Der Sack ist zu: Stadtradeln-Bäumchen ist fertig

Ecrit le 10.06.2021 de Thilo Braun
Equipe: Modis ITO GmbH Erfurt
Municipalité: Erfurt

Gestern habe ich eine Runde gedreht, ganz ohne FFH-Suche. Ich bin zunächst nach Hohenfelden ins Freilicht-Museum, um meine Lieblings-Limonandenpavillionwirtin zu besuchen. Dann wollte ich sehen, ob es eine bessere Möglichkeit gibt, von dort nach Weimar zu kommen als die Landesstraße voller Soziopathen, die ich beim letzten Mal benutzt hatte, und dann sollte es von Weimar mit dem Zug nach Erfurt zurück gehen.
Um es kurz zu machen: Bis Bad Berka war noch alles im Strumpf, wie mein Bruder zu sagen pflegt, aber dann begann dasselbe Drama wie vorletztes Jahr. Ein Fernradweg nach Weimar war nicht ausgeschildert, und selbst Komoot versuchte nicht, mich irgendwo anders langzulotsen als über die Landesstraße. Leider geht es da recht stramm hügelan, was bedeutet, man ist dem Autoverkehrs recht lange ausgeliefert.
Alllerdings kann das auch ein Problem mit Komoot sein. Ich habe grad ausprobiert, die Tour mit dem Radroutenplaner und der Einstellung "Steigungen möglichst vermeiden" neu zu planen. Und die Route sieht zumindest ab Bad Berka erheblich anders aus.

Überhaupt Komoot. Ich finde es etwas gewöhnungsbedürftig, dass es mich verkehrt herum durch Einbahnstraßen schickt, die nicht in Gegenrichtung freigegeben wurden. Oder über Treppen, wie am Schloss von Apolda. Oder über einen fast zugewucherten Trampelpfad zwischen zwei Häusern, an dem ich natürlich im ersten Versuch erstmal vorbeigebrettert bin. Oder über den Triftweg in Arnstadt, dessen Gefälle gefühlt einem Freifall entspricht, der stellenweise überwuchert ist und dessen Untergrund gefährlich ausgewaschen ist. Für Downhill-Spezialisten vielleicht ein akzeptables Abenteuer, für Tourenradler mit Straßenreifen eher nicht. Da ist sicher noch Luft nach oben.

Nun, jedenfalls, als ich in Weimar einfuhr, fühlte ich mich bei weitem nicht so fertig, dass ich den Eindruck hatte, ich müsse den Zug nach Hause nehmen. Also habe ich die Navigation abgebrochen und bin einfach weitergeradelt, um möglichst dicht an die 1000 Km zu kommen, die es für ein Stadtradeln-Bäumchen braucht. Dass es eine Punktlandung werden würde, konnte ich zu dem Zeitpunkt natürlich nicht wissen.
Ich bin dann über Azmannsdorf gefahren und habe die Umleitung für den Radverkehr einfach mal ignoriert, da es spät genug war, nicht mehr mit Baustellenaktivitäten rechnen zu müssen. Denn eine Freundin hatte mir berichtet, dass der Baustellenuntergund besser sei als die Straße vorher. Und dem war auch so. Interessante Erfahrung.
Als ich dann zu Hause ankam, hatte ich genau 80,04 Km auf der Uhr, und das war - natürlich abgerundet - genau der Wert, der mir noch gefehlt hat.
Mal sehen, wieviel Prozent eines weiteren Bäumchens ich bis Ende der dritten Woche noch erradeln kann.

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