versuchte es zuerst mit einem Pedelec, aber das war ein Reinfall. Es bekam mich nicht wirklich den Hügel hoch, und nachdem die Technik ausgestiegen war, merkte ich, es geht auch ohne Motor.
Und auch das Wetter war nie wirklich eine Hürde. Alles eine Frage der richtigen Bekleidung, also alles ganz normal. Zwischenzeitlich habe ich mich sogar schon gefragt, wieso ich eigentlich Regenklamotten besorgt hatte. Vollzeug, also Regenhut, Jacke, Hose und Überschuhe, brauche ich an kaum fünf Fahrten im Jahr, dazu noch weitere fünf mit Jacke. Erstaunlich, wie wenig es bei uns tatsächlich regnet, wenn man mal genau hinsieht.

Und das ist die Antwort. Ich mache das auch in diesem Jahr wieder, weil ich Menschen dazu bringen möchte, Fahrradfahren einfach mal auszuprobieren, und es einfach mal in den Alltag zu integrieren. Sollte die Fantasie fehlen, hilft vielleicht die Erfahrung Anderer.

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FFH-Suche, Tag 2

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Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Jetzt versuchte ich, die nächste Schwierigkeitsstufe zu zünden und eine FFH-Fläche aufzusuchen. Das ist nicht nur erheblich schwieriger als ein FFH-Objekt zu finden, es ist auch eine Gradwanderung. Denn natürlich sind naturbelassene Flächen auch immer sehr idyllisch, und das sollte auch so bleiben. Schließlich sind sie Rückzugsort vieler Arten, darunter auch gefährdeter und vor allem von Tieren.
Es kann also kaum Ziel sein, die Flächen im großen Stil bekannt zu machen und Scharen von Mountainbikern und Wanderern dorthin zu locken. Deshalb werde ich vorsichtshalber nur unverfängliche Bilder zeigen, deren GPS-Daten gelöscht wurden. Nur soviel: Ich war in der Nähe von Gebesee unterwegs und habe mein Fahrrad viel geschoben.

Obwohl ich die Schiebestrecken natürlich nicht habe aufzeichnen lassen, habe ich jetzt ein Viertel Stadtradelbäumchen zusammen.

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FFH-Suche, Tag 1

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Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Am Freitag bin ich das erste Mal auf die Suche nach Flora-Fauna-Habitaten (FFH) zur Vorbereitung der Kooperation von ADFC und Natura 2000 gegangen - oder besser, gefahren. Das entpuppte sich als schwieriger als gedacht.
Erster Anlaufpunkt war die evangelische Kirche in Dosdorf bei Arnstadt, unmittelbar am Gera-Radweg Richtung Plaue. Dort hat das Große Mausohr, eine Fledermausart, ihre Wochenstube (wo sie ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen). Sie jagt interessanterweise nicht Fluginsekten per Ultraschall, sondern spürt auf ganz altmodische Art Laufinsekten, Hunderfüßer und Spinnen am Waldboden per Gehör auf.
Da die Art streng geschützt ist, ist die Kirche damit ein sogenanntes FFH-Objekt.

Bis hierhin war es leicht. Doch dann wollte ich weiter nach Plaue, zum FFH-Objekt Zimmertal. Das war zunächst mal ein Reinfall. In der Umgebung ist alles gesperrt, es wird gebaut, einen Zugang habe ich nicht gefunden.
Also bin ich weitergefahren zur Burgruine Liebenstein. Da war ich schon ein paar Mal vorbeigefahren, jetzt wollte ich die Zeit nutzen, sie mir mal anzusehen.
Der Weg rauf ist steil, ich musste teilweise schieben. Die Burgruine ist nicht übermäßig beeindruckend, der Ausblick allerdings schon.
Nach einer Zwischenstation auf meinem Lieblings-Schafskäsehof ging es dann hurtig zurück nach Erfurt, zur Teilnahme an der Critical Mass am Abend.

Am Ende des Tages hatte ich dann bereits ein Fünftel meines Stadtradeln-Bäumchens zusammen.

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Es geht endlich wieder los!

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Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Heute war der erste Tag, und auch der erste Tag meines Urlaubs. Und da ich ja ein ganzes Stadtradeln-Bäumchen erradeln will, wollte ich gleich mal eine "Duftmarke" setzen und nichts anbrennen lassen. Und da ich wusste, dass um 15:30 Uhr der Termin für die Eröffnungsveranstaltung auf dem Wenigemarkt anstand, galt es, keine Zeit zu verlieren.
Das Wetter sah recht vielversprechend aus. Kühl, windig, feucht, und dunkle Wolken, die mit gelegentlichen Regengüssen drohten. Optimal also, unterwegs meine Ruhe zu haben und mich nicht irgendwo durch Menschenmassen mogeln zu müssen.
Was als erstes anstand war der Versuch, durch ein Waldgebiet vom Stausee Hohenfelden nach Ichtershausen (beherbergt ein staatliches Institut für Knastologie und Gitterkunde und liegt am Gera-Radweg zwischen Erfurt und Arnstadt) zu fahren.
Naja, Thüringen und Ausschilderung von Radfernverbindungen, da gibt es definitiv ein gradezu erstaunliches Maß an Optimierungspotenzial. Ohne Karten, Navi oder Ortskenntnisse war das ein Weg mit Irrungen und Wirrungen. Nur gelegentlich ein einsames Schild Richtung Ichtershausen, dann aber keine weiteren Hinweise, nichts. Was dazu führte, dass ich mehrfach falsch abgebogen bin und die Richtung verloren habe.
Am Ende kam ich natürlich nicht in Ichtershausen auf dem Gera-Radweg, sondern in Rudisleben. Und dort auch nur, weil ich die Eisdiele erkannte, an der ich mittlerweile zwei mal war, und neben der eine Art Trampelpfad auf den Gera-Radweg führt. Wie gesagt, ohne Ortskenntnisse ...
Aber, Ende gut, alles gut, ich kam dann noch zu meinem Lieblings-Schafskäsehof, wo ich mir zum Mittagessen eine Portion Rindergulasch mit Nudeln und zum Nachtisch ein Schafsmilcheis gegönnt habe. Lecker!
Noch ein kurzer Einkauf im Hofladen, und dann musste ich mich auch schon sputen, um rechtzeitig wieder nach Hause zu kommen.
Der Rückweg von Arnstadt ist natürlich immer recht einfach. Flussabwärts heißt auch, der Weg geht tendenziell leicht abwärts, und die Hauptwindrichtung ist auch in Richtung Erfurt. Lockeres Kurbeln über 30 Km in 1:30 h. Am Ende standen dann rund 95 Km auf der Uhr, und es war mir erstaunlich leicht gefallen.
Das macht mich zuversichtlich, die 1000 Km zu schaffen, die für ein eigenes Bäumchen nötig sind.
Die Bilder zeigen übrigens, wie ein Fahrrad aussieht, wenn man es bei Regen über nicht asphaltierte Wege fährt.

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Der Kreis schließt sich

Ecrit le 01.10.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Ich habe ja schon am Anfang über sich widersprechende Signale der Stadtverwaltung zu Verkehrswende und Radverkehrsförderung berichtet. Nun will ich mit einem weiteren unrühmlichen Beispiel enden.
Das Foto rechts zeigt ein relativ frisch aufgestelltes Zeichen 254 "Verbot für Radfahrer" an der Binderslebener Landstraße stadtauswärts. Die Begründung der Stadtverwaltung scheint zunächst logisch zu sein. Sie beruft sich darauf, dass die Räumzeit der Lichtsignalanlage (LSA, im Volksmund "Ampel") zu kurz sei, um einem Fahrradfahrer das sichere Queren der Kreuzung zu ermöglichen. Dazu zwei Fakten:
1) Es gibt bei Ampeln keinen Level of Service für andere Verkehrsteilnehmer als den KFZ-Verkehr - so die Aussage einer Stadtplanerin beim Workshop "Geisterradeln".
2) Es reicht völlig, mit gut 13 Km/h - also echt langsam - über die Kreuzung zu fahren, um an der anderen Seite zu sein, bevor der Querverkehr Grün bekommt. Das haben wir vom ADFC gemessen.

Die Wahrheit indes ist eine andere, und dazu muss man ein paar Dinge wissen.
1) Autofahrer interessieren sich nicht für die lustigen, aber ansonsten bedeutungslosen weißen Linien auf der Fahrbahn.
2) Die meisten Autofahrer ertragen es nicht, auch nur 10 m hinter einem Fahrrad herzufahren. Und das selbst dann nicht, wenn das Fahrrad bereits so schnell fährt, dass sie gar nicht schneller fahren dürfen.
3) Die Ampel ist eigentlich Dauer-Grün und schaltet nur aus drei Gründen auf Rot:
a) Ein Fahrzeug nähert sich aus Richtung Friedhofsparkplatz oder Überm Born, um in die Kreuzung einzufahren.
b) Ein Fußgänger oder Radfahrer fordert an der Bettelampel per Knopfdruck Grün an.
c) Und hier liegt der Hase im Pfeffer: Ein Fahrzeug will von der Binderslebener Landstraße links abbiegen und befährt dazu die entsprechende Linksabbiegerspur. Dabei löst es einen Kontakt aus, der die Ampel in der Gegenrichtung auf Rot schaltet.

Wenn nun aber in dem Bereich hinter dem Zeichen 254 ein Radfahrer unterwegs ist, scheren die Autofahrer nach links aus, brettern ebenfalls über die Kontaktschleife und lösen für die Gegenrichtung Rot aus, obwohl sie gar nicht abbiegen wollen. Und wenn sie dann nicht rechtzeitig wieder einscheren, lösen sie sogar in Gegenrichtung noch den Impuls aus und schalten damit die Ampel hinter sich auf Rot.
Um nun den KFZ-Verkehr von den Konsequenzen dieses Fehlverhaltens zu entlasten, sollen Fahrradfahrer nach rechts in den Seitenarm abgedrängt werden, die Bettelampel benutzen und nach Möglichkeit in den verkehrsberuhigten Bereich auf der Gegenseite fahren - nur um nach 640 m erneut vor einer Bettelampel zu stehen. Ziel ist also, die Fahrradfahrenden dem KFZ-Verkehr aus dem Weg zu räumen.
Nun mag die Einstellung an der Spitze der Stadtverwaltung eher rückwärtsgewandt und autoaffin sein, aber dumm sind die Leute natürlich nicht. Also haben sie sich das Märchen ganz oben ausgedacht, denn mit der Wahrheit dürften sie logischerweise nicht um die Ecke kommen.
Nota bene: Ich durfte heute schon zum zweiten Mal beobachten, dass sich Fahrradfahrer nicht um das Zeichen kümmern. Und das ist nachvollziehbar, habe ich doch im Geisterradeln-Workshop gelernt, dass schlechte und fehlerhafte Radinfrastruktur der wichtigste Faktor ist, der bei Radfahrenden StVO-widriges Verhalten induziert. Wäre das nicht mal ein Faktum zum Nachdenken?

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Rückfahrt von Nordhausen

Ecrit le 01.10.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Nach der Landesversammlung war für Sonntag eine Radtour für die Unentwegten angesetzt. Ursprünglicher Plan war, von Nordhausen nach Artern zu fahren und von dort die Züge in die jeweilige Heimatstadt zu nehmen. In dem Zusammenhang kann ich gut nochmal darauf hinweisen, dass die Mitnahme in Zügen des Nahververkehrs in Thüringen kostenfrei ist. Das gibt Menschen, die ihrer Leistungsfähigkeit nicht so ganz vertrauen, ein Sicherheitsnetz, dass sie in jedem Fall noch irgendwie nach Hause zurückkommen.
Jedenfalls haben wir uns dann auf der Fahrt umentschieden, nachdem wir die Talsperre Kelbra besucht hatten. Artern erschien uns doch zu nah, um eine Herausforderung zu sein. Und so nahmen wir den ersten Abzweig Richtung Bad Frankenhausen. Die Gruppe bestand zu dem Zeitpunkt aus Radfahrenden aus Suhl, Jena und Erfurt und löste sich nach und nach auf.
Nachdem sich die Jenaer von uns getrennt hatten, machten die Suhler und die Erfurter in Oldisleben noch einen Abstecher zur Goethe-Schokoladenmanunfaktur auf Kaffee und Kuchen. Da das Wetter frisch aber nicht kalt war, konnten wir sogar draußen sitzen.
Dann ging es gemeinsam weiter über Heldrungen und Sömmerda, wo uns die Suhler verließen. Am Ende fuhren wir noch zu dritt Richtung Erfurt. Da wir Flusstalradwege nutzen konnten, war das Höhenprofil schon mal kein Problem. Und so erreichten wir nach rund 93 Km schließlich Erfurt.
Für mich lag das an der Grenze des Machbaren. Wäre ich allein gefahren, hätte ich wohl mehr Pausen eingelegt und wäre wahrscheinlich langsamer gefahren. Allerdings konnte ich viel im Windschatten fahren, so dass ich zwar erschöpft, aber nicht völlig fertig war.

Übrigens, Klugscheißerwissen zum Windschattenfahren. In einer Gruppe, deren Mitglieder im Windschatten hintereinanderfahren, profitieren alle. Am schwächsten mit nur 10% Kraftersparnis natürlich der Erste, denn er kämpft ja gegen den größten Teil des Luftwiderstands. Allerdings profitiert er davon, dass sich hinter ihm weniger Wirbel bilden, da ja dort schon der nächste fährt.
Je länger die Gruppe ist, desto glatter liegt der Luftstrom an. Dennoch profitiert nicht das letze, sondern das vorletzte Mitglied am meisten, denn der letzte kämpft wieder gegen die Luftverwirbelungen in seinem Rücken.
Wichtig dabei ist, dass man sehr dicht hintereinander fährt. Das geht nur, wenn die Strecke übersichtlich und störungsfrei ist und bei auftauchenden Hindernissen klar kommuniziert wird. Die Flusstalradwege sind da sehr gut geeignet, solange sie nicht zu voll sind. Denn leider sind sie ein bisschen schmal geraten und werden natürlich auch von Spaziergängern, Joggern und Wanderern genutzt.

Das letzte Bild zeigt übrigens zweierlei. Einmal, wie in der Gegend Poller angekündigt werden, damit Radfahrende, besonders bei Gruppenfahrten, nicht dagegen fahren. Das würde ich mir überall so wünschen. Sehr vorbildlich!
Und die Poller selbst zeigen - sozusagen exemplarisch - das realistische Ausmaß an Vertrauen der Straßenverkehrsbehörden in die Regeltreue von Autofahrenden.

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ADFC Landesversammlung in Nordhausen

Ecrit le 30.09.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Am Samstag hatte der ADFC Thüringen seine Landesversammlung in Nordhausen. Wie schon im Beitrag vom 25.09. geschrieben, habe ich die Möglichkeit genutzt, schon am Freitag anzureisen und tatsächlich bis Sonntag zu bleiben. Das schafft Raum für gemeinsames Erleben und natürlich viele Gespräche.
Die Landesversammlung selbst lief wie üblich recht harmonisch. Der Vorstand musste neu gewählt werden, und um den Vorsitz gab es diesmal sogar das, was man gewöhnlich eine "Kampfkandidatur" nennt - was auch immer der Wortschöpfer mit dieser Bezeichnung sagen wollte. Denn der Begriff "Wahl" beinhaltete ja eigentlich, dass man zwischen Alternativen wählen kann und sollte daher ausreichen.
Jedenfalls konnte ich mich nicht gegen den längjährigen Vorsitzenden, der zwei Jahre pausiert hatte, Dr. Friedrich Franke, durchsetzen. Das macht allerdings nichts, denn natürlich ist der neue Vorsitzende eine exzellente Wahl, und weder mein Herz noch mein Engagement hängen an einem Titel. Außerdem arbeiten wir ohne große Reibungsverluste zusammen.
Dass wir nicht immer einer Meinung sind ist logisch und eher gut, denn wie Winston Churchill so schön sagte: „Wenn zwei Menschen immer die gleiche Ansicht haben, ist einer davon überflüssig.“ Also habe ich mich ohne jeden Groll zu einem von zwei Stellvertretern wählen lassen.
Zum Glück ist das mittlerweile keine reine Alt-Herrern-Veranstaltung mehr. Die wunderbare Frieda Nagler aus Jena hat sich ebenfalls zur Stellvertreterin wählen lassen, und sie ist keine dreißig. Vielleicht ist das der erste Schritt, die Führung des Landesverbands jünger und weiblicher werden zu lassen. Die alten Hasen sind dann ja nicht weg und können als Beisitzer im Vorstand immer noch ihre Erfahrungen einbringen, wo es nötig ist. Aber es wird Zeit, den Staffelstab weiterzureichen. Zum Glück hatten wir einige sehr engagierte und kompetente junge Menschen unter den Delegierten. Da ist bestimmt noch einiges zu erwarten.
Ich jedenfalls freue mich schon auf unsere konstituierende Sitzung Anfang November.

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Fridays for Future Demo am Freitag

Ecrit le 27.09.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

In der Tat habe ich mich am Freitag doch entschieden, an der Demo von Fridays for Future teilzunehmen und nicht mit dem Fahrrad nach Nordhausen zur ADFC-Landesversammlung zu fahren, sondern den Zug zu nehmen.
Denn Fridays for Future kann wirklich jede Unterstützung gebrauchen. Schließlich versuchen sie nichts Geringeres, als den Planten für zukünftige Generationen zu retten. Und da ich nun mal zu einer der Generationen gehöre, die es wider besseren Wissens verrissen hat, kann ich jetzt nicht beiseite stehen.
Und ja, es hat sich wirklich gelohnt. Interessant vor allem die Reaktion der Autofahrer, als wir mit ungefähr 600 Menschen auf dem Schmidtstedter Knoten - eine Monstrosität, die es in Städten gar nicht geben dürfte - unsere Kundgebung abhielten. Denn wir haben den Autofahrern kaum 20 Minuten an einer einzigen Stelle ihre überbordenden Privilegien entzogen, und sie verloren komplett die Contenance. Dabei gab es allerdings einen außerordentlich erheiternden Moment, als wir von der Demo-Leitung aufgefordert wurden: "Jetzt werden wir gemeinsam laut!" und wie auf Kommando ein Hupkonzert einsetzte. Danke für die große Zustimmung, dieser Zuspruch war überwältigend!
Leider konnte ich dann an der anschließenden Critical Mass nicht teilnehmen, denn es wurde Zeit, mich auf den Weg nach Nordhausen zu machen. Mein Fahrrad brachte mich zum Bahnhof, wo ich liebe FreundInnen traf (einige hatte ich bedauerlich lange nicht mehr gesehen), um ganz entspannt mit dem Zug ans Ziel zu kommen - wo uns unsere Fahrräder schnell und bequem zur Jugendherberge brachten. Die Rothleimmühle, ein umgebautes historisches Gebäude mit angeschlossenem, neu errichteten Gästehaus. Barrierefrei und sehr zu empfehlen, mit netten Menschen, die es uns mit großem Engagment und einem durchdachten Hygienekonzept möglich gemacht haben, die Landesversammlung des ADFCs Thüringen als Präsenzveranstaltung abzuhalten.

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Bin ich ein Märtyrer?

Ecrit le 25.09.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Tja, während ich hier noch so sitze und warte, dass der Klimastreik anfängt, gehen mir so einige Gedanken durch den Kopf. Bin ich ein Märtyrer, weil ich praktisch meine gesamte Mobilität auf dem Fahrrad (mit etwas Unterstützung des öffentlichen Personentransports) aufgebaut habe? Fahre ich Fahrrad, um das Klima zu schützen?
Nein, natürlich nicht! Die Nummer mit dem Klimaschutz ist ein angenehmer Seiteneffekt, der das gute Gefühl noch etwas verbessert. Aber der eigentlichen Gründe sind zwei: Ärger und Entsetzen.
Zunächst der Ärger: Der schwappte in mir hoch, als ich feststellen musste, dass der Preis für mein Abo-Ticket in zehn Jahren um 50% hochgegangen war. 50%! Alter!
Und das deckte sich dann mit der Erkenntnis, die auch das Statistische Bundesamt mittlerweile veröffentlicht hat: In der Tat ist Autofahren zwischen 2000 und 2018 rund 36% teurer geworden, der öffentiche Personentransport jedoch um durchschnittlich 87%. Oder, mit anderen Worten, wir setzen einfach die falschen Signale.
Jedenfalls war der Ärger groß genug, nach einer Alternative zu suchen, und die war natürlich nicht im Auto zu finden. Da hätte ich ja den Teufel mit Belzebub ausgetrieben, denn unabhängig von der Preissteigerung ist Autofahren natürlich immer noch die teuerste Art, unbequem zu reisen - wenn man vom Segeln mal absieht.
Ja, und das zweite war das, was ich gewöhnlich als Motivation durch Entsetzen bezeichne. Ich hatte bereits einen Prä-Diabetes und musste Tabletten schlucken, und meinem Herz-Kreislauf-System ging es auch nur noch so lala.
Nun gebe ich mich keinen Illusionen hin, Entsetzen hin oder her. Ich habe keinesfalls die Disziplin, regelmäßig Sport in der Freizeit zu machen. Zumal nicht im Winter, nach der ersten Tasse Kaffee auf der Couch. Ich musste also meinen Sport in den Alltag einbauen, anders würde es nicht gehen.
Naja, und das habe ich dann auch gemacht. Fahrrad fahren hieß, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Extrem preisgünstige Mobilität und täglich Sport. Gegen "schlechtes Wetter" gibt es passende Kleidung - wobei ich mich schon gefragt habe, wieso ich eigentlich Regenklamotten gekauft habe. So selten, wie ich die wirklich brauche.
Und wenn ich so zurückdenke, dann hätte ich wohl mit dem Fahrrad fahren früher anfangen sollen. Das hätte mir einiges erspart. Aber ich konnte mir einfach nicht vorstellen, morgens hügelan zur Arbeit zu fahren, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Bedauerlicher Mangel an Fantasie. Da half am Ende nur ausprobieren.

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Tipp aus der Praxis - Lebensmitteltransport

Ecrit le 25.09.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Ich hatte ja schon mehrfach geschrieben, dass ich immer mal wieder zum Schafskäsehof im Ziegenried fahre, um Käse einzukaufen. Da stellt sich natürlich die Frage, wie bekomme ich wärmeempfindliche Lebensmittel heile nach Hause, wenn zwischen Einkauf und Rückkunft locker bis zu zwei Stunden liegen können?
Nun, letzten Endes ist das leicht. Der ganze Outdoor-Boom hat dazu geführt, dass es mittlerweile haufenweise nützliche Ausrüstung für praktisch alle Aufgaben gibt. Und so gibt es auch kleinere Thermotaschen, die tatsächlich in eine Gepäckträgertasche passen. Dann packe ich zwei Kühlakkus aus der Tiefkühlung dazu und los geht's.
Und man glaubt es kaum, aber trotz Hin- und Rückfahrt und damit über vier bis fünf Stunden - ich will ja auch immer noch ein leckeres Schafsmilcheis essen - sind die Kühlakkus bei der Ankunft zu Hause noch immer nicht vollständig aufgetaut. Und damit sind auch die Lebensmittel immer noch frisch und haben nicht gelitten.
Das Foto rechts zeigt die Thermotasche gefüllt mit rund 1,5 Kg Käse und einem Döschen Frischkäse, während ich mir eine Lammbolognese gönne.

Das Prinzip verwende ich natürlich auch beim Einkauf im Verbrauchermarkt auf der grünen Wiese. Denn zum Beispiel frischen Fisch bei über dreißig Grad und heftiger Sonneneinstrahlung heil nach Hause zu bringen, ist auch über weniger als dreißig Minuten eine Herausforderung. Ohne Kühlung wäre mir das zu riskant.
Übrigens passen bis zu drei Tüten tiefgekühlter Beeren oder gefrorenen Gemüses in die kleine Tasche, aber natürlich keine Pizza. Irgendwas ist halt immer.
Ein weiterer Nachteil ist, dass man den Einkauf vorher planen muss, will man die Thermotasche nicht auf Verdacht mitnehmen. Aber wie so Vieles im Leben ist auch das letzten Endes eine Frage der Gewohnheit.

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ADFC Landesversammlung in Nordhausen dieses Wochenende

Ecrit le 25.09.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Jezt bin ich hin- und hergerissen. Eigentlich wollte ich heute mit dem Fahrrad nach Nordhausen fahren. Keine große Sache, rund 85 Km, und der Samstag wird definitiv sehr ruhig.
Allerdings ist mein Schauff Sumo außer Gefecht. Das Gehäuse der Schaltnabe ist schwer beschädigt, das Hinterrad deshalb zum Hersteller eingeschickt, um es auszutauschen und sie gleich neu einzuspeichen. Ich muss also eine meiner Möhren nehmen, und weil das Pedelec eigentlich zu schwer ist - was bekanntlich die Zuladung reduziert - und mein zweites Pedelec, das ich grad zum mBike (muskelgetriebenen Fahrrad) umbaue, eine krumme Tretkurbel hat, musste ich ein Fahrrad reaktivieren, das ich eigentlich schon komplett stillgelegt hatte. Im Englischen gibt es dazu einen schönen Begriff: to scrape the barrel, das Fass auskratzen.
Dazu kommt, dass heute FFF zum globalen Klimastreik aufgerufen hat. Natürlich kann ich nicht die volle Zeit dort verbringen, aber zumindest beim Auftakt sollte ich doch irgendwie dabei sein. Schließlich liegt mir das Anliegen seit vielen Jahren schon am Herzen, und endlich kümmert sich nun mal jemand drum. Da mag ich eigentlich nicht abseits stehen.
Die Entscheidung jedenfalls ist noch nicht gefallen, aber sie muss innerhalb der nächsten Stunden getroffen werden, denn sonst wird die Zeit für die Fahrt zu knapp.
Wir werden sehen!

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Kiddical Mass am Sonntag

Ecrit le 21.09.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Gestern war Kiddical Mass in Erfurt. Und natürlich war ich als Ordner und Korker mit dabei. Und es war wirklich ein schönes Erlebnis, mit rund 140 Teilnehmern, darunter ganz viele sogar noch sehr kleine Kinder auf Fahrrädern durch Erfurt zu fahren.
Die Strecke war natürlich kürzer als die übliche Critical-Mass-Strecke, nur rund sieben Km, was aber für Kinder auf ihren teils winzigen Rädern dennoch eine große Leistung ist.
Und sie waren mit Feuereifer und Freude dabei. Denn natürlich erkennen sie sehr schnell, dass ein Fahrrad ihren Aktionsradius erheblich erweitert, dass man viel bequemer und schneller unterwegs ist als zu Fuß. Kinder sind halt klein, aber nicht doof!
Überhaupt ist es toll, Kindern Dinge zu zeigen, die sie anschließend selbst machen können, denn Freude am Lernen ist ihnen eigentlich in die Wiege gelegt. So hatten selbst kleine Kinder keine Probleme, vor dem Start Luftballons mit Helium zu füllen, nachdem ihnen einmal gezeigt wurde, wie es geht.
Und so diente die Veranstaltung dazu, auch auf die Belange der kleinsten und schwächsten Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen und zu fordern, ihnen sichere Wege - vor allem auch Schulwege - bereitzustellen. Denn obwohl Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr auf Gehwegen fahren müssen (und bis zum vollendeten zehnten Jahr dürfen), bringt das noch keine Sicherheit. Denn die wenigsten Kinder wohnen in der Straße, in der auch ihre Schule liegt - womöglich noch auf der richtigen Straßenseite. Sie kommen also so oder so mit dem KFZ-Verkehr in Berührung, und die sollte nicht mit einem Unfall enden.
Leider fehlt vielen Erwachsenen die Fähigkeit zur Empathie und zum Perspektivwechsel, und so sehen unsere Städte - und da macht Erfurt keine Ausnahme - auch aus.

Natürlich durfte die übliche Diskussion mit eher rücksichtslos aufgestellten Autofahrerinnen (diesmal ganz ohne Gendersternchen) nicht fehlen. Denn obwohl es ganz klar verboten und angesichts der Zusammensetzung des Zuges auch äußerst gefährlich, rücksichtslos und schwachsinnig war, wollten zwei junge Frauen mit ihrem Ressourcenvernichter in den geschlossenen Verband fahren. Zum Glück haben sie sich durch meine energische Ansprache noch bremsen lassen. Auch zu ihrem Glück, denn ich glaube, in dem Fall wären die mitfahrenden Polizistinnen alles andere als nachsichtig gewesen.

Alles in Allem war es eine sehr gelungene Veranstaltung zum Kindertag, die allen Teilnehmenden viel Spaß gemacht hat. Und vielleicht sollten wir das öfter machen, schon um auf die Mobilitäts-Belange der Kinder stärker aufmerksam zu machen. Ich bin jedenfalls gern wieder dabei.

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Die neue Möhre mal auf einer längeren Strecke

Ecrit le 20.09.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Bin gestern mit der neuen Möhre testweise ins Freilichtmuseum gefahren. Wer glaubt, das wäre mit einem Pedelec ein Klacks, irrt allerdings. Denn es muss natürlich einiges an Gewicht die Hügel hochwuchten, und das kann es nur begrenzt. Dazu kommt, dass man die eingestellte Abschaltgeschwindigkeit nicht zu deutlich unterschreiten sollte. Denn die Elektronik versucht unverdrossen, den Motor dazu zu bringen, diese Abschaltgeschwindigkeit zu erreichen. Wenn der Motor das aber nicht schafft, wird alles an Strom, was nicht in Vortrieb umgewandelt wird, zu Wärme. Ist nicht nur nicht effizient, sondern kann den Motor überhitzen und letztlich himmeln. Also heißt es entweder, die Unterstützung runterzusetzen, oder mit ordentlich Druck auf dem Pedal und Drehzahl die Geschwindigkeit hochzuhalten.
Ist übrigens ein typisches Problem von Nabenmotoren. Mittelmotoren messen üblicherweise die Kraft, mit der der Fahrer in die Pedale tritt, und der Motor gibt eine voreingestellte Menge Kraft dazu. Dabei fährt man dann die Geschwindigkeit, für die es bei dem vorliegenden Fahrwiderstand ausreicht.
Bei mir jedenfalls reichte der Akku grad so aus, aber es war nicht wirklich besser als mit meinem Sumo. Sobald das wieder fit ist, werde ich Touren wieder damit fahren.

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Eine neue Möhre

Ecrit le 20.09.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Leider hat es die Rohloff-Nabe an meinem Haupt-Fahrrad gehimmelt. Der Ring, der die Speichen hält, bricht nach und nach. Grund ist wohl Pfusch beim Neueinspeichen gewesen, aber das wird wohl nicht leicht zu beweisen sein.
Jedenfalls, die Nabe ist hin, das Rad nicht mehr fahrbereit und ich werde bei Rohloff anrufen müssen um zu sehen, ob es eine Möglichkeit gibt, wenigstens das Innenleben zu retten und in ein neues Gehäuse zu transplantieren.
Deshalb habe ich am Donnerstag ein neues gebrauchtes Fahrrad abgeholt, in Torgau an der Elbe. Ein Pedelec, das ich mir als Ersatz für meins gekauft habe. Dessen Elektronik hat eine Macke, aber der Akku ist halt noch gut.
Auch spannend, oder? Man kauft ein Fahrrad zu einem Akku!

Natürlich bin ich zum Abholen mit der Bahn gefahren, denn mit Teilauto hätte es mich gut 130 Euro gekostet - und es wäre während des Stadtradelns ohnehin nicht gegangen, da ich ja grad kein Auto benutzen darf.
So habe ich rund 60 € bezahlt und konnte das Rad auch gleich ausprobieren. Allerdings hätte ich doch etwas Werkzeug einpacken sollen, denn es war nicht gut eingestellt, was das Fahren zu einer Quälerei machte. Also bin ich nur bis Mockrehna statt bis Leipzig gefahren und habe dort wieder den Zug genommen.
Ach ja, der Titel des Beitrags. Nun, für mich ist es eine Möhre, denn man kann es keinesfalls mit meinem Sumo vergleichen, das ich üblicherweise fahre. Ich werde es also nur als eine Art Lastesel für den Anhängerbetrieb nutzen, üblicherweise nicht für längere Strecken.
Was die alte Möhre angeht, deren Elektronik eine Macke hat, werde ich sie wohl umbauen. Immerhin hat das Rad ein maximal zulässiges Gesamtgewicht von 150 Kg - 30 mehr als üblich. Die Zuladung wird allerdings durch die elektrische Ausstattung wieder deutlich reduziert. Also werde ich alles ausbauen, was nicht an ein zünftiges mBike (für Muscle-Bike, als Gegensatz zu eBike) gehört und eine andere Rohloff-Nabe einbauen, die ich mit einem Schrottrad bei einer Erfurter Fundsachenversteigerung erworben habe - für unglaubliche 14,40 € brutto! Und dadurch wird das Rad dann aus dem Möhrenstatus aufsteigen.

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„Support your locals!“ (Part II)

Ecrit le 20.09.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Ich muss noch ein bisschen was aus der letzten Woche nachtragen.
Letzten Sonntag war ich zunächst wieder im Freilichtmuseum Hohenfelden. Meine Lieblings-Limonadenpavillionwirtin hatte versprochen, Rindergulasch zu kochen. Denn da ich kein Schweinefleisch vertrage, kann ich – außer den süßen – ihre sonstigen Leckereien nicht essen.
So gab es also zum Mittagessen Rindergulasch mit Klößen. Eigentlich gehört noch Rotkraut dazu, da es aber mit Schinkenspeck gemacht ist … – naja, Ihr wisst schon.
Anschließend bin ich dann ins Schlosscafé Tonndorf für den Nachtisch gefahren. Wenn man den Weg da rauf hinter sich gebracht hat, hat man sich Kaffee und Kuchen redlich verdient. Das Angebot ist wechselnd, es gibt gewöhnlich zwei Sorten Kuchen, eine Suppe und eine Quiche. Alles vegetarisch, was die Sache für mich sehr angenehm macht. Kein Fleisch, kein Schweinefleisch.
Letzten Sonntag gab es eine superleckere Schokotarte. Sehr mächtig, aber auch zartschmelzend. Sie fiel also nicht wie ein Stein in den Magen.
Überhaupt sind die Leute, die das Café betreiben, sehr nett und sehr entspannt. Das schafft eine angenehme Atmosphäre. Und die Aussicht ist natürlich wundervoll.
Das führt mich unmittelbar zu der Frage, was ich wohl im Winter machen soll, wenn sie geschlossen haben. Bleibt dann nur ein Grund mehr, sich auf den Frühling zu freuen.

Den Turm kann man übrigens besteigen. Allerdings sollte man es dabei nicht eilig haben. Er ist alt und weitgehend im Originalzustand. Und das heißt, dass die Holzstufen der Stiegen teilweise recht ausgetreten sind. Die Bilder sind übrigens dort entstanden.

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Fahrräder kodieren in Suhl

Ecrit le 13.09.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Gestern, am 12.09., waren wir vom ADFC Erfurt mit drei Leuten und dem Nagelkodierer in Suhl, um den dortigen Kreisverband beim Kodieren von Fahrrädern zu unterstützen. Leider kein Tag mit vielen Fahrrad-Kilometern, aber natürlich haben wir das wirklich gute Angebot des öffentlichen Personentransports der Bahnen genutzt, um nach Suhl zu kommen. Der ADFC war auf einem Stadtfest am Diana-Brunnen vertreten.
Der Tag war anstrengend, keine Frage, aber eben auch ein schönes Gemeinschaftserlebnis. Gemeinsam haben wir ca. 35 Fahrräder kodiert, also mit einer eindeutigen Kombination aus Ziffern und Buchstaben - gewöhnlich rechts am Sattelrohr - versehen, die sich von den Behörden im Bedarfsfall dem Eigentümer leicht zuordnen lässt. Und das selbst dann, wenn das Fahrrad gar nicht als gestohlen gemeldet wurde.
Die Hoffnung ist natürlich, dass der deutlich sichtbare Code potenzielle Diebe zusätzlich abschreckt. Er entbindet die BenutzerInnen natürlich nicht davon, das Fahrrad beim Abstellen abzuschließen, am besten sogar an einem festen Gegenstand anzuschließen.

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"Support your locals!"

Ecrit le 13.09.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Getreu diesem Motto bin ich vorgestern wieder mal nach Hohenfelden ins Freilichtmuseum geradelt. Nicht, dass ich mir die Häuser nochmal hätte in Erninnerung rufen müssen - dazu war ich bereits viel zu oft dort - aber da ist die wundervolle Limonadenpavillion-Wirtin, die mit viel Energie und Freundlichkeit ihre Gäste mit hausgemachten kleinen warmen Gerichten, frischen Waffeln, selbstgebackenem Kuchen und Getränken, darunter auch ein Museums-Bier, versorgt.
Wegen der Corona-Pandemie wurden im Freilichtmuseum alle bisherigen Aktionstage abgesagt, Familienfeiern durften nicht stattfinden. Und wie alle anderen Gastronomiebetriebe leidet auch der ihre unter den wirtschaftlichen Folgen.
Also fahre ich regelmäßig hin, um sie mit meinem Konsum zu unterstützen. Und bei der Gelegenheit kaufe ich auch immer eine Kleinigkeit im Museumsladen.
Natürlich ist die Marmelade teuer, aber ich kaufe sie ja nicht, um Marmelade zu kaufen - das ginge im Supermarkt billiger und schneller. Ich kaufe meine Marmelade dort, weil ich weiß, dass auch dem Museum natürlich die Einnahmen aus den ausgefallenen Veranstaltungen fehlen.
Zum Glück kann ich mir diese Ausgaben leisten (weiß aber, dass es weniger Glückliche gibt). Das liegt an zweierlei. Erstens werde ich bei der Modis anständig bezahlt, zweitens werfe ich kein Geld für den Unterhalt eines Ressourcenvernichters zum Fenster raus. Wenn ich ein Auto für eine bestimmte Aufgabe unabdingbar benötige, nehme ich ein Teilauto (natürlich nicht während der drei Wochen Stadtradeln).

Allerdings hat Carsharing für die meisten Menschen einen wirklich gravierenden Nachteil: Gradezu brutale Ehrlichkeit!
Denn nach jeder Fahrt kann ich sofort im Internet nachsehen, was mich meine Automobilität tatsächlich gekostet hat. Und diese Rechnung wird mir dann am Monatsende auch auf Heller, Pfennig und neuerdings auch Cent präsentiert. Da ist kein Raum für die übliche Fehleinschätzung, die Kosten für einen Ressourcenvernichter im Durchschnitt um 52% zu niedrig anzusetzen (Quelle: Süddeutsche Zeitung).
Und damit nochmal zurück zum Titel: Auch Teilauto wurde von den Folgen der Pandemie stark gebeutelt. Und auch dort hieß es, solidarisch zu sein (ohne deshalb den Autokonsum zu erhöhen, natürlich).
Denn ich will einerseits, dass ich auch nach der Pandemie noch auf ein günstiges Auto zurückgreifen kann, wenn es umumgänglich ist. Und ich weiß, dass es Menschen gibt, die stärker darauf angewiesen sind als ich.

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Auftaktveranstaltung und Radtour

Ecrit le 11.09.2020 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Gestern war Auftaktveranstaltung für das Stadtradeln vor den Domstufen. Und irgendwie ist es dieses Jahr recht irritierend. Denn einerseits nimmt Erfurt ja am Stadtradeln teil - was den Schluss zulässt, dass der Radverkehr gefördert werden soll.
Andererseits wird aus dem Rathaus ziemlich offen gegen Radfahrer im Allgemeinen und den laufenden Radentscheid gestänkert. Und auch gestern fehlte ein Seitenhieb mit dem Tenor "ist ja wohl alles nicht so schlecht, habt Euch mal nicht so!" nicht.
Das mag mit einer bei Politikern weit verbreiteten Attitüde zusammenhängen. Sie bewegen sich nämlich oft wie Ruderer: Vorwärts auf dem Fluss der Zeit (was sollen sie auch Anderes machen), aber der Blick ist dabei streng rückwärts gerichtet. Und mit jedem Ruderschlag erscheint ihnen die eigene Leistung gigantischer.
Würden sie sich allerdings mal umdrehen und nach vorn sehen, dann würden sie gewahr, wie weit es noch bis zum Ziel ist. Und genau deshalb - für diesen Perspektivwechsel - steht der Radentscheid.
Nur zur Erinnerung: Vor kurzem wurde ein - nicht nur aus meiner Sicht unqualifizierter - Zwischenruf aus dem Rathaus im Amtsblatt veröffentlicht. Darin wurde die Beschwerde einer Maria M. zitiert, die sich bitterlich über böse Fahrradfahrer beschwert. Dabei müsste Frau M. doch zunächst mal dankbar sein, dass diese rücksichtslosen Zeitgenossen auf Fahrrädern unterwegs sind. Nicht auszudenken, welches Schadenspotenzial diese Leute am Steuer eines 1,5 bis 2,5 Tonnen schweren Ressourcenvernichters mit vielleicht mehreren hundert PS entfalten würden.
Und das führt mich unmittelbar zu der Frage, wieso ich mich als Fahrradfahrer eigentlich jedes Mal pauschaliert abkanzeln lassen muss, wenn ein Fahrradfahrer, Auch-Fahrradfahrer, Möchtegern-Fahrradfahrer oder vermeintlicher Fahrradfahrer irgendwo irgendwann tatsächlich oder vermeintlich etwas Böses geschrieben, gesagt oder getan hat. Macht man bei Autofahrern doch auch nicht!

Und was Konflikte zwischen Radfahrenden und zu Fuß Gehenden angeht, so werden diese von der Stadtverwaltung bewusst oder grob fahrlässig herbeigeführt. Denn obwohl die allgemeine Benutzungspflicht für Radwege seit 1997 aufgehoben ist und § 45(9) klare Grenzen für Eingriffe in den Fahrzeugverkehr definiert, findet man in Erfurt noch allenthalben Zeichen 240 - "Radfahrer, verpisst Euch von der Fahrbahn" (offiziell: "Gemeinsamer Geh- und Radweg"), und zwar selbst dort, wo es die Breite gar nicht hergibt. Und das ganz offensichtlich nur, um - ganz im Sinne der Reichsstraßenverkehrsordnung von 1937 - die Radfahrer den Autofahrern aus dem Weg zu räumen. Damit wird ein Konflikt heraufbeschworen, der eigentlich nicht stattfinden sollte: Der Konflikt zwischen Fahrzeugen und Fußverkehr.

Nun, trotz allen Gegenwinds, trotz der Ambivalenz, nehme ich auch dieses Jahr wieder in exponierter Position am Stadtradeln teil und werde, wie letztes Jahr auch, für drei Wochen kein Auto von innen sehen - nichtmal zum Saubermachen! Denn mein Ziel ist und bleibt die Gleichberechtigung von Rad- und Fußverkehr mit dem motorisierten Individualverkehr. Und da ist - siehe oben - noch eine erhebliche Strecke zu rudern.

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Es war spannend bis zum Schluss

Ecrit le 13.06.2019 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Hallo zusammen,

die drei Wochen Stadtradeln sind nun rum, und irgendwie scheint es mir zu wenig zu sein. Natürlich bin ich viel mehr gefahren als üblich. Schließlich wollte ich ja ordentlich Kilometer sammeln. Und ich habe tatsächlich die 1000 geknackt - nach 655 im letzten Jahr. Dabei habe ich mir einen kleinen privaten Wettkampf mit einem meiner Kollegen geliefert. Wir haben uns dabei gegenseitig angespornt.

Für mich war die Motivation, mich als Stadtradeln-Star zur Verfügung zu stellen, sichtbar zu machen, dass man seine gesamte Alltagsmobilität auf dem Fahrrad aufbauen kann - mit ein bisschen Hilfe des öffentlichen Personentransports, natürlich. Aber ein eigenes Auto braucht man dazu nicht. Letzten Endes ist das wichtigste Hindernis auf dem Weg zur Veränderung ein Mangel an Fantasie. Denn oft kann man sich einfach nicht vorstellen, dass etwas funktioniert, bevor man es nicht ausprobiert hat.
Deshalb in diesem Zusammenhang der Hinweis auf die Aktion von AOK und ADFC "Mit dem Rad zur Arbeit" (https://www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de/sachsen-thueringen/index.php). Ziel ist, noch bis Ende August an 20 Tagen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren (oder als Fernpendler wenigstens eine Teilstrecke, z. B. zum Bahnhof). Einfach mal ausprobieren, es lohnt sich und wird wahrscheinlich zu der einen oder anderen überraschenden Erkenntnis führen.

Die erste Woche ohne meine Teilauto-Karte hatte ich allerdings ein etwas merkwürdiges Gefühl der Verunsicherung. Ich hatte nicht wirklich vor, etwas mit dem Auto zu machen, aber offenbar ist es für mich beruhigend - und völlig ausreichend - zu wissen, ich könnte ein Auto nutzen, wenn wirklich alle Stricke reißen. Und vielleicht ist auch das ein Konzept, das den einen oder anderen Autobesitzer dazu bringen kann, sein Auto abzuschaffen.

Ansonsten kann ich mich nur den Worten von Elisabeth Kolbe anschließen, dass sowohl bei der Infrastruktur als auch bei den Vorrausetzungen, die die Arbeitgeber für mehr Radverkehr schaffen können, noch reichlich Luft nach oben ist. Und da hilft vielleicht hier und da ein bisschen rumzuquengeln, um Dinge in Bewegung zu setzen.

Und sollte es nächstes Jahr wieder Stadtradeln-Stars für Erfurt geben, werde ich gern wieder dabei sein.

Liebe Grüße,

Thilo

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Mühlentag!

Ecrit le 10.06.2019 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Wie schon letztes Jahr, so bin ich auch dieses wieder eine Runde über ein paar Mühlen gefahren, die laut Internet-Recherche heute geöffnet sein würden. Der Plan war, zunächt die Mühle in Bechstedtstrass (in Privatbesitz) zu besuchen, dann im Freilichtmuseum Hohenfelden auf Kaffee und Kuchen vorbeizuschauen (mein Lieblingsapfelsaft war schon wieder alle) und dann einen Abstecher zum Mühlenfest in Klettbach zu machen - mehr so, weil sie mehr oder weniger auf dem Weg zurück lag.
Natürlich kam es wieder mal anders. OK, Schritt eins lief noch genau nach Plan. Am Ortseingang von Bechstedtstrass erinnert ein Denkmal an die Zeit des Waidanbaus (auch eine Waidmühle ist eine Mühle!), dann ging es weiter zur Bockwindmühle.
Doch dann fragte ich mein Navi nach dem Weg von Bechstedtstrass nach Hohenfelden und bekam einen Vorschlag über mehr als 31 Km. Ich war am Morgen erst sehr spät losgekommen (hatte noch was auf dem Zettel gehabt) und so schien mir das zu zeitaufwendig. Also wechselte ich zur kurzen Strecke, 17 Km.
Dummerweise macht das Navi Dinge, die ich nicht so recht durchschaue, aber ich folgte erstmal. Bis es mich unterhalb der Mühle Klettbach auf eine völlig zugewucherten Feldweg führen wollte, den ich nichtmal mit Mountainbike hätte befahren wollen.
Allerdings hatte ich die Mühle Klettbach schon sehen können, also änderte ich den Plan, wechselte wieder auf die Landstraße und war kurze Zeit später auf dem Mühlenfest. Das war größer als letztes Jahr. Da ich noch nichts gegessen hatte, gönnte ich mir eine Portion Rosmarin-Kartoffeln mit Champignons, zum Nachtisch ein Stück hausgebackenen Kuchen und einen Becher Kaffee. Dann wurde es Zeit für das Freilichtmuseum Hohenfelden. (Hatte ich schon erwähnt, dass mein Lieblings-Apfelsaft alle war?)
Dort ein kurzer Rundgang, um nach Neuem zu sehen, ergab sichtbaren Fortschritt beim Wiederaufbau eines neuen Hauses und zwei Esel, die seelenruhig im Stall standen.
Nochmal Kaffee und Kuchen bei meiner Lieblings-Limonadenpavillionwirtin, Erwerb von zwei 3-Liter-Kartons Apfelsaft und dann heim!
Ja, und dann ein Erlebnis, wie es einem Menschen in dieser Intensität nur beim Wandern oder Fahrradfahren passieren kann. Bei rasender Bergabfahrt auf Windischholzhausen zu, links der Wald, rechts eine Talwiese, strich ein Greifvogel über die freie Fläche, zunächst in dieselbe Richtung wie ich. Doch dann drehte er bei, kam mir entgegen und landete seelenruhig auf einem Verkehrszeichen, an dem ich Augenblicke später in kaum zwei Metern Entfernung vorbeifuhr. Er (oder sie?) sah mich ungerührt an: "Ich weiß, Du tust mir nichts!", und dann war ich auch schon vorbei.

Welch ein Hochgefühl! Ich liebe Fahrrad fahren!

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"Exberde" bei der Arbeit - auf dem Bahnhof in Artern

Ecrit le 10.06.2019 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Gestern sind wir ja in der Gruppe von Erfurt nach Artern gefahren. Dort haben wir dann den Zug genommen, um wieder zurück nach Erfurt zu kommen. Und dafür mussten wir in Artern die Unterführung zu Gleis 2 benutzen.
Dabei fiel mir auf, dass man bei der Sanierung des Bahnhofs offenbar vorgehabt hatte, die Rampen an den Treppen als Eisbahn auszuführen. Davon ist man dann zwar doch noch abgekommen (wohl weil man vermutete, dass wegen des Klimawandels die Erhaltung des Eises stetig steigende Kosten verursachen würde), am Prinzip jedoch wollte man offenbar festhalten. Und so hat man mit großem Erfolg Bodenfliesen gesucht, deren Reibungskoeffizient dem von Glatteis recht ähnlich ist.
Das führt dazu, dass man beim Fahrrad besser die Finger von der vorderen Bremse lässt, denn dann entgleitet einem die Fuhre sofort. Ein leichter Zug an der Hinterradbremse führt dagegen dazu, dass das Hinterrad sofort blockiert und der Reifen nahezu ohne spürbaren Widerstand talwärts gleitet - und das schon bei knochentrockenem Untergrund!
Jetzt versuche ich mir grad vorzustellen, wie Menschen mit Rollator bei der Benutzung der Rampen von ihrem Mobilitäts-Hilfsmittel gnadenlos in die Tiefe gerissen werden. Also allen Ernstes, wer so einen Schwachsinn verzapft, der frisst doch auch kleine Kinder, oder?

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Thüringer Unternehmenslauf

Ecrit le 10.06.2019 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Ich muss noch etwas nachtragen, nämlich vom Mittwoch letzter Woche. Da fand der Thüringer Unternehmenslauf in Erfurt statt. Und die Modis ITO war natürlich mit dabei. Allerdings bin ich nicht mitgelaufen. Warum sollte ich auch laufen? Ich habe doch zwei gesunde Räder!
Allerdings habe ich mich wieder als Helfer verpflichtet, der im Mannschaftszelt auf die zurückgelassenen Taschen und Rucksäcke aufpasst. Denn meine Kollegen wollten halt teilnehmen, und ich wollte meinen Teil dazu leisten, dass sie unbeschwert ihren Spaß haben konnten - auch wenn der Zeitplan dann dafür sorgte, dass ich mit dem Rad ausnahmsweise wenig fahren konnte.
Wenn Ihr weitere Bilder sehen wollt, es gibt eine Facebook-Seite: https://www.facebook.com/modis.it.outsourcing/photos/pcb.641528116321204/641526422988040/?type=3&theater

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