06.07. Tag 16 - 149,8 km

Ecrit le 08.07.2021 de Stefan Verhoeven
Equipe: Clever Ruder Club e. V.
Municipalité: Kleve im Kreis Kleve

Nach einem gelungenen Start in die letzte Woche, galt es am Dienstag mit widrigem, böigem Wind aus süd-westlichen Richtungen zurecht zu kommen. Dennoch wollte ich wieder eine große Runde machen, da mir nach dem schwachen Wochenende langsam die Zeit bis zum Abschluss des Stadtradelns davon rinnt.

Also entschloss ich mich, zunächst gegen den Wind zu fahren und zu sehen, was die Beine hergaben. Gegen den Wind bedeutete grob in Richtung Venlo. Da ich den Maasradreg schon gut kenne, sollte es etwas im Hinterland langgehen.

Um trotz des Windes nicht zu spät nach Hause zu kommen machte ich etwas früher Feierabend und saß um 11 Uhr im Sattel. Aus der Innenstadt fuhr ich zunächst auf direktem Weg nach Qualburg und dann über Hau nach Nierswalde. Das bereute ich bald, denn die Straße nach Nierswalde war frisch gesplittet. Über Asperden erreichte ich Siebengewald und dahinter die "Maasduinen". In der Hoffnung dort etwas Windschatten zu finden, wählte ich die östliche Seite der Maasduinen zu meiner Route und fuhr den "Ceresweg" bis zu seinem Ende und im Anschluss denn "Wezerweg" nach Well - den schöneren Radweg am Reindersmeer entlang hatte ich schließlich gerade am Vorabend gefahren. In Well nahm ich die Brücke über die Maas und folgte dem neuen Maasdeich nach Blitterswijck.

Hinter Blitterswijck fuhr ich Landeinwärts. Empfehlenswert ist der Weg über die "Berkenstraat", durch die Hooge Heide und ein in den letzten Jahren renaturiertes Überschwemmungsgebiert der Maas. Dank des derzeit relativ hohen Wasserstandes war die Straße sogar wenige Zentimeter überschwemmt, aber zum Glück noch problemlos passierbar. Ein paar Hundert Meter später machte ich nach rund 40 Kilometern zurückgelegter Strecke Rast, an einem sehr einladenden, park-ähnlichen Gebiet mit Picknickplätzen rund um mehrere Teiche (siehe Foto).

Über Meerlo und Tienray erreichte ich die "Tienraysche en Swolgenderheide" hier gibt es einen guten Radweg, der über mehr als 7 Kilometern durch Wald und Heidegebiet führt und der mir guten Windschatten bot. Am Ende dieses Weges hatte ich bereits die Industriegebiete um Venlo erreicht und richtete den Kurs daher auf westliche Richtung nach Sevenum, um jene zu umgehen. In dieser Gegend fand ich zu meinem Bedauern leider die mir unangenehmste Form niederländischer Radwege vor - quadratische Platten, die zudem bessere (ebenere) Zeiten gesehen haben mussten. Das schüttelt einen auf langen Strecken schon unangenehm durch. Da entschädigte es auch nicht, dass die Straße hinter Sevenum "Kleefsedijk" hieß...

Und als sei praller Gegenwind und unangenehmer Untergrund nicht genug, musste ich auch noch feststellen, dass mein Hinterrad gar nicht mal mehr so viel Luft hatte. Da Nachpumpen von Hand nur bedingt erfolgreich war, entschied ich mich einen neuen Schlauch einzuziehen - der nun undichte war ohnehin nur der bereits früher geflickte Ersatzschlach, den ich am letzten Frietag bei meiner Panne zur Hand hatte. Da die ganze Aktion doch ziemlich Zeit gekostet hatte und der Reifendruck sich von Hand auch nicht auf richtig hohen Druck steigern ließ, entschied ich mich an dieser Stelle nicht, wie geplant noch weiter nach Süd-westen zu fahren, sondern bereits nach Nord-westen nach Helenaveen zu fahren um dort auf etwas gekürztem Wege auf die geplante Route für den Rückweg zu stoßen.

Von Helenaveen nach Griendtsveen durchfuhr ich auf einer guten Straße entlang eines kleinen Kanals die "Deurnsche Peel & Mariapeel" ein Feuchtgebiet mit zahlreichen Kanälchen und Tümpeln, das offensichtlich auch vielfältige Wege zum Wandern bietet. Als nächstes erreichte ich mit kräftigem Schiebewind Ysselsteyn, wo tatsächlich mal wieder eine kleine Kirmes gefeiert wurde, und fuhr weiter über Merselo nach Overloon. Dort war ich bereits im vergangenen Jahr und hatte dabei den Radweg durch die "Overloonschen Duinen" entdeckt, der mir so gefallen hatte, dass ich diesen für diese Tour mit eingeplant hatte.

Weiter ging es durch Holthees und Groeningen nach Vortum-Mullem zur Maasfähre nach Afferden. Über Heijen erreichte ich Hommersum und damit wieder den Kreis Kleve. Die Straße zwischen Viller und Nergena war nach über 120 Kilometern schon keine Freude mehr, sodass ich mich entschied mir nicht noch einmal die Grunewaldstraße anzutun, sondern stattdessen der wesentlich besseren Gocher Straße nach Frasselt folgte um dann über die Europa-Radbahn nach Hause zu fahren.

Unterm Strich standen dann knappe 150 Kilometer zu Buche - damit war ich bei dem Wind sehr zufrieden - danach war ich aber auch sehr erschöpft. Zumal ich auf der Runde unzählige Eichen als Straßenbäume oder in Wäldern passiert hatte und durch den Wind offenbar Härchen der Eichen-Prozessionsspinner in der Luft waren, welche mich an Armen und Beinen schwer zeichneten...

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