Und jährlich grüßt das Murmeltier: wieder einer platter Reifen beim Stadtradeln

Image Ecrit le 23.07.2021 de Markus Diepold
Equipe: Radlradler
Municipalité: Gunzenhausen

Mein Plan heute: Nach der Zeitungs- und Kindergartentour wollte ich zur Arbeit nach Triesdorf radeln, um dort die Zeugnisse meiner 11. Klasse auszuhändigen, die aufgrund von Blockbeschulung heute ihren letzten Schultag hatte. Anschließend wollte ich für die Heimfahrt ebenso auf den Zug verzichten und die Strecke komplett mit dem Rad zurücklegen, da das Wetter passte und so das Kilometerkonto um insgesamt knapp 30 km aufgefüllt werden würde. Doch wieder einmal sollte alles anders kommen...

Da ich schon seit einigen Tagen das typische Quietschen am Vorderrad bemerkte, das auf einen Bremsbelagwechsel hindeutete, habe ich mich zunächst darum gekümmert. Nach knapp 7000 km habe ich die Bremsbeläge schon einige Male ausgetauscht und bin darin mittlerweile geübt, sodass die Weiterfahrt nach einer Viertelstunde erfolgte. Hier sieht man wieder etliche Vorteile des Fahrrades gegenüber dem Auto: Kein lästiges Termin-Ausmachen bei einer Werkstatt, denn man kann sich meistens noch gut selbst helfen bei geringstmöglichem Werkzeugbedarf. Für neue Bremsbeläge reicht zum Glück auch Kleingeld aus, sofern frühzeitig gehandelt wird und nicht die Bremsscheibe auch noch gewechselt werden muss. Das ist mir zwar leider auch schon passiert, als mein innerer Schweinehund wieder einmal siegte und ich die Sache mit den Bremsen im wahrsten Sinne des Wortes „schleifen“ ließ. Doch selbst dann liegen die Kosten im Vergleich zum Besuch einer Auto-Werkstatt noch im Rahmen.

Das Schöne an der Fahrt zur Arbeit ist, dass ich je nach Witterung verschiedene Möglichkeiten besitze, um ans Ziel zu gelangen. Bei extremer Sonneneinstrahlung benutze ich z.B. den Fahrradweg von Muhr nach Merkendorf entlang der B13. Weite Teile der Strecke führen hier durch den Waldrand, sodass ich den Schatten des Kronendachs ausnutzen kann. Bei kühleren Temperaturen ohne Sonne wähle ich bevorzugt die Strecke entlang der Altmühl durch Ornbau hindurch. Für mich bedeutet dies Freiheit, für andere Leute eventuell Aufwand, da man sich schon für den Weg zur Arbeit mit dem Wetter beschäftigen muss. Da wählt man dann lieber die Komfortzone im Auto, wo tagtäglich das Murmeltier grüßt und die Arbeitsstrecke unabhängig vom Wetter immer mit den gleichen Arbeitsabläufen verbunden ist.

Wie beim letztjährigen Stadtradeln gab es auch diesmal wieder einen platten Reifen. Diesmal auf dem Weg von Triesdorf nach Hause. Bereits im letzten Jahr habe ich mir deshalb ein Pannen-Spray besorgt. Doch leider führte dessen Einsatz nicht zum gewünschten Erfolg, sodass ich entschied, das Rad bis zum Bahnhof in Triesdorf zu schieben, mit dem Zug nach Muhr zu fahren und von dort bis nach Hause zu gehen. In Zukunft werde ich wahrscheinlich wieder auf das herkömmliche Flickzeug zurückgreifen und dieses am Fahrrad mitführen, auch wenn es zunächst aufwändiger erscheint. Es funktioniert zumindest in den allermeisten Fällen auch bei größeren Löchern.

Summa summarum war die heutige Fahrradtour wieder einmal mit mehr Aufwand verbunden als geplant. Doch Pläne sollen ja sowieso nur eine grobe Richtschnur im Leben vorgeben, von der auch abgewichen werden darf und soll. Ich werde trotzdem auch zukünftig versuchen, den Weg zur Arbeit ohne Auto zurückzulegen. Leben muss meiner Meinung nach Aufwand bedeuten, damit man es wirklich Leben nennen kann...

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