Blog VEDETTE EN SELLE : Lara-Luna Wojtkowiak


"Mein Fahrrad ist mein Rückzugsort, der mich stets vorwärts zieht."

Image Ecrit le 15.09.2021 de Lara-Luna Wojtkowiak
Equipe: Fahrradi
Municipalité: Berlin

Woche 2: 13.09.2021,20:00

Ich war auf dem Nachhauseweg und hatte einen freien Abend vor mir. Mein Weg führte mich am Tempelhofer Feld vorbei, als mir ein farbenfroher, wärmender Sonnenuntergang gegenüberstand. Einfach anlässlich dieser natürlichen Schönheit drehte ich eine Extrarunde der Sonne entgegen. Mit Musik im Ohr konnte ich total im Moment sein und genießen.
Ich kann das ehemalige Flugfeld wärmstens empfehlen. Hier ist genug Platz für alle und noch dazu autofreie Zone. Das heißt, man kann sowohl sportlich mit dem Rennrad pesen als auch Tricks auf verschiedensten Rollen üben oder einfach mal abschalten und stressfrei Fahrradfahren.

Eine prima Situation, die zu meinem Spruch passt. Hier kann ich etwas für mich tun, was mir Energie schenkt und mich immer weiter anspornt, Neues zu erleben und Gutes zu bewirken.

— Lara-Luna

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Gemeine Kommentare im Internet

Ecrit le 15.09.2021 de Lara-Luna Wojtkowiak
Equipe: Fahrradi
Municipalité: Berlin

Woche 2: 11.09.2021,14:30

Mir fällt es schwer darüber zu schreiben, doch ich halte es für ein wichtiges Thema.
Seit der Vorstellung der diesjährigen Berliner Stadttadeln-Stars auf sozialen Netzwerken verfolge ich die Kommentare unter den Posts. Ich war völlig geschockt, als ich auf 90% unangenehme Reaktionen stieß. Gerade online zeigen sich viele Menschen, die Spaß daran haben, anderen, motivierten Leuten den Spaß zu nehmen.

Auf den Post mit meinem selbsterdachten Spruch „Mein Fahrrad ist mein Rückzugsort, der mich stets vorwärts zieht.“ schrieb jemand: „Dann zieh Dich mal zurück wenn es regnet oder schneit! *drei Lach-Emojies*“
Das war für mich eine ganz neue Erfahrung, von jemandem Fremden persönlich angemacht zu werden. Es verletzt mich, wenn mir die eigenen Worte im Mund umgedreht werden, um sie gegen mich zu wenden.

Viele scheinen zudem das Konzept und das Ziel der Stadttadeln-Aktion noch nicht ganz verstanden zu haben.

Franz schreibt: „Ich werde mir ein Fahrrad aufs Auto schnallen. Auf so viele Kilometer muss erst mal einer kommen!“
Hans schreibt: „Bitte kein „unnötiges Herumfahren“.“
Paul schreibt: „Der Fahrrad Fetisch geht mir total auf die Nüsse.“
Speed schreibt: „20 Tage alle Wege mit dem Rad? Und danach wieder mit der Blechbüchse?“

Deshalb möchte ich einmal in Worte fassen, was Stadtradeln für mich bedeutet und wie ich es verstehe:

In erster Linie sehe ich es als eine Aktion, die aufmerksam machen und mobilisieren soll, um eine ernst zu nehmende Alternative zu Kraftfahrzeugen, das Fahrrad, weiter in der Gesellschaft zu etablieren. Ich mache mit, erzähle meinen Freund*innen davon, die wiederum erzählen es bei ihrer Arbeit usw. So wächst das Projekt fürs gute Klima. 20 Tage am Stück habe ich konkret vor Augen, was ich bewirken kann, worum es hier geht (nämlich unsere Erde) und fahre mit diesem Bewusstsein durch die Straßen.
Ja, es ist ein Konzept, dass auf Vertrauen basiert. Deshalb sollte jeder nur so viele Kilometer eintragen, wie man auch wirklich gefahren ist. Dabei ist es doch klasse, wenn sich Teilnehmer*innen für diesen Zeitraum mehr als gewöhnlich aufs Rad schwingen. So macht jeder für sich neue Erfahrungen, egal ob auf dem Arbeitsweg oder auf dem Familienausflug. Es sollte immer ein erstes Mal geben, einen Weg mit dem Fahrrad auszuchecken und dafür ist das Stadtradeln doch ein wundervoller Motivator.
Das Klima soll sich ausruhen dürfen vom überhöhten CO2-Ausstoß, Communities werden gestärkt, Spaß am Wettbewerb, Bewegung, Aussicht auf mehr Förderungen für den Ausbau von Fahrradwegen etc.
Da das ganze deutschlandweit läuft, finde ich den Direktvergleich der Städte super spannend, und zwar immer unter dem Motto, wie können wir von anderen lernen. Bremen z.B. trägt den Titel der fahrradfreundlichsten Stadt Deutschlands. Mega! Den Titel will ich auch für meine Stadt :)

Also liebe Leser*innen,
Auch wenn es sowohl online als auch offline Leute gibt, die versuchen euch auszubremsen: Ich finde uns super! Bleibt dran, bleibt motiviert, steigt auf die Räder, genießt den Fahrtwind und habt vor allem Spaß!

— Lara-Luna

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Lightshow im Grunewald

Image Ecrit le 15.09.2021 de Lara-Luna Wojtkowiak
Equipe: Fahrradi
Municipalité: Berlin

Woche 2: 11.09.2021,14:00

Was für ein Farbenspiel! Gestern Abend traf sich mein Team, um im Dunkeln eine Fahrradtour zu machen. Dabei befestigten wir vielerlei Lichter an unseren Rädern. Unsere Gruppe konnte keiner übersehen. Vom Wegesrand hörten wir immer mal wieder begeisterte Stimmen von Fußgänger*innen: „Wow, was ist denn hier los? Das sieht ja toll aus. Und gleich so viele.“.
Probiert es aus! An so einen Abend werde ich mich noch lange erinnern. Ein richtiges Event.

— Lara-Luna

PS: Investiert in gute Lichter und Reflektoren, um Eure eigene Sicherheit im nächtlichen Stadtverkehr zu erhöhen. Da gibt es ja mittlerweile richtig stylische Produkte. ;)

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„Ich bin stolz auf mich!"

Image Ecrit le 08.09.2021 de Lara-Luna Wojtkowiak
Equipe: Fahrradi
Municipalité: Berlin

Woche 1: 05.09.2021, 04:15 Uhr

Wow, wow, wow! Ich komme gerade von einem aufregendem Tag auf dem Rad.
Heute habe ich meinen persönlichen Tagesrekord aufgestellt: 132,5 Kilometer. Und ich bin stolz auf mich.

Mein Team-Captain Patti hat eine wundervolle Fahrradtour rund um den Liepnitzsee im Norden Berlins geplant. Treffpunkt: 10.30 Uhr S-Blankenburg. Für mich hieß das, dass ich um 09.00 Uhr den Fahrradhelm schloss und losgeradelt bin. Aus Neukölln hatte ich einen Anfahrtsweg von 23 Kilometern. Für solche langen Strecken in unbekannte Ortschaften nutze ich einfach Google Maps, um navigiert zu werden. Das klappt meistens sehr gut. Heute jedoch, führte die App mich in ganze vier Sackgassen. Da heißt es: Nerven bewahren! Aber mit dem motivierenden Gedanken, dass ich durchs viele Wenden und Pfadfinder-Spielen weitere Kilometer sammle, blieb ich gut gestimmt.
Am Treffpunkt angekommen, sah ich in die vielen lächelnden Gesichter meiner Freunde. Wir radelten zu sechzehnt durch Feld und Wald. Während des Fahrens genossen wir viele schöne Unterhaltungen. Sobald der Boden lockerer wird, muss ich mich allerdings sehr auf den Weg konzentrieren. Mein Fahrrad hat relativ schmale Reifen, die zwar Profil haben aber bei sandigem Waldboden oder groben Schotter für nicht all zu viel Stabilität sorgen. Da merke ich den Unterschied zwischen Stadtverkehrfahrten und Erlebnisfahrten im Umland deutlich. Ich möchte nicht ausrutschen und mich verletzen, weshalb meine Körperspannung und mein mentaler Fokus enorm beansprucht werden. Das gibt mir aber gleichzeitig den Kick. Ich bin stolz auf mich, wenn ich alle Hürden heil bewältigt habe. Nach der Hälfte der Strecke gönnten wir uns am See eine Frisbee-,Fußball-, Essens-, Badepause. Im Wasser schwelgten wir in schönen Erinnerung einer Wochenendstour der Stadtradelnzeit 2020 und hielten diesen Moment mit ein paar Fotos und Videos fest. Gemeinsam verbrachten wir 6 erlebnisreiche Stunden und fuhren dabei 55 Kilometer.

Im Anschluss ging es für mich weiter nach Siemensstadt, in den Westen Berlins. Mit den Tickets für einen unvergesslichen, achtstündigen Theaterabend in der Fahrradtasche radelte ich die nächste Stunde durch die Stadt. Zugegeben, meine Beine fingen an zu schmerzen. Aber nicht wegen Muskelerschöpfung. Es fühlt sich eher wie erste Entzündungssymptome am Schienbein und den Achillessehnen an. Trotzdem fuhr ich weiter. Ich habe keine Fahrkarte für die Öffis und für Personen- plus Fahrradticket bin ich zu geizig. Ich zog also durch.
Die Vorstellung endete um 02.00 Uhr nachts. Der Himmel war dunkel und klar. Die Straßen kaum befahren. Ich liebe es, nachts mit meinem Fahrrad durch die Straßen zu fahren. Die Stadt sieht schön aus, keine in der zweiten Reihe parkenden Autos versperren den Radweg, die Luft ist kühl aber rein und ich bin allein mit meinen Gedanken. Meine Mutter macht sich häufig sorgen, wenn ich so spät alleine unterwegs bin, doch auf meinem Fahrrad fühle ich mich sicher. Es ist wie mein personal Space, an den keiner rankommt. Ich selbst habe noch nie beobachtet wie irgendwelche Banden oder so eine*n Fahrradfahrer*in ernsthaft belästigt haben. Zu Fuß jedoch fühle ich mich um ein vielfaches machtloser als junge Frau nachts in Berlin. Der Fahrtwind gib mir ein gutes Gefühl.

Jetzt liege ich in meinem Bett, schreibe diesen Blogeintrag, freue mich wie ein Kullerpfirsich darauf, gleich die 132,5 Kilometer in die Stadtradeln-App einzutragen und mich im internen Teamranking nach oben wandern zu sehen.

Gute Nacht. :)
— Lara-Luna

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„Fahrradfahren ist ein einfacher Weg, alles und jeden zu begeistern.“

Image Ecrit le 08.09.2021 de Lara-Luna Wojtkowiak
Equipe: Fahrradi
Municipalité: Berlin

Woche 1: 03.09.2021, 11:00 Uhr

Auch Berlin startete diese Woche in die beliebte Zeit des Stadtradelns und ich bin mittendrin. Yejih! 2021 ist mein drittes Jahr, in dem ich mit meinem Team „Fahrradi“ für ein gutes Klima kräftig in die Pedalen trete. Für mich bedeuten diese zwanzig Tage Glückshormone pur: ich freue mich, meine Freunde auf Gruppentouren zu treffen, ich freue mich über jeden einzelnen Kilometer den ich zurücklege, jede*n entgegenkommende*n Radler*in, frische Luft, gut ausgebaute Fahrradwege, mich zu bewegen und das Bewusstsein, mit so viel Freude dem Planeten Erde ein Stückchen mehr Erholung zu schenken.

Aktuell streikt die GDL und die Berliner S-Bahnen fahren nur äußerst selten. In meiner Schauspielschule sorgt das für einige Verspätungen der Student*innen. Ich wiederum, als fleißige Fahrradfahrerin, habe zumindest mit Pünktlichkeit keine Probleme. Doch die Angst, von wilden Autofahrer*innen umgenietet zu werden, wächst, da zu viele Städter*innen als Alternative zum Auto greifen und die Stadt dadurch verstopft. Um so schöner, dass seit Donnerstag Stadtradeln ist. Je mehr Leute sich aufs Fahrrad schwingen, desto größer die Chance auf eine exponentiell an Fahrer*innen gewinnende, ausgeglichene Fahrradstadt, die ich mir persönlich sehr wünsche.

Klasse, dass Ihr dabei seid!!!!! :)
— Lara-Luna

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