Gemeine Kommentare im Internet

Ecrit le 15.09.2021 de Lara-Luna Wojtkowiak
Equipe: Fahrradi
Municipalité: Berlin

Woche 2: 11.09.2021,14:30

Mir fällt es schwer darüber zu schreiben, doch ich halte es für ein wichtiges Thema.
Seit der Vorstellung der diesjährigen Berliner Stadttadeln-Stars auf sozialen Netzwerken verfolge ich die Kommentare unter den Posts. Ich war völlig geschockt, als ich auf 90% unangenehme Reaktionen stieß. Gerade online zeigen sich viele Menschen, die Spaß daran haben, anderen, motivierten Leuten den Spaß zu nehmen.

Auf den Post mit meinem selbsterdachten Spruch „Mein Fahrrad ist mein Rückzugsort, der mich stets vorwärts zieht.“ schrieb jemand: „Dann zieh Dich mal zurück wenn es regnet oder schneit! *drei Lach-Emojies*“
Das war für mich eine ganz neue Erfahrung, von jemandem Fremden persönlich angemacht zu werden. Es verletzt mich, wenn mir die eigenen Worte im Mund umgedreht werden, um sie gegen mich zu wenden.

Viele scheinen zudem das Konzept und das Ziel der Stadttadeln-Aktion noch nicht ganz verstanden zu haben.

Franz schreibt: „Ich werde mir ein Fahrrad aufs Auto schnallen. Auf so viele Kilometer muss erst mal einer kommen!“
Hans schreibt: „Bitte kein „unnötiges Herumfahren“.“
Paul schreibt: „Der Fahrrad Fetisch geht mir total auf die Nüsse.“
Speed schreibt: „20 Tage alle Wege mit dem Rad? Und danach wieder mit der Blechbüchse?“

Deshalb möchte ich einmal in Worte fassen, was Stadtradeln für mich bedeutet und wie ich es verstehe:

In erster Linie sehe ich es als eine Aktion, die aufmerksam machen und mobilisieren soll, um eine ernst zu nehmende Alternative zu Kraftfahrzeugen, das Fahrrad, weiter in der Gesellschaft zu etablieren. Ich mache mit, erzähle meinen Freund*innen davon, die wiederum erzählen es bei ihrer Arbeit usw. So wächst das Projekt fürs gute Klima. 20 Tage am Stück habe ich konkret vor Augen, was ich bewirken kann, worum es hier geht (nämlich unsere Erde) und fahre mit diesem Bewusstsein durch die Straßen.
Ja, es ist ein Konzept, dass auf Vertrauen basiert. Deshalb sollte jeder nur so viele Kilometer eintragen, wie man auch wirklich gefahren ist. Dabei ist es doch klasse, wenn sich Teilnehmer*innen für diesen Zeitraum mehr als gewöhnlich aufs Rad schwingen. So macht jeder für sich neue Erfahrungen, egal ob auf dem Arbeitsweg oder auf dem Familienausflug. Es sollte immer ein erstes Mal geben, einen Weg mit dem Fahrrad auszuchecken und dafür ist das Stadtradeln doch ein wundervoller Motivator.
Das Klima soll sich ausruhen dürfen vom überhöhten CO2-Ausstoß, Communities werden gestärkt, Spaß am Wettbewerb, Bewegung, Aussicht auf mehr Förderungen für den Ausbau von Fahrradwegen etc.
Da das ganze deutschlandweit läuft, finde ich den Direktvergleich der Städte super spannend, und zwar immer unter dem Motto, wie können wir von anderen lernen. Bremen z.B. trägt den Titel der fahrradfreundlichsten Stadt Deutschlands. Mega! Den Titel will ich auch für meine Stadt :)

Also liebe Leser*innen,
Auch wenn es sowohl online als auch offline Leute gibt, die versuchen euch auszubremsen: Ich finde uns super! Bleibt dran, bleibt motiviert, steigt auf die Räder, genießt den Fahrtwind und habt vor allem Spaß!

— Lara-Luna

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