Panzerschlacht in Gunzenhausen

Image Ecrit le 19.07.2021 de Markus Diepold
Equipe: Radlradler
Municipalité: Gunzenhausen

Heute konnte ich endlich auch unsere älteste Tochter dazu überreden, sich für den Weg zur Schule auf ihren Drahtesel zu schwingen und den Bus links liegen zu lassen. Die Motivation kam daher, dass wir ihre beste Schulfreundin und Banknachbarin – und zufälligerweise Tochter meines Stadtradeln-Star-Kollegen Tobias – in Gunzenhausen abholten und wir so zu Dritt die Adresse, nämlich den Hindenburg-Platz 2, anvisierten. Für die Straße bzw. den Platz einer Grundschule könnte ich mir persönlich einen passenderen Namen vorstellen (z.B. Pippi-Langstrumpf-Platz). Aber die Verantwortlichen werden sich schon etwas dabei gedacht haben, dass man den Namen eines Weltkriegsveteranen, der den Russen eine empfindliche Niederlage in der Panzerschlacht von Tannenberg zugefügt hatte, auch heute noch vor allem bei Kindern in Erinnerung hält.
Der Straßenname passt allerdings wieder, wenn man sich kurz vor acht Uhr dort befindet. Denn man fühlt sich fast wie in eine historische Panzerschlacht zurückversetzt (nur in modern), wo von allen Seiten der Stadt junge Infanteristen zu Fuß versuchen, ins Bildungsgebäude einzudringen und dabei besonders Acht geben müssen, nicht von modernen Straßenpanzern, auch bekannt unter dem Kürzel SUV, überrollt zu werden. Das Komische dieser „zivilisierten Straßenschlacht“ ist allerdings, dass die erwähnten SUV-Panzer häufig nicht die sinnvolle Rolle eines Busses einnehmen, der viele Kinder von weiterer Entfernung hierher befördert, sondern dass diese oftmals nur deshalb hier verkehren, um gerade einmal einen einzigen Insassen zur Schule zu bringen, der genauso gut zu Fuß oder mit dem Rad dorthin hätte gebracht werden können. Naja, ziemlich deprimierend…
An einem Punkt sollte die Fahrt zur Schule mit dem Fahrrad nicht scheitern: die Stellplatzsituation. Diese möchte ich an dieser Stelle besonders positiv hervorheben (siehe Bild). Die Kinderfahrräder konnten dort gut abgesperrt werden und waren zudem überdacht.
Nach der Ablieferung der Kinder in der Schule folgte die Weiterfahrt nach Laubenzedel, um die jüngeren Geschwister zum Kindergarten zu bringen.

Nachmittags fuhr ich noch zur im wahrsten Sinne des Wortes „ausgezeichneten" Buchhandlung am Färberturm, kaufte dort zwei Bücher und begleitete meine Tochter auf ihrem Heimweg von der Schule. Insgesamt konnten wir das Strecken-Konto unserer Stadtradeln-Gruppe "Radlradler" um jeweils 11 Kilometer bereichern. Der Bus war zwar schneller, dafür waren wir zumindest schneller als die Schildkröte, die auf dem Radweg zwischen Büchelberg und Laubenzedel unterwegs war (siehe Bild). Und wieder zeigt sich: Im Leben kommt es auf die Perspektive an...

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