Blog VEDETTE EN SELLE : Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis


Zum Pendeln nach WiWa oder Heidelberg

Image Ecrit le 01.07.2021 de Manuel Steidel
Equipe: Bündnis 90 Die Grünen
Municipalité: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

Ich glaube, eine der größten Hürden für meisten, um mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, ist, dass sie gar nicht wissen, welche Strecken es für das Rad überhaupt gibt.

Schauen wir uns also erstmal an, wohin die Bürger:Innen von Rauenberg pendeln. Dazu gab es vor ein paar Jahren eine sehr schöne Auswertung, die Ihr Euch unter diesem Link anschauen könnt:
https://cdn.www.spiegel.de/producing/wirtschaft/2018/pendler/v1/pendler.html

Hauptarbeitsorte waren 2018:
1. Wiesloch (603)
2. Heidelberg (559)
3. Walldorf (412)

Jeden Morgen kann man den Effekt auch sehen: Zur Ortsausfahrt Richtung Wiesloch staut es sich auf mehrere hundert Meter. Das muss wohl diese automobile Freiheit sein, von der die Autohersteller in der Werbung immer reden.

Welche Wege gibt es also nach Wiesloch? Nun, der Bögnerweg und der Talwiesenweg waren in den letzten Monaten regelmäßig Gegenstand der Berichterstattung der RNZ. Ich glaube, das ist so einfach, da muss ich nicht tiefer drauf eingehen.

Schauen wir also weiter auf Platz 2: Heidelberg
Würde man der offiziellen Beschilderung folgen, würde man den Radwegen nach Wiesloch, Nußloch und Leimen folgen. Ganz ehrlich: Richtig Spaß macht das durch die Ortschaften nicht.
https://www.komoot.de/tour/407030230?ref=wtd

Ich persönlich bevorzuge aber gerne Strecken, die nicht durch die Ortslagen führen, weil man dort immer durch Kreuzungen und fehlende Radwege ausgebremst wird.
Daher führt mein Vorschlag westlich von Frauenweiler vorbei, nach Sandhausen/St.Ilgen, weiter nach Kirchheim bzw. Pfaffengrund, wie ich es diese Woche zum Impfzentrum mit dem eBike in 50Minuten gefahren bin.
https://www.komoot.de/tour/406592958?ref=wta

Zu guter Letzt Walldorf, wo auch ich mein Büro habe. Mein Eindruck ist, dass die meisten die Radwege Bögnerweg/Talwiesenweg nach Wiesloch auch für die Strecken zum Bahnhof und Gewerbegebiet Wiesloch/Walldorf nehmen. Aber wie bereits erwähnt: Ich versuche die Ortslagen zu vermeiden:
Probiert mal die Weinberge Richtung Westen zu nehmen und von dort durch den Wald ins Gewerbegebiet. Der Weg ist nur unwesentlich länger, aber ihr habt eine viel schönere Strecke ohne stinkenden Autoverkehr.
https://www.komoot.de/tour/407037196?ref=wtd

Dieser Weg ist im Übrigen auch eine tolle Variante zum Bahnhof!

Ich hoffe die Streckenpläne machen Euch Lust, doch nochmal öfter das Rad stehen zu lassen und zum Arbeitsplatz zu radeln. Kennt Ihr vielleicht auch bessere Routen? Dann lasst es mich bitte wissen, ich würde mich freuen!

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DingDong, Grunz, T'schuldigung

Image Ecrit le 18.06.2021 de Manuel Steidel
Equipe: Bündnis 90 Die Grünen
Municipalité: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

Ohne jeden Zweifel sind selbst die gut ausgebauten Radrouten in unserer Umgebung meist viel zu schmal, um eine leistungsfähige Radinfrastruktur zu bieten.
Die meisten Radwege innerorts sind gemischt mit Fußverkehr und so kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Radfahrer:innen und Fußgänger:innen. Das Gleiche auf den Feldwegen.

Nehmen wir als Beispiel den noch besten, beziehungsweise einzigen, baulich vom Autoverkehr getrennten Radweg, den wir in Rauenberg haben: Von Wiesloch kommend entlang der alten "Entenmörder"-Strecke bis nach Mühlhausen.

Meist sind die Wege so schmal, dass man nur im Idealfall nebeneinander fahren kann und im Regelfall hintereinander fährt, um Gegenverkehr, Spaziergänger:innen und Hunden auszuweichen. Nur um es deutlich zu machen: Das Problem sind nicht die Anderen, sondern die ungenügend breiten Wege!

Funfact am Rande: Dieser Radweg ist laut Beschilderung teilweise nicht einmal ein Radweg!
¯_(ツ)_/¯

Das nimmt einem doch deutlich den Fahrspaß auf dem Rad. Denn man möchte sich mit anderen auch unterhalten können und daher nebeneinander fahren. Nichts anderes ermöglichen wir im Übrigen dem Autoverkehr: Hier sitzt man auch nebeneinander, und redet miteinander. Wieso ist es also nicht möglich, die gleichen Rahmenbedingungen auch dem Rad- und Fußverkehr zu bieten und damit deutlich attraktiver zu gestalten? Zumal ein Radschnellweg deutlich günstiger zu haben ist als Autostraßen.

Natürlich können wir nicht überall extra-breite Super-Duper-Radschnellwege für jede Fahrtrichtung zur Verfügung stellen. Aber auf den wichtigsten Routen sollten wir das niederländische Vorbild nachahmen. Macht Euch mal den Spaß und schaut auf Google Maps irgendeine Stadt oder Gemeinde in den Niederlanden an. Vollkommen egal welche. Ab einer gewissen Gemeindegröße werdet Ihr auf den Hauptstraßen separate, rot gefärbte, Radwege vorfinden oder, wo kein Platz dafür ist, wird der Autoverkehr durch bauliche Maßnahmen verlangsamt.

So bleibt uns kurzfristig nur, die schmalen Wege miteinander zu teilen, so gut es geht. Dabei beobachte ich drei Varianten, wie man sich den anderen ankündigt, damit diese einem Platz machen:

Die unhöflichste Form ist, das gegrunzte "EY!": Erfüllt zumeist sein Zweck, damit Platz gemacht wird, lässt die Stimmung aber auf allen Seiten in den Keller rauschen.

Die häufigste Variante ist hingegen das simple Klingeln: Es ist schnell ausgeführt und scheint gesellschaftlich akzeptiert zu sein. Für diejenigen, die angeklingelt werden, ist es aber zumeist im ersten Moment ein Schreck und sie springen auf die Seite. Manchen Radfahrer:innen ist das bewusst und verzichten dann vollständig auf eine rechtzeitige Ankündigung. Das ist natürlich die schlechteste Wahl.

Meine bevorzugte Variante: Ich rufe ein freundliches "T'schuldigung" voraus und beim Passieren ein "Danke" oder "Guten Tag" hinterher. Man erntet in aller Regel auch einen freundlichen Gruß und ein Lächeln. Wir sollten doch den Vorteil nutzen, miteinander zu reden, wenn nicht 2Tonnen Blech um uns herum die Kommunikation mit unseren Mitmenschen verhindert, oder?

Ich würde meinen: So kommen wir gemeinsam besser durch den Tag und an das Ziel :)

Im diesen Sinne wünsche ich Euch einen schönen Radfahr-Tag!

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Zur Bundesliga mit dem Rad

Image Ecrit le 13.06.2021 de Manuel Steidel
Equipe: Bündnis 90 Die Grünen
Municipalité: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

Zu Beginn der Europameisterschaft dürfen auch endlich wieder Zuschauer mit ins Stadion. Da mekrt man sehr deutlich, wie man die Stimmung durch die Zuschauer vermisst hat und wie wichtig die Reaktionen von Zehntausenden für die Intensität des Spiels ist.

Das gibt uns Hoffnung, dass auch der Ligabetrieb nach der Sommerpause wieder mit Zuschauern stattfinden kann und ich freue mich schon auf die erste Stadionwurst!

Hier in der Region haben wir das Glück, mit der TSG Hoffenheim Fußball aus der ersten Liga und mit dem SV Sandhausen Zweitligafußball schauen zu können.

Die meisten werden sicherlich spontan daran denken, mit dem Auto zum Stadion zu fahren. Dabei sind die Radstrecken nach Sinsheim und Sandhausen gut ausgebaut und man ist häufig auch schneller.

Der kürzere Weg mit 11km ist - klar - nach Sandhausen: Ich fahre lieber die Strecke westlich von Frauenweiler und den Bahnhof Wiesloch/Walldorf, anstatt durch Wiesloch durchzufahren, weil ich gerne Autostraßen vermeide und fast durchgängig im Grünen bin. Mit dem eBike fahre ich die Strecke unter 30Minuten - damit unschlagbar schnell. Beim Auto muss man erstmal einen Parkplatz suchen, sofern man überhaupt nach Sandhausen reinkommt. Und nach Abpfiff steht man sowieso im Stau, vor allem bei Spielen mit vielen Auswärtsgästen.
Die genaue Strecke findet man bei Komoot:
https://www.komoot.de/tour/390051803?ref=wtd

Mit 18km führt die etwas weitere Strecke nach Sinsheim, zum Stadion der TSG Hoffenheim, die aber auch problemlos zu fahren ist.
Zunächst geht es auf dem Radweg durch Rotenberg, Mühlhausen und Angelbachtal nach Waldangelloch. Danach biegt man in den Wald ab und wird am Ende mit einem tollen Blick auf das Stadion und die Burg Steinsberg belohnt.

Wer es kürzer haben will, kann auch über Sinsheim-Dühren fahren. Aber ich finde die Strecke über Waldangelloch deutlich schöner.
https://www.komoot.de/tour/391021707?ref=wtd

Wie fahrt Ihr zum Stadion mit dem Rad? Habt ihr alternative Streckentipps?

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Der Start zu Startradeln 2021: Wieso? Weshalb? Warum?

Image Ecrit le 13.06.2021 de Manuel Steidel
Equipe: Bündnis 90 Die Grünen
Municipalité: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

1. Warum machen Sie bei der Aktion Stadtradeln mit?

Weil es Spaß macht Kilometer zu sammeln und sich mit anderen zu messen. Es ist ja auch überhaupt nicht schwer teilzunehmen. Sensationell war letztes Jahr die Gewinnergruppe, die uneinholbar vorne lag. Dieses Jahr wollen wir es ihnen nicht so einfach machen!



2. Was motiviert Sie als Stadtradel-Star teilzunehmen?

Kurze Version: "Weil's geht. Warum also nicht?" . Bisschen länger: Es ist eine gute Gelegenheit, zu zeigen, dass Vieles auch ohne Auto geht und viel öfter einfach mal das Rad zu nehmen.



3. Sie wohnen auf dem Land und haben Kinder. Ist es nicht manchmal schwierig auf das Auto zu verzichten und konsequent Fahrrad zu fahren?

Die Frage impliziert schon, dass Fahrradfahren eine Last wäre und das Autofahren das einfachere Transportmittel. Aber auf vielen Strecken ist das Gegenteil der Fall. Ich frage mich oft, warum die Leute auf das Fahrrad verzichten und stattdessen sich durch die engen Straßen im Ort mit dem Auto quälen.

Außerdem täuscht man sich: Rauenberg und Umgebung sind schon lange keine klassische ländliche Region mehr. Wir haben jede Menge Einrichtungen und Arbeitsplätze im Umkreis von 10 oder sogar 5 Kilometern. Viele könnten also problemlos die eine oder andere Fahrt mit dem Rad statt mit dem Auto erledigen.

Deshalb werde ich dieses Jahr in meinem Stadtradel Blog konkrete Alltagsstrecken beschreiben, die locker mit dem Rad gehen. Und ich möchte auch schreiben, wie es mit Kindern klappt. Inzwischen fahren meine mit 3 und 5 Jahren die meisten Strecken selber. Das Schöne ist, dass man dabei auch mitbekommt, wie sie dadurch ihre Umgebung wahrnehmen und wir Erwachsenen gleich mit (Der Weg ist das Ziel) und sie die Welt nochmal viel intensiver sehen als im Auto. Also ist doch die Frage: Warum nutzen so viele immer noch für so viele Strecken das teure, umständliche und langsame Auto? Es gibt für einige Situationen sicher gute Gründe. Aber bestimmt nicht für alle Fahrten. Dann ist es meist nur eine Gewohnheitssache.



4. Reicht Ihnen das Engagement der Stadt Rauenberg bzw. des Rhein-Neckar-Kreises aus? Haben Sie konkrete Wünsche für Ihr näheres Umfeld?

In der Vergangenheit wurde seitens der Kommune viel zu wenig kontrolliert und illegales Verhalten durch den Autoverkehr toleriert. Ich habe daher manchmal Verständnis für Eltern, die Ihre Kinder mit dem Auto zum Kiga bringen. Einfach weil man sich im öffentlichen Raum zu Fuß oder auf dem Rad unsicher fühlt. Da werden Gehwege mit Autos zugeparkt und befahren, Kreuzungsbereiche oder sogar Fußübergänge zugeparkt und damit für Kinder zum Gefahrenbereich. Oder man wird gefährlich überhohlt, nur um an der nächsten Kreuzung das Auto wieder einzuhohlen.

Seitens des Kreises könnte endlich beim Thema Radschnellweg von Wiesloch/Walldorf nach Heidelberg ein paar Gänge höher geschalten werden. Es reicht nicht aus, ein paar Feldwege auf einer Karte bunt anzumalen, ein paar Schilder hinzustellen und als "Kreisradwegenetz" zu bezeichnen, um Radverkehr attraktiver zu gestalten. Die Strecke nach Heidelberg ist bislang ein schreckliches Gegurke und schreit nach einem Radschnellweg. Eine Potentialanalyse hat ja ergeben, dass dafür jede Menge Bedarf besteht.



5. Was müsste sich aus Sicht der Radfahrer generell verbessern?

Alles. Mehr UND breitere UND nicht zugeparkte Fuß- und Radwege. Legale Möglichkeiten für Mountainbiker. Mehr Fahradbesitzer:innen, die ihr Rad auch mal außerhalb des Wochenendausflugs nutzen. Die nächsten Wochen sind eine super Gelegenheit für alle, es mit dem Rad einfach mal auszuprobieren. Allein durch mehr Fahräder und weniger Autos auf der Straße, verbessert sich schon die Situation für alle, sogar für die Autofahrer:innen.

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