27.06. Tag 7 - Köln - Moers - Kleve - 149,1 km

Ecrit le 28.06.2021 de Stefan Verhoeven
Equipe: Clever Ruder Club e. V.
Municipalité: Kleve im Kreis Kleve

Der letzte Tag der ersten Woche Stadtradeln begann früh: Gegen 02:15 Uhr verließ ich die Hochzeitsfeier und radelte 6,1 km zurück zu meiner Unterkunft in der City. Nach ein paar Stunden Schlaf trat ich dann gegen 11:30 Uhr den Rückweg an. Da ich für diesen bis Krefeld dem Rheinradweg (Eurovelo 15) folgen wollte, verließ ich die Kölner City in nördliche Richtung. Auch wenn am späten Sonntagmorgen deutlich weniger Menschen und Fahrzeuge auf den Straßen waren als am Vortag, war ich (wiedermal) heilfroh, als ich die "fahrradfreundliche Stadt" Köln hinter mir wusste - zu viele Radwege sind nach wie vor schlecht Beschildert, Übergänge haben hohe Kanten, an einer Kreuzung waren als Radfahrer nicht weniger als 5 rote Ampeln mit jeweils langer Wartezeit nacheinander abzuwarten um zwei Straßen zu überqueren - während dieser fast 10 minütiger Tortur fuhren lediglich 3 Fahrzeuge auf den zu querenden Straßen. Da hat man es mit den heimischen "Klever" Ampeln doch noch vergleichsweise gut. Nachdem die Baustelle der neuen Leverkusener Rheinbrücke umfahren war, lief es dann aber auch dem Deichweg nach Worringen sehr schön. Entlang des Chemparks-Dormagen waren einige KM entlang der B9 zu absolvieren, an der in Worringen noch teils abentheuerlich schmale Wege als in beide Richtungen zu befahrende Fuß- und Radwege ausgeschildert sind, die nach heutigen Standards so wohl nicht mehr ausgewiesen werden sollten. Nördlich des Chem-Paks verließ die Straße jedoch den Deich, sodass Fußgänger und Radfahrer in der Rheinaue Zons-Rheinfeld den Deich - dessen Plasterung jedoch auch bessere zeiten erlebt hat - für sich haben. Von Zons nach Stürzelberg folgten wieder sehr gut befahrbare Nebenstraßen, bis erneut einige Meter an der B9 zu absolvieren waren. Hinter Uedersheim nutzte ich die Fleher Brücke (Autobahnbrücke der A 46) um zum Düsseldorfer Rheinufer zu queren und dem rechtsrheinischen Rheinradweg zu folgen. Auch wenn der Belag in die jahre gekommen ist, machte das radeln auf dem Deich bei Düsseldorf-Hamm spaß, da ausreichend Platz exklusiv für Fußgänger und Radfahrer vorhanden war. Auch Düsseldorf hat aber noch Nachholbedarf in Sachen Radverkehrsförderung: Die Route zwischen Rhein und Medienhafen wurde nämlich zunehmend enger, während der Weg bei sommerlichem Wetter zunehmend stärker Frequentiert wurde. Insbesondere von Scharen von Strandgängern, von denen erschreckend Viele aus den Tragödien der letzten Wochen nichts gelernt zu haben schienen und unbeirrt im Rhein badeten - und ihre Kinder baden ließen. Bei so viel Leichtsinn verwundert es auch nicht, dass solche Leute nicht zwischen Radweg und Fußweg zu unterscheiden wissen...

Die Brücke uber die Ausfahrt des Medienhafens ist zwar Teil des Eurovelo, aber eine schmale Fußgängerbrücke. Hier musste daher geschoben werden. In Gendanken schwelgte ich dabei bei der luxuriös Breiten Rad- und Füßgängerbrücke über die Maas zwischen Cuijk und Mook - so eine stünde der Landeshauptstadt auch gut zu Gesicht!

Am Landtag vorbei wechselte ich über die Rheinkniebrücke erneut das Ufer, um weiteren Menschenmassen zu entgehen. Linksrheinisch machte das radeln nun auf weiter Strecke bis Krefeld-Uerdingen wieder richtig Freude: Der Deichkronenweg ist zwar gepflastert, aber eben und zudem überwiegend auf der Landseite von einer am Fuß des Deiches parallel führenden Deichverteidigungsstaße begleitet. Heißt für Radfahrer, die weniger die Landschaft als zügiges Fortkommen im Sinn haben, gibt es eine angenehme Alternative um dem Freizeitverkehr auszuweichen. Krefeld hat im Gegensatz zu Dormagen erkannt, wo die Benutzungspflicht für Radwege aufzuheben ist, sodass es am Sonntagnachmittag Abschnittsweise auch auf der ansonsten fast unbefahrenen Straße angenehm zu fahren war.

Hinter Hohenbudberg verließ ich den Rhein, begab mich aber dennoch auf Duisburger Boden. Nach Rumeln war ich dann bereits froh, Duisburg wieder gen Moers verlassen zu dürften, da dort selbst die Straßen in schlechterem Zustand waren als anderswo die Radwege - zum Glück war auch dort nicht viel los, sodass ich um die ärgsten Schlaglöcher und Wellen Slalom fahren konnte. Hingegen begrüße mich Moers mit einer fahrradfreundlich neugestalteten Kreuzung in Schwafheim.

In Moers gönnte ich mir einige Stunden Pause, da es dorch noch einen Geburtstag in meiner Familie zu feiern gab. Das traf sich auch ganz gut, da währenddessen Gewitter mit sintflutartigem Regen niedergingen. In Unsicherheit ob diesen noch weitere Gewitterzellen folgen würden und auf Grund der leidigen Erinnerungen an Duisburger Straßenbeläge verzichtete ich beim Neustart um 20:30 Uhr auf eine Rückkehr auf die Rheinroute, sondern entschied mich auf direktem Weg über Rheinberg und Xanten nach Kleve zu fahren. Nachdem ich nördlich der A42 dann endlich nicht mehr alle paar Meter durch Ampeln gestoppt wurde, ließ sich immer entlang der Hauptstraße dann bei leichtem Nieselregen und überwiegend ordentlichem Radwegbelag gut "Strecke machen". Nach soviel Hauptstraße war ich dann froh ab Xanten bis hinter Marienbaum gute 7,5 km des "Allen-Radweg" auf der ehemaligen Bahntrasse in ruhiger Atmosphäre fahren zu dürfen. Schön wäre es, würde dieser irgendwann durchgehend bis Kleve führen, aber an einem Sonntagabend ließ es sich für das kurze Stück von Kehrum bis Kalkar auch an der B57 aushalten. Hinter Kalkar nutze ich nochmal ein paar hundert Meter fertiggestellten Allen-Radweg zur Tiller Straße um dann die letzten zehn Kilometer nach Kellen über die Sommerlandstraße zurückzulegen.

Um 22:30 Uhr war ich schließlich bei fortgeschrittener Dämmerung mit 149,1 Tageskilometern daheim. Davon die ersten 85,9 km zwischen Köln und Moers trotz zwischenzeitlicher Hindernisse mit knapp 25 km/h Schnitt und die letzen 55,7 km von Moers nach Kleve in rund zwei Stunden mit 27,5 km/h Schnitt. Damit endete die Woche 1 des Stadtradelns für mich mit 676 Kilometern, was mir vorläufig (andere Städte haben ja erst später Stadtradeln) den bundesweit 5. Platz unter den Stadtradelstars einbringt. Da ich in der zweiten Woche jedoch erheblich weniger Freizeit (bzw. solche für lange Touren) haben werde, wird es bei mir in den kommenden Tagen deutlich gemächlicher zugehen!

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