Tag 11

Image Ecrit le 03.06.2021 de Ingolf Fix
Equipe: Tiger Team Kattanek
Municipalité: Eberswalde

#Tag 11 Stadtradeln 02.06.2021

Wie viele sicherlich wissen, funktioniert eine variable abwechslungsreiche Streckenplanung über einen gewissen Zeitraum nur bedingt. Und daher werden euch heute einige Streckenabschnitte hin und wieder bekannt vorkommen. Die Tour führt ein Stück auf dem Berlin-Usedom-Radweg durch die Schorfheide, über das Löwenberger Land und Biesenthal wieder zurück nach Eberswalde. Aber dazu später mehr. Für den heutigen Beitrag habe ich mir etwas Besonderes ausgedacht. Ich werde einige spezielle Begriffe bzw. Redensarten aus dem Radsport mit einbauen und erklären, um sie euch so etwas näherzubringen.
Zunächst aber ein japanisches Sprichwort, dass sagt: „Im Aufbruch, nicht am Ziele liegt das Glück.“ Und ich kann bestätigen, dass das zutrifft. Trotz der bisherigen vergangenen harten Tage, freue ich mich jeden Tag auf’s Neue wieder loszufahren.
Am heutigen Tag begleitet mich der Radsportfreund Andy K., ein „Pédaleur de Charme“. (Der französische Chansonnier Jacques Grello gab in den 1950-iger Jahren dem Schweizer Radrennprofi Hugo Koblet aufgrund seines guten Aussehens, seiner Leichtfüßigkeit und seiner Eleganz diesen Beinamen. Beide letzteren treffen schon auf Andy zu. Aber das mit dem guten Aussehen? Naja ich weiß nicht so recht, das liegt wohl eher im Auge des Betrachters bzw. der Betrachterin.)
Von Eberswalde aus ging es über Britz und Golzow nach Joachimsthal zum Kaiserbahnhof. Dieses Gebäude fasziniert mich immer wieder. Wenn man vor dem Fachwerkbau mit dem preußischen Adler am Giebel steht, hat es für mich irgendwie etwas Majestätisches. Aber vielleicht liegt das auch an meiner Vorstellung, wie das damals so war, wenn Kaiser Wilhelm II. hier mit dem Zug aus Berlin eintraf.
Von dort aus fuhren wir entlang am Westufer des türkisblau glitzernden Werbellinsees, belohnt mit herrlichstem Panoramablick, bis nach Eichhorst. Nicht ohne Grund beschrieb Theodor Fontane in seiner Wanderung durch die Mark Brandenburg den Werbellinsee mit den Worten: „Es ist ein Märchenplatz an dem wir sitzen, denn wir sitzen am Ufer des Werbellin.“ Über Groß Schönebeck, Hammer, Liebenwalde, Neuholland ging es bis zum Gutshofladen des Schlosses Liebenberg. Heute ist einer der Tage, an dem ich „die Kette nicht spüre“. (Diesen legendären Satz hat der dänische Radrennprofi Michael Rasmussen 2007 zu seinen Helfern auf einer Bergetappe der Tour de France gesagt, auf der er sich später dann mit Alberto Contador duellierte. Es bedeutet einfach nur, dass man gute Beine hat und gefühlt tritt, als ob man ohne Kette fährt.) Und so ging es weiter auf dem Streckenverlauf über Bergsdorf nach Zehdenick, anschließend entlang am Voßkanal wieder nach Liebewalde. Während der Fahrt musste ich immer wieder an frühere Touren, insbesondere an die „Monumente“, die ich mit den Eberswalder Radsportfreunden gefahren bin, denken. (Als Monumente bezeichnet man die fünf großen Klassiker. Das sind traditionsreiche Eintagesrennen, die da wären: Mailand - San Remo, die Flandernrundfahrt, Paris - Roubaix, Lüttich - Bastonge - Lüttich und die Tour der fallenden Blätter, die Lomardeirundfahrt.) Ja, dazu braucht man „Panache“. (Panache bedeutet im Radsport, dass man Schneid bzw. Beherztheit hat. Der Begriff geht auf Henry IV. zurück. Er motivierte 1590 in der Schlacht bei Ivry damit seine Truppen.)
Nach einer kurzen Zwangspause an der Liebenwalder Hubbrücke, konnte es weitergehen. Über Zerpenschlause ging es in Marienwerder vorbei am Schleusengraf auf einen kurzen Abstecher zur Baustelle an der Brücke über die Autobahn in der Finowfurter Biesenthaler Straße. Die Arbeiten dort am Radweg gehen gut voran. Wieder auf dem Berlin-Usedom-Radweg fuhren wir bis Biesenthal und ab dort ging es dann in Richtung Heimat. Zu Zweit sparten wir uns heute den „belgischen Kreisel“, denn wir hatten es ja auch nicht eilig. (Als belgischen Kreisel bezeichnet man im Radsport eine Formation, die einer Gruppe von Radfahrern durch effektives Ausnutzen des Windschattens und Ablösen bei der Führungsarbeit eine energiesparende Fahrweise ermöglicht.) Wir passierten Melchow und Spechthausen und dann signalisiert uns der Eberswalder Zoo für die heutige Tour imaginär den „Teufelslappen“ oder „La flamme Rouge“. (Der Teufelslappen oder La flamme Rouge ist ein roter dreieckiger Wimpel. Er signalisiert den Fahrern eines Rennens den Beginn der letzten 1.000 Meter.) Am Zoo stellten wir noch fest, dass der Bau der neusten Attraktion, der Eiszeitpfad, langsam Form annimmt. Vielleicht wird er noch bis zur Tigerradtour, die (und ich glaube ganz fest daran) doch hoffentlich stattfinden darf, fertiggestellt.
Nach 150 Kilometern waren wir am Ziel angekommen. Nochmals danke an Andy K. für die Begleitung. Morgen ist eine neue spannende Runde geplant. Also freut euch auf den nächsten Beitrag.

Bleibt aktiv, Euer Fixi

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