Der Start zu Startradeln 2021: Wieso? Weshalb? Warum?

Image Ecrit le 13.06.2021 de Manuel Steidel
Equipe: Bündnis 90 Die Grünen
Municipalité: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

1. Warum machen Sie bei der Aktion Stadtradeln mit?

Weil es Spaß macht Kilometer zu sammeln und sich mit anderen zu messen. Es ist ja auch überhaupt nicht schwer teilzunehmen. Sensationell war letztes Jahr die Gewinnergruppe, die uneinholbar vorne lag. Dieses Jahr wollen wir es ihnen nicht so einfach machen!



2. Was motiviert Sie als Stadtradel-Star teilzunehmen?

Kurze Version: "Weil's geht. Warum also nicht?" . Bisschen länger: Es ist eine gute Gelegenheit, zu zeigen, dass Vieles auch ohne Auto geht und viel öfter einfach mal das Rad zu nehmen.



3. Sie wohnen auf dem Land und haben Kinder. Ist es nicht manchmal schwierig auf das Auto zu verzichten und konsequent Fahrrad zu fahren?

Die Frage impliziert schon, dass Fahrradfahren eine Last wäre und das Autofahren das einfachere Transportmittel. Aber auf vielen Strecken ist das Gegenteil der Fall. Ich frage mich oft, warum die Leute auf das Fahrrad verzichten und stattdessen sich durch die engen Straßen im Ort mit dem Auto quälen.

Außerdem täuscht man sich: Rauenberg und Umgebung sind schon lange keine klassische ländliche Region mehr. Wir haben jede Menge Einrichtungen und Arbeitsplätze im Umkreis von 10 oder sogar 5 Kilometern. Viele könnten also problemlos die eine oder andere Fahrt mit dem Rad statt mit dem Auto erledigen.

Deshalb werde ich dieses Jahr in meinem Stadtradel Blog konkrete Alltagsstrecken beschreiben, die locker mit dem Rad gehen. Und ich möchte auch schreiben, wie es mit Kindern klappt. Inzwischen fahren meine mit 3 und 5 Jahren die meisten Strecken selber. Das Schöne ist, dass man dabei auch mitbekommt, wie sie dadurch ihre Umgebung wahrnehmen und wir Erwachsenen gleich mit (Der Weg ist das Ziel) und sie die Welt nochmal viel intensiver sehen als im Auto. Also ist doch die Frage: Warum nutzen so viele immer noch für so viele Strecken das teure, umständliche und langsame Auto? Es gibt für einige Situationen sicher gute Gründe. Aber bestimmt nicht für alle Fahrten. Dann ist es meist nur eine Gewohnheitssache.



4. Reicht Ihnen das Engagement der Stadt Rauenberg bzw. des Rhein-Neckar-Kreises aus? Haben Sie konkrete Wünsche für Ihr näheres Umfeld?

In der Vergangenheit wurde seitens der Kommune viel zu wenig kontrolliert und illegales Verhalten durch den Autoverkehr toleriert. Ich habe daher manchmal Verständnis für Eltern, die Ihre Kinder mit dem Auto zum Kiga bringen. Einfach weil man sich im öffentlichen Raum zu Fuß oder auf dem Rad unsicher fühlt. Da werden Gehwege mit Autos zugeparkt und befahren, Kreuzungsbereiche oder sogar Fußübergänge zugeparkt und damit für Kinder zum Gefahrenbereich. Oder man wird gefährlich überhohlt, nur um an der nächsten Kreuzung das Auto wieder einzuhohlen.

Seitens des Kreises könnte endlich beim Thema Radschnellweg von Wiesloch/Walldorf nach Heidelberg ein paar Gänge höher geschalten werden. Es reicht nicht aus, ein paar Feldwege auf einer Karte bunt anzumalen, ein paar Schilder hinzustellen und als "Kreisradwegenetz" zu bezeichnen, um Radverkehr attraktiver zu gestalten. Die Strecke nach Heidelberg ist bislang ein schreckliches Gegurke und schreit nach einem Radschnellweg. Eine Potentialanalyse hat ja ergeben, dass dafür jede Menge Bedarf besteht.



5. Was müsste sich aus Sicht der Radfahrer generell verbessern?

Alles. Mehr UND breitere UND nicht zugeparkte Fuß- und Radwege. Legale Möglichkeiten für Mountainbiker. Mehr Fahradbesitzer:innen, die ihr Rad auch mal außerhalb des Wochenendausflugs nutzen. Die nächsten Wochen sind eine super Gelegenheit für alle, es mit dem Rad einfach mal auszuprobieren. Allein durch mehr Fahräder und weniger Autos auf der Straße, verbessert sich schon die Situation für alle, sogar für die Autofahrer:innen.

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