5 Tage STADTRADELN

Image Ecrit le 25.08.2021 de Jessica Stürmer
Equipe: Bündnis 90/Die Grünen
Municipalité: Barsbüttel im Kreis Stormarn

Heute auf dem Weg zur Arbeit habe ich die 60 Km erreicht.
Am Mühlenteich in Glinde zog ich eine erste Zwischenbilanz bei einer kleinen Rast. Traumhaft schön dieser Arbeitsweg über den Radwanderweg entlang des Mühlenreichs und seiner Verlängerung.
Seit heute ist der Herbst angekommen, der Nebel lag über den Wiesen, die Luft roch erdig. Aber was waren meine Gedanken bei dieser Rast?
Zum einen habe ich für mich beschlossen nun nur noch im Eco-Modus zu fahren. Einfach mehr genießen, nicht mehr nur hetzen. Und natürlich müssen die eigenen Beine mehr strampeln. Der Eco-Modus ist bei mir mit dem schweren Rad plus zugeladene Kinder in etwa vergleichbar mit einem Rad ohne Hilfsmotor. Dadurch komme ich nun mit einer Akkuladung in der Woche hin, prima!
Aber ein ganz anderes Problem tat sich auf, welches auch noch nicht gelöst ist: Wie kommt meine Tochter zu ihrem Voltigiertraining nach Allermöhe?
Dort ist sie einmal die Woche, bisher machen wir bereits eine Fahrgemeinschaft mit der Nachbarin, aber in der Zeit des STADTRADELNS bin ich auch einmal als Fahrerin dran. Für ÖPNV ist die Zeit zwischen Schule und Trainingsbeginn zu kurz, der Tag würde auch zu lang werden und die Kids müde. Für das Fahrrad mit drei Kindern ist die Strecke einfach zu weit. Bleibt nur noch Carsharing, aber auch da würde ich ein Auto von innen sehen. Auf jeden Fall stellt das Familienleben mich auf die Probe, ob ich wirklich ohne Auto auskomme. Der Wocheneinkauf hat zumindest schon seinen Platz im load gefunden.
Was mir beim Grübeln nach einer Lösung aber in den Sinn kam und so noch einmal ganz bewusst wurde, sind unsere veränderten Alltagswege der letzten Jahre.
Noch vor sechs Jahren pendelten mein Mann und ich bis nach Hamburg zur Arbeit. Ich war immer über eine Stunde mit Bus und Bahn unterwegs, auf dem Weg noch schnell das große Mädchen in die Kita im Nachbarort gebracht, immer in der Hoffnung, den stündlich fahrenden Anschlussbus nicht zu verpassen. Mein Mann fuhr mit dem Auto, jeden Tag über eine Stunde, davon stand er 45 Minuten täglich im Stau. Dies haben wir schrittweise geändert. Grund war damals gar nicht vorrangig unser ökologischer Fußabdruck, sondern wir wollten schlichtweg mehr Qualitätszeit als Familie.
So begann ich nach meiner letzten Elternzeit als Erzieherin in einem Glinder Kindergarten. Der Arbeitsweg beträgt seitdem nur noch gut 5 Km. Mein großes Mädchen besucht seit einem Jahr die Schule und bewältigt ihren Schulweg selbstständig. Mein kleines Mädchen hat seinen Kita-Platz bei uns in Stemwarde, hier fallen sämtliche Extrawege weg. Und mein Mann hat seinen Arbeitsplatz nach Rahlstedt verlegt und radelt nun ebenfalls.
Nach 5 Tagen Stadtradeln haben wir gemeinsam als Familie bereits eine halbe Tankfüllung gespart, das ist ein guter Anreiz weiter zu machen.
Nur das liebe Wetter, das muss bitte noch etwas zulegen. Aber die Regenkleidung liegt parat, hoffentlich kommt sie so schnell nicht zum Einsatz.
Allen Radelnden wünsche ich eine tolle Radelwoche, zusammen haben wir schon einiges erstrampelt. Weiter so!

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