Von Schnaken verfolgt …

Image Ecrit le 14.09.2021 de Martin Langlotz
Equipe: Offenes Team - Freinsheim
Municipalité: Freinsheim im Landkreis Bad Dürkheim

Tag 13, wie bereits angekündigt startet die neue Woche abends erstmal mit einem platten Hinterrad. Also erst mal Hinterrad raus, mit dem Mantel kämpfen – warum muss das eigentlich immer sein, am Ende verliert er ja doch, also könnte er doch gleich von der Felge gehen. Oh, Schlauch passt nicht, Ventil zu kurz. Gut, dass ich jetzt nicht schon unterwegs bin. Nicht, dass ich genau diesen Schlauch schon kilometerweit als Ersatzschlauch mit mir geführt habe. Wir lernen mal wieder 2 Dinge: Alles Schlechte hat auch etwas Gutes und überprüfe sehr genau Dein Material!
Mit Verspätung mache ich mich schließlich auf den Weg und kreise um Freinsheim. Es fängt an zu regnen und ich werde nass. Es wird dunkel. Licht an. Mein Akku des Rücklichts macht noch kurz vor Freinsheim in Herxheim am Berg schlapp. An der roten Ampel macht mich ein freundlicher Autofahrer darauf aufmerksam. Ich verstehe erst mal nicht, was er mir vom Fahrersitz aus über die geöffnete Scheibe der Beifahrerseite sagen will. Erwische mich aber schon dabei, wie ich im Hirn zunächst mal auf negativ programmiere, ehe ich dann auch kapiere, dass das doch sehr positiv ist … Meine Lupine auf volle Leistung, Freinsheim vor mir im Scheinwerferlicht, rolle ich bergab mit positivem Adrenalin im Blut nach Hause.
Tag 14, Heute starte ich zu einer längeren Tour mal wieder über Wörth am Rhein. Gleich zu Beginn an der Eisenbahnbrücke Freinsheim, ein Autoerlebnis. Im Gegensatz zu gestern Abend aber eins eher zum Aufregen … was ich natürlich nicht tue. Ich denke mir nur meinen Teil. Außerdem bin ich eh der Schwächere von Beiden. Ich frage mich allerdings, warum fahren 4 Autos infolge durch die enge Brücke, ohne auch nur im Ansatz darüber nachzudenken, dass Ihnen ja ein Fahrrad mit Vorfahrt entgegenkommt. Umgekehrt werde ich nur wenige Tage zuvor angehupt, weil ich von der anderen Seite kommend, den Schwung nutzend noch schnell durch die Brücke fahre.
Nach einer dann sonst schönen Fahrt, komme ich am Rhein an und will eine kurze Pause auf einer Bank einlegen. Kaum, dass ich sitze, fallen die Schnaken über mich her und fluchtartig sitze ich wieder auf meinem Rad und esse mein Brot lieber im Fahren, als dass ich von den Schnaken aufgefressen werde. Das sollte diese Woche nicht mein letztes Erlebnis mit Schnaken bleiben …
Tag 15, meine Wege heute führen mich um Maxdorf. Dabei fahre ich auch von Ellerstadt nach Fußgönheim und entdecke einen neuen Radweg. Gleich mal testen. Test bestanden. Schöner, auch mit dem Rennrad fahrbarer Radweg. Im Gegensatz dazu breche ich mal wieder meinen Versuch ab, den Rad-/Wirtschaftsweg von Maxdorf nach Lambsheim zu nutzen. Zu sehr verschmutzt von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und noch dazu sehr uneben. Schade auch. Denke dieses Problem lässt sich nur durch getrennte Wege lösen.
Als ich schon auf dem Rückweg nach Freinsheim bin, treffe ich auf die Jungs vom Radtreff der Triathleten von Maxdorf und fahre ein kurzes Stück mit ihnen mit. Uff, ist das anstrengend … früher ist man da auch leichter mitgerollt. Man wird halt älter ?. An der Abbiegung kurz vor Ungstein, von Erpolzheim kommend verabschiede ich mich aus der Gruppe und fahre Richtung Freinsheim weiter. Dies ist übrigens auch für Radfahrer eine schwierige Passage. Denn man hat hier die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder man fährt noch ein kurzes Stück bis Ungstein, um auf den Radweg auf der anderen Seite zu kommen oder man muss noch bis Höhe Wasserwerk auf der Straße fahren, um dann auf den Radweg gegenüber zu wechseln. Wie auch immer Herr „Oberschullehrer“ hat mich hier auch schon angehupt, bevor ich auf den Radweg wechseln konnte.
Tag 16, zur Erklärung meiner heutigen Tour muss ich einen kurzen Ausflug in das Jahr 2008 machen. Damals habe ich mit einigen Freunden in 7 wunderschönen Tagen (im Großen und Ganzen auch wettermäßig) mit dem Mountainbike die Alpen überquert. Und in Erinnerung daran bin ich heute mit einigen der „Alpenjungs“ gemeinsam unterwegs, allerdings im Pfälzer Wald. Keine Alpen, aber zweifelslos auch schön. Auf dem Rückweg kommen wir durch Neustadt und ich stelle fest, dass hier zwischenzeitlich ein neuer Radweg aufgemalt wurde. Die Farbe glänzt noch ganz frisch. Gut so! Im weiteren Verlauf geht er zwar auf den alten Radweg auf dem Bürgersteig über, aber wenn man schon auf dem Radweg ist, fährt man hier dann auch weiter. Das Sahnehäubchen wäre noch gewesen, wenn auch die Büsche, die in den Radweg reingewachsen sind geschnitten worden wären.
Ein grasser Unterschied zu den Alpen noch zum Schluss auf den letzten Metern Richtung „Autobahn und Stadt“. Autos ohne Ende. Vermutlich durch eine Umleitung ausgelöst reißt die Kette der Autos die uns überholen nicht ab.
Tag 17, nach nunmehr 1,5 Jahren coronabedingter Abstinenz, bin ich mal wieder zu einem Volkslauf, dem Flugplatzlauf in Speyer angemeldet. Mit dem Fahrrad anzureisen hat hier den Vorteil bereits aufgewärmt zu sein und man kann zusätzlich die verbleibende Zeit bis zum Start mit ein paar Schleifchen am Rhein verbringen. Bewegung ist allemal angesagt, denn Stillstand heißt geballte Schnakenattacke. So viele Hände hat man gar nicht um die Angriffe abzuwehren. Da der Lauf erst gegen 20 Uhr startet, ist für den Rückweg mal wieder Licht gefragt. Dieses Mal mit ausreichend Akkuleistung.
Tag 18, am Samstag geht es nochmal in den schönen Pfälzer Wald. Über Rotsteig am Kurpfalzpark vorbei hinter Lambrecht ins Elmsteiner Tal abgebogen. Den Weg zur Rotsteig hinauf zähle ich die mit Verbrennungsmotor angetriebenen Fahrzeuge. 36 an der Zahl. Echt wenig für sonst, was ich hier schon an Überholvorgängen erlebt habe. Ein einziges E-Auto kommt mir entgegen. Immer wenn ich hier fahre, habe ich die Vision einer auto- und motorradfreien Straße und einer alternativen elektrobetriebenen Transportmöglichkeit für die ganzen Wald- und Kurpfalzparkbesucher, die ich ja auf keinen Fall um ihr Walderlebnis bringen möchte. In Wachenheim würde sich doch sicher ein ausreichend großer Parkplatz finden, von wo aus mit Bus oder Bergbahn verschiedene Punkte im Wald anzusteuern wären. Vielleicht wird meine Vision ja mal irgendwann in der Zukunft Wirklichkeit. Schön wäre es.
Ganz anders die Straße Richtung Waldleiningen. Nur sehr wenige Autos und Motorräder. Sehr naturbelassen, eine Wohltat, man weiß gar nicht wo man überall hinschauen soll. Einmal muss ich einfach anhalten und ein Bild machen. Prompt kommt eines der wenigen Autos um die Ecke und hält sogar an, um nachzufragen, ob alles in Ordnung ist oder man helfen kann. Das passt perfekt in die positive Stimmung hinein.
Tag 19, vom Sonntag ist relativ schnell berichtet. Unser wunderbares Enkelkind Julia ist heute den ganzen Tag bei uns. Radfahren deshalb nur zu 2 Spielplätzen hin und wieder zurück.

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